Der ADAC warnt bereits vor der Veröffentlichung seines halbjährlichen Kindersitztests vor zwei Produkten mit gravierenden Sicherheitsmängeln. Betroffen sind der Britax Römer Baby-Safe Pro in Verbindung mit der Vario Base 5Z sowie der Axkid Minikid Core.
Die Stiftung Warentest teilt hierzu mit: Für Kinder, die in diesen beiden Sitzen unterwegs sind, besteht im Ernstfall Lebensgefahr
Die Untersuchungen führt der ADAC gemeinsam mit der Stiftung Warentest und weiteren europäischen Partnern durch.
„Wir raten dringend vom Gebrauch dieser Kindersitze ab“, warnt Testleiterin Sarah Vasconi.
Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z
Beim Frontalaufprall zeigte die Babyschale in Verbindung mit der Isofix-Station Vario Base 5Z ein erhebliches Problem, wenn sie sich in der Liege- beziehungsweise Schlafposition befindet. Das Gurtschloss öffnete sich beim Crash, sodass der Testdummy aus der Babyschale geschleudert wurde. Der ADAC bewertet den Schutz beim Frontalaufprall deshalb als mangelhaft.
Der ADAC empfiehlt Besitzern, die Babyschale möglichst in aufrechter Position zu verwenden. Alternativ kann der Baby-Safe Pro ohne Vario Base 5Z mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigt werden. In den durchgeführten Versuchen hielt das Gurtschloss bei dieser Befestigung sowohl in Sitz- als auch in Liegeposition.
Axkid Minikid Core
Auch beim Axkid Minikid Core traten im Frontalaufprall Probleme in der Liegeposition auf. Beim Crash entriegelte sich der Stützfuß. Zudem brach die Kunststoff-Sitzschale im Bereich des Gurtschlosses, wodurch das Schloss aus der Schale gerissen wurde. Der Dummy wurde zwar im Sitz gehalten, dennoch sah der ADAC ein hohes Verletzungsrisiko und bewertete den Frontalaufprallschutz ebenfalls mit „mangelhaft“.
Der ADAC rät daher dringend vom Kauf der beiden betroffenen Sitzlösungen ab. Für den Axkid Minikid Core hat der Hersteller inzwischen einen freiwilligen Rückruf gestartet.
Hersteller reagieren auf die Testergebnisse
Britax kündigte an, die Ursache für das Problem einzugrenzen und im Anschluss daran über mögliche weitere Maßnahmen wie Austausch, Reparatur, etc. zu informieren. Der Hersteller Axkid hat unterdessen den Minikid Core offiziell zurückgerufen und den Verkauf eingestellt. Besitzer erhalten kostenlos das Modell „Minikid Pro 4“ im Austausch. Generell gilt, dass aus den Testergebnissen kein gesetzlicher Anspruch auf Rückgabe oder Umtausch hervorgeht. Dennoch sollten betroffene Eltern mit den Herstellern in Kontakt treten und um Kulanz bitten.
Die Gesamtergebnisse des ADAC Kindersitztests werden am 20. Oktober veröffentlicht.
Quelle: ADAC e.V.


















