Phishing-Mails werden immer professioneller und greifen häufig aktuelle Themen auf. Besonders häufig versuchen Betrüger derzeit, Bankdaten, Zahlungsinformationen, persönliche Daten oder Zugangsdaten abzugreifen. Die Verbraucherzentrale veröffentlicht aktuell nahezu täglich neue Beispiele. Aber nicht nur durch Emails droht Gefahr, inzwischen kommen auch auf dem Postweg immer mehr Betrugsversuche.
Besonders aktuell: gefälschte Postbank-BestSign-Mails
Am 24. August 2026 warnte die Verbraucherzentrale vor Nachrichten, die angeblich von der Postbank stammen. Darin wird behauptet, die BestSign-Funktion müsse dringend erneuert werden. Eine Frist von lediglich 24 Stunden und die angedrohte Sperrung sollen Empfänger zum schnellen Handeln bewegen.
Wichtig: Nicht auf den enthaltenen Link klicken. Wer BestSign tatsächlich nutzt, sollte ausschließlich über die bekannte Banking-App oder die selbst eingegebene offizielle Internetadresse prüfen, ob eine Mitteilung vorliegt.
Steuererstattung als Köder
Eine weitere aktuelle Masche nutzt eine vermeintliche Steuererstattung. In einer Nachricht mit dem Betreff „Ihr Steuerbescheid 2025 – Erstattung bestätigt“ wird eine angebliche Identitätsprüfung verlangt. Dabei sollen sogar Kartendaten bestätigt werden. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich auf den betrügerischen Charakter dieser Nachricht hin.
Auch die Bundesnetzagentur warnt vor einer Variante, bei der sich Kriminelle als Bundeszentralamt für Steuern beziehungsweise Bundesnetzagentur ausgeben und zur Aktualisierung einer IBAN auffordern. Die bekannte Variante trägt den Betreff „Wichtige Mitteilung: Aktualisieren Sie Ihre IBAN für reibungslose Steuerrückerstattungen“.
Aktuelle Phishing-Mails im Überblick
Da es sich um dynamische Entwicklungen handelt, besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit
| Thema / angeblicher Absender | Behauptung der Betrüger | Ziel |
|---|---|---|
| Postbank / BestSign | BestSign müsse innerhalb von 24 Stunden erneuert werden, andernfalls drohe eine Sperrung | Zugangsdaten und persönliche Daten |
| Finanzamt / ELSTER | Eine Steuererstattung sei bestätigt und müsse über eine Identitätsprüfung freigegeben werden | Kartendaten und Bankinformationen |
| Spotify | Eine Zahlung für das Abonnement sei fehlgeschlagen und die Zahlungsmethode müsse aktualisiert werden | Zahlungsdaten |
| Volksbanken Raiffeisenbanken | Die VR-SecureGo-App müsse wegen eines angeblichen Ablaufs erneuert werden | Zugangsdaten |
| N26 | Ein angebliches neues Sicherheitssystem „N26 Shield Guard™“ müsse aktiviert werden | Kontozugang und persönliche Daten |
| Sparkasse / S-pushTAN | Ein angeblich notwendiges Sicherheitsupdate müsse durchgeführt werden | Online-Banking-Daten |
| Deutsche Rentenversicherung | Persönliche Versichertendaten müssten wegen neuer gesetzlicher Vorgaben aktualisiert werden | Persönliche Daten |
| AOK | Für „Mein AOK“ sei eine Identitätsprüfung erforderlich | Online-Banking-Daten |
| Bundeszentralamt für Steuern / Bundesnetzagentur | IBAN müsse für eine Steuerrückerstattung aktualisiert werden | IBAN und persönliche Daten |
| Finanzamt | Prüfungsanordnung gemäß § 193 AO | Unternehmens- und persönliche Daten |
| IHK / DIHK | Unternehmens- oder Registerdaten müssten aktualisiert bzw. erneut legitimiert werden | Unternehmens- und persönliche Daten |
Die ersten sieben Beispiele stammen aus den aktuellen Warnungen des Phishing-Radars der Verbraucherzentrale vom 17. bis 24. August 2026. Die AOK-Masche wurde ebenfalls als aktuelle Phishing-Welle dokumentiert.
Auch Unternehmen werden gezielt angegriffen
Nicht nur Privatpersonen sind betroffen. Aktuell werden auch Unternehmen und Selbstständige mit gefälschten Nachrichten im Namen der IHK beziehungsweise DIHK angesprochen.
Eine besonders perfide Variante beginnt laut IHK sogar mit einem Telefonanruf. Dabei geben sich die Täter als IHK-Mitarbeiter aus und behaupten, für eine erneute Legitimation eines Registereintrags seien persönliche Daten erforderlich. Anschließend folgt eine Phishing-Mail.
Diese Warnzeichen sollten aufmerksam machen
Viele aktuelle Phishing-Mails haben ähnliche Merkmale:
- kurze Fristen wie 24 oder 48 Stunden
- drohende Kontosperrung
- angebliche Sicherheits- oder Datenaktualisierung
- Aufforderung zur Eingabe von Bank- oder Kartendaten
- Links zu unbekannten Internetseiten
- unpersönliche Anrede
- verdächtige Absenderadresse
- angebliche Erstattungen oder Gutschriften
- Aufforderung zur Installation oder Aktualisierung einer App
Allerdings sind Rechtschreibfehler heute kein zuverlässiges Erkennungsmerkmal mehr. Phishing-Mails und gefälschte Webseiten können inzwischen sehr professionell aussehen. Das BSI empfiehlt deshalb, insbesondere Absender, Internetadresse und den Kontext einer Nachricht sorgfältig zu prüfen.
Was tun mit einer verdächtigen Mail?
Nicht klicken, nicht antworten und keine Daten eingeben. Auch Anhänge sollten nicht geöffnet werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, verdächtige Nachrichten unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben.
Wer unsicher ist, sollte den angeblichen Anbieter über einen unabhängig aufgerufenen offiziellen Kontaktweg überprüfen. Nicht die Telefonnummer oder den Link aus der verdächtigen Nachricht verwenden.
Auch Paketdienst-Betrügereien bleiben aktuell. Bei solchen Nachrichten handelt es sich häufig um Smishing, also Phishing per SMS. Die Verbraucherzentrale warnt vor Links, über die beispielsweise Schadsoftware oder Abofallen verbreitet werden können.
Merksatz
Eine unerwartete Mail mit Zeitdruck, Link und Aufforderung zur Eingabe persönlicher oder finanzieller Daten sollte grundsätzlich misstrauisch machen.
Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt – Bild von Jan auf Pixabay
Quellen: Verbraucherzentrale Bundesverband / Deutschland sicher im Netz e.V. / Bundesnetzagentur

















