Ein Kinderwagen gehört für viele Familien zur Grundausstattung. Beim Kauf sollte jedoch nicht nur auf Design und Komfort geachtet werden. Entscheidend sind vor allem Stabilität, Sicherheit und eine gute Verarbeitung. Vor der Nutzung sollten Eltern immer prüfen, ob Bremsen zuverlässig funktionieren, der Sicherheitsgurt richtig schließt und sich keine Kleinteile lösen können. Auch das zulässige Gewicht des Kindes und des Gepäcks sollte beachtet werden. Taschen und schwere Gegenstände gehören möglichst nicht an den Schiebegriff, da der Kinderwagen dadurch kippen kann.
Auf unebenem Untergrund, an Bordsteinen und auf abschüssigen Wegen ist besondere Vorsicht erforderlich. Kinder sollten im Wagen immer entsprechend ihrem Entwicklungsstand gesichert werden.
Tipp: Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf aktuelle Produkttests und Rückrufmeldungen. Denn auch bei Kinderwagen können sicherheitsrelevante Mängel auftreten.
Stiftung Warentest – aktueller Test Kinderwagen
Die Stiftung Warentest hat zwölf aktuelle Modelle geprüft – darunter Kombikinderwagen für ein Kind sowie Modelle für zwei Kinder. Das Ergebnis: Einige Wagen schieben sich klar nach vorn – andere bleiben auf der Strecke.
Im aktuellen Test prüfte die Stiftung Warentest neun Kombikinderwagen für ein Kind sowie drei Modelle für zwei Kinder – letztere jeweils in einer Konfiguration für Geschwisterkinder unterschiedlichen Alters (Duo) und für Zwillinge (Twin). Die Wagen stammen von bekannten Marken wie Britax Römer, Bugaboo, Hauck, Joolz, Maxi Cosi und Stokke. Die Preisspanne reicht von rund 400 Euro bis über 1.500 Euro. Alle Modelle wurden inklusive Liegewanne und Sitzeinheit sowie passendem Regenschutz geprüft.
Positiv fällt auf: Einige Modelle zeigen, dass kindgerechtes Design und gute Handhabung durchaus vereinbar sind. Vier Kinderwagen können insgesamt gut überzeugen. Doch es gibt auch Schattenseiten. Bei der Schadstoffprüfung stieß das Testteam auf gleich mehrere Probleme: In einigen Modellen fanden sich verbotene Weichmacher, in anderen umweltschädliche PFAS – sogenannte Ewigkeitschemikalien, die sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern können. „Ich bin erstaunt, dass wir wieder in mehreren Kinderwagen bedenkliche Weichmacher und umweltschädliche PFAS gefunden haben. Schließlich sind sie schon seit Jahren verboten. Da müssen die Anbieter dringend nachbessern“, sagt Dr. Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest.
Ein weiteres Problem: Manche Wagen passen schlicht nicht zu den Kindern, für die sie gedacht sind. Einige Liegewannen sind so schmal oder kurz bemessen, dass Babys schon nach wenigen Monaten darin keinen Platz mehr finden – aber auch noch zu klein sind, um in den Sitz zu wechseln. Damit ist der Wagen aus ergonomischer Sicht für eine Weile nicht nutzbar. Eltern sollten beim Kauf außerdem auf eine gut verstellbare Schieberhöhe achten, damit der Wagen zur eigenen Körpergröße passt. Die gute Nachricht zum Schluss: Gravierende Sicherheitsmängel stellte das Testteam bei keinem Modell fest – und alle Wagen erwiesen sich als ausgesprochen robust. Wer seinen Kinderwagen also gut pflegt, kann ihn bedenkenlos für weitere Kinder nutzen oder weitergeben.
Der vollständige Test mit allen Ergebnissen erscheint in der August-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest sowie unter www.test.de/kinderwagen.
Quelle: Stiftung Warentest


















