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foodwatch-Labortest: verbotene Pestizide in Reis, Gewürzen und Tee

Die Verbraucherorganisation foodwatch warnt nach einem internationalen Labortest vor belasteten Lebensmitteln in deutschen Supermärkten. Untersucht wurden Reis, Gewürze und Teeprodukte verschiedener Hersteller und Handelsketten. Das Ergebnis: Zwei Drittel der getesteten Produkte – insgesamt 43 von 64 Artikeln – waren mit Pestiziden belastet, die in der Europäischen Union nicht mehr zugelassen sind.

Betroffen sind laut foodwatch unter anderem Eigenmarken von REWE, Aldi, Edeka und Lidl sowie Produkte der Marken Teekanne, Meßmer und Ostmann.

foodwatch-Labortest: Verbotene Pestizide in Produkten von Rewe, Aldi, Lidl, Edeka und bekannten Marken gefunden

Zahlreiche der gefundenen Pestizidwirkstoffe sind in Europa verboten, landen aber über importierte Lebensmittel wieder bei uns im Supermarkt. Die EU-Kommission plant zwar aktuell, die Regeln für Importlebensmittel zu überarbeiten. Doch zum einen reichen die Vorschläge bei Weitem nicht aus. Zum anderen lehnt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer die EU-Pläne bisher ab. foodwatch forderte den deutschen Minister auf, seine Blockadehaltung aufzugeben und sich in Brüssel für eine Null-Toleranz-Regelung einzusetzen: Lebensmittel mit Rückständen von verbotenen Pestiziden dürfen nicht in die EU importiert werden.

„Ackergifte, die in Europa verboten sind, dürfen nicht über importierte Lebensmittel wieder auf unserem Teller landen! Der giftige Pestizid-Bumerang muss gestoppt werden“, sagte Annemarie Botzki von foodwatch. „Wer mit Paprikapulver würzt, den Kreuzkümmel ins Curry gibt oder eine Tasse grünen Tee trinkt, ahnt es nicht: In vielen Lebensmitteln, die wir alltäglich essen, stecken Pestizidrückstände – darunter Substanzen, die bei uns in Europa seit Jahren nicht mehr zugelassen sind. Doch statt uns Verbraucher:innen besser zu schützen, blockiert ausgerechnet der deutsche Ernährungsminister strengere Regeln zu Pestizidrückständen.“

foodwatch-Labortest: 2 von 3 Produkten enthalten verbotene Pestizide

foodwatch hat insgesamt 64 Produkte aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Österreich im Labor untersuchen lassen. 43 Proben (67 Prozent) enthielten Rückstände von einem oder mehreren in Europa verbotenen Pestiziden. Besonders betroffen: Paprikapulver, Chili, Kreuzkümmel und grüner Tee. Hier enthielten ausnahmslose alle Proben Rückstände von nicht zugelassenen Pestiziden.

foodwatch fordert Rückruf von belasteten Produkten

In Deutschland hat foodwatch 19 Produkte unter die Lupe genommen, 13 waren mit Pestiziden belastet – und zwar alle mit Mitteln, die in Europa nicht mehr zugelassen sind. Drei Produkte überschritten sogar den gesetzlichen Grenzwert: Fuchs KreuzkümmelKania Kreuzkümmel und REWE Chili Mix. foodwatch fordert, dass diese Produkte umgehend zurückgerufen werden.

Doch selbst wenn ein Produkt den gesetzlichen Grenzwert einhält, bedeutet das nicht automatisch, dass es sicher ist. Der sogenannte Cocktail-Effekt stellt ein Risiko für Verbraucher:innen dar. Die Wirkungen von Stoffen mit ähnlichen Mechanismen können sich addieren und eine kritische Belastung hervorrufen, auch wenn die Einzelbelastung als unbedenklich gilt.

Die Ergebnisse im Detail:

Kreuzkümmel: 217-mal so hoch belastet wie erlaubt

  • Im Fuchs Kreuzkümmel wurden sechs Pestizide nachgewiesen – davon vier in der EU nicht zugelassene. Ein Stoff, das Herbizid Flamprop, lag dabei deutlich über dem Grenzwert. Dieser liegt bei 0,01 mg/kg. Nachgewiesen wurden jedoch 1,65 mg/kg – also das 165-fache.
  • Auch im Kania Kreuzkümmel (Lidl Eigenmarke) wurden zwei in der EU nicht zugelassene Pestizide gefunden, davon eines über dem Höchstgehalt – ebenfalls Flamprop. Hier wurden sogar 2,17mg/kg gefunden. Das Produkt war also 217-mal höher belastet als erlaubt.
  • Ostmann Kreuzkümmel: 3 Pestizide, davon 2 nicht zugelassen

Pestizid-Cocktail in Paprikapulver

Besonders alarmierend: die Paprikaprodukte. Der foodwatch-Test zeigt: Wer Paprikapulver verwendet, nimmt dabei ein breites Spektrum an Chemikalien zu sich – auch wenn die Mengen sehr gering sind:

  • Ostmann Paprika rosenscharf (gehört zur Fuchs Gruppe): 13 Pestizide, davon 3 nicht zugelassen in der EU.
  • Le Gusto Paprika edelsüß (Aldi Eigenmarke): 12 Pestizide, davon 4 nicht zugelassen.
  • Kania Paprika edelsüß (Lidl Eigenmarke): 8 Pestizide, davon 5 nicht zugelassen
  • Ja! Paprika (REWE) edelsüß: 8 Pestizide, davon 5 nicht zugelassen

Rewe Chili-Mix mit den meisten Pestiziden

  • REWE Chili Mix: 22 Pestizide, davon 7 nicht zugelassen,1 Mittel (Chlorfenapyr) über dem Grenzwert
  • Ostmann Chili Flocken: 8 Pestizide, davon 3 nicht zugelassen

Auch Tee mit problematischen Rückständen

  • Teekanne Feinster Grüner Tee: 2 nicht zugelassene Pestizide
  • Meßmer Grüner Tee: ebenfalls 2 nicht zugelassene Pestizide


Positiv
:
Der Magen-Darm-Kindertee von Mivolis, der „Westminster“-Schwarztee (Aldi Eigenmarke) sowie Lord Nelson Schwarzer Earl Grey (Lidl Eigenmarke) waren frei von Pestizidrückständen.

Reis ebenfalls mit Rückständen

  • ja! Basmati Reis (REWE): 3 Pestizide, davon 2 nicht zugelassen
  • EDEKA Herzstücke Langkornreis: 1 nicht zugelassenes Pestizid


Positiv
:
In Dr. Oetker Milchreis, Oryza Ideal Reis und Ben’s Original wurden keine Rückstände nachgewiesen.

Quellen und weiterführende Informationen:

Quelle: foodwatch e.V.Bild: foodwatch e.V.


Reis ist ein beliebtes Grundnahrungsmittel – auch bei Kindern. Reis ist grundsätzlich ein gesundes Lebensmittel – kann aber im Vergleich zu anderen Getreiden mehr Schadstoffe aufnehmen, da er oft in überfluteten Feldern wächst. Dabei gelangen Stoffe aus dem Boden und Wasser leichter in die Körner

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