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21.10.2014   |   Gesundheit

Stottern hat keinen Einfluss auf die Sprachentwicklung

Stottern hat laut australischen Forschern nicht nur keinen Einfluss auf die Sprachentwicklung, sondern befällt vorwiegend Kinder mit einer guten Sprachfähigkeit.

kindermund

Die Studienergebnisse erschienen im International Journal of Speech Language Pathology. Co-Autor Amy Watts, Doktorandin im Fach Pädiatrie am Murdoch Childrens Research Institute der Universität von Melbourne, erklärte, dass ihre Kollegen und sie den Einfluss des Stotterns auf die Kommunikations- und Sprachfähigkeiten der Kinder untersuchen wollten.

Bisher gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen über die Auswirkungen des Stotterns auf die Sprachentwicklung. Sie reichen von Thesen, die von Sprachdefiziten durch das Stottern sprechen, bis hin zu Studien, die Kindern, die stottern, eine normale oder sogar besonders gute Sprachentwicklung zuschreiben.

Das australische Team analysierten Daten aus zwei Längsschnittstudien, die Early Language in Victoria Study (ELVS – mit 1910 Kindern) und der gleichzeitig laufenden ELVS Stuttering Study. Letztere sollte die den Beginn und Verlauf des Sotterns beobachten (mit 181 stotternden Kindern und 1438 „normalen“ Kindern). Zu Studienbeginn waren die Kinder zwischen zwei und fünf Jahre alt. Befunde aus diesen Studien zeigen, dass die stotternden Kinder eine höhere Sprachkompetenz als die nicht-stotternden Kinder erzielten.

„Es ist ein faszinierendes Ergebnis, aber wir wissen nicht, ob dieser Unterschied bis zu einem Alter von sechs oder sieben Jahren anhält. Bedeutend ist, dass sowohl Kinder, die stottern als auch die Kinder der Kontrollgruppe entwicklungsgerechten Sprachfertigkeiten besitzen.“

Dies sei ‚beruhigend‘, weil Sprachkenntnisse die Entstehung und den Verlauf des Stotterns demnach nicht beeinflussen könnten. Stottern habe keine negativen Auswirkungen auf die Sprachentwicklung, so Watts.
Die Forschungsarbeit zeichnet sich vor allem deshalb aus, weil die teilnehmenden Kinder ausgewählt wurden, noch bevor sie zu stottern begonnen hatten.

Von den 1910 Kindern fingen 181 zu stottern an. Die Sprachfähigkeit der Kinder wurde jährlich im Alter von zwei bis fünf Jahren getestet. In den ersten zwei Jahren gaben Eltern mithilfe eines Fragebogens Auskunft über den Wortgebrauch und das Kommunikationsverhalten. Als die Kinder vier und fünf Jahre alt waren, wurde die Sprachentwicklung von ausgebildeten Forschern beurteilt, indem diese sich von Angesicht zu Angesicht mit den Kindern unterhielten.

Quellen: ABC Science, International Journal of Speech Language Pathology
www.abc.net.au/science/articles/2014/08/12/4053179.htm;
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25014490

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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