Der Klimawandel bringt immer mehr Starkregen, Sturm, Hagel und Überschwemmungen. Für Hausbesitzer kann das schnell sehr teuer werden. Wer ein Eigenheim besitzt, sollte deshalb frühzeitig prüfen, wie gut Gebäude und Grundstück gegen extreme Wetterereignisse geschützt sind. Regelmäßige Kontrollen von Dach, Fenstern, Keller und Entwässerungssystemen können helfen, Schäden zu vermeiden oder zu begrenzen. Auch Rückstauklappen, funktionierende Dachrinnen und ein sinnvoller Schutz vor eindringendem Wasser sind wichtige Maßnahmen.
Neben dem baulichen Schutz lohnt sich ein Blick auf den Versicherungsschutz. Eine Wohngebäudeversicherung deckt nicht automatisch alle Schäden durch Naturgefahren ab. Je nach Vertrag kann beispielsweise eine zusätzliche Elementarschadenversicherung erforderlich sein. Die Verbraucherzentrale NRW gibt hierzu wichtige Tipps und bietet Onlineseminare an.
Wie schütze ich mein Haus?
Mit diesen Maßnahmen wird das Eigenheim klimarobust
Hitze, Sturm, Überschwemmungen und Starkregen stellen Gebäude zunehmend vor große Herausforderungen. Hohe Temperaturen führen zur Überhitzung von Innenräumen, während Starkregen die Kanalisation überlasten und Überflutungen verursachen kann. „Eigentümer:innen haben zahlreiche Möglichkeiten, sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und selbst aktiv zu werden“, fasst Fatma Özkan, Leiterin der Gruppe Klimaanpassung der Verbraucherzentrale NRW, zusammen und erläutert, worauf sie achten sollten. „Wer sein Haus wetterrobust, energiesparend und klimaschonend gestaltet, schützt sich vor Wetterextremen und steigert gleichzeitig den Wohnkomfort.“
Passend dazu findet vom 14. bis 20. September die bundesweite Woche der Klimaanpassung mit verschiedenen kostenfreien Online-Seminaren statt.
Schutz vor Starkregen und Überschwemmungen
Starkregenereignisse treten immer häufiger, intensiver und unvorhersehbarer auf. Kann Regenwasser nicht ausreichend versickern oder abfließen, drohen Kellerüberflutungen, Schäden an Gebäuden und überlastete Kanalsysteme. Besonders gefährdet sind Keller und tiefliegende Räume, in denen sich Wasser schnell sammeln kann. Auch das Abwassersystem kann bei Starkregen an seine Grenzen stoßen. Das Wasser staut sich dann bis zur sogenannten Rückstauebene – meist auf Höhe der Straßenoberkante oder darüber – und kann über tiefer gelegene Abflüsse in das Gebäude eindringen. Schutz bieten hier bauliche Sicherungen wie Rückstauverschlüsse sowie druckwasserdichte Fenster und Türen. Vorbeugend helfen außerdem begrünte Dächer und entsiegelte Flächen. Sie speichern Regenwasser, entlasten die Kanalisation und ermöglichen dem Regen, direkt auf dem Grundstück zu versickern und zu verdunsten. Gerade bei Starkregen können begrünte Flächen dazu beitragen, Überflutungen zu vermeiden. Auch spezielle Retentionsgründächer, die Regenwasser zeitweise speichern und verzögert kontrolliert abgeben, sind eine sinnvolle Lösung. Sie verringern das Überschwemmungsrisiko und reduzieren die Rückstaugefahr bei lokalem Starkregen.
Grüner Hitzeschutz
Die Sommer werden heißer – doch Pflanzen können helfen, das Haus ohne zusätzlichen Strom zu kühlen. Begrünungen auf Dach, Fassade und im Garten verbessern das Mikroklima durch Schatten, Verdunstung und Wasserspeicherung. Bäume und Sträucher spenden gezielt Schatten für Wände, Wege sowie Terrassen und verhindern, dass sich Gebäude und Boden stark aufheizen. Wer seine Fassadenbegrünung anlegt, kann die Wandtemperatur um bis zu 15 °C senken. Besonders empfehlenswert sind Kletterpflanzen an Rankhilfen mit Abstand zur Fassade. Dadurch entsteht ein isolierendes Luftpolster, das den Kühleffekt zusätzlich verstärkt. Gleichzeitig geben Pflanzen über ihre Blätter Wasser an die Umgebung ab. Diese Verdunstungskühlung entzieht der Luft Wärme und wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Auch die Entsiegelung von Flächen trägt zur natürlichen Kühlung rund ums Haus bei. Versiegelte Flächen speichern viel Wärme und heizen sich stark auf. Werden Flächen entsiegelt, kann Regenwasser wieder versickern, von Pflanzen aufgenommen werden oder verdunsten – das verbessert das Mikroklima spürbar. Durchlässige Materialien wie Rasengittersteine oder offenes Pflaster eignen sich besonders für Wege oder Stellplätze. Bereits kleine Flächen haben einen positiven Effekt.
Kostenlose Online-Seminare zur Woche der Klimaanpassung
Wie genau sich eine gute Starkregenvorsorge, Entsiegelung und Dachbegrünung umsetzen lassen und wie Mieter:innen und Eigentümer:innen selbst aktiv werden können, zeigt die Verbraucherzentrale NRW mit dem Angebot Klimakoffer NRW im Rahmen der bundesweiten Woche der Klimaanpassung vom 14. bis 20. September 2026.
Folgende kostenlose Online-Seminare finden in diesem Zeitraum statt:
- Schutz vor Starkregen – was Sie tun können
- Spitze bei Hitze – Das hitzerobuste Haus
- Von Grau zu Grün: Was Entsiegelung rund ums Haus bringt
- Dachbegrünung – Für ein besseres Klima am eigenen Haus
- Kleine Oase, große Wirkung ─ Begrünungsmöglichkeiten für Mieter:innen
- Regenwasser sinnvoll nutzen ─- Tipps für Garten & Grundstück
Weiterführende Informationen:
- Alle Termine und Anmeldelinks über die Website des Klimakoffers NRW:
www.klimakoffer.nrw/veranstaltungen
Quelle: Verbraucherzentrale NRW

















