Das bundesweite Präventionsprogramm „Mutausbruch – füreinander stark machen“ startet in Hamburg, um Kinderrechte zu stärken und verletzendes Verhalten in Kitas zu verhindern. Es kombiniert Organisationsentwicklung, Fortbildungen und Kinderbeteiligung, unterstützt durch den Kinderschutzbund Hamburg. Ziel ist, sichere, wertschätzende Beziehungen zu fördern, Fachkräfte zu entlasten und eine nachhaltige Gewaltprävention im Kita-Alltag zu verankern.
Hinweis für Elternvertreter:innen – Das Programm ist für Kindergärten kostenlos – mehr dazu am Ende des Beitrages

Programmstart Mutausbruch
Mit dem Programm „Mutausbruch – füreinander stark machen“ startet ein bundesweites Präventionsprojekt zur Stärkung von Kinderrechten und zur Vermeidung verletzenden Verhaltens in Kindertagesstätten in die Praxisphase. Entwickelt wurde das Programm vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Nach einer mehrjährigen Entwicklungsphase seit 2022 beginnt nun die Praxis-Erprobung: In den kommenden drei Jahren sollen Kitas im gesamten Bundesgebiet erreicht werden. Der Auftakt erfolgt 2026 in der Region Hamburg.
„Wir freuen uns, das Programm nun in die Praxis zu bringen. ‚Mutausbruch‘ unterstützt Kitas dabei, verletzendes Verhalten gegenüber Kindern frühzeitig zu erkennen und gezielt zu vermeiden“, erklärt Andreas Kalbitz, Geschäftsführer der BAG.
Ganzheitlicher Ansatz für starke pädagogische Beziehungen
Das Programm wurde in den Jahren 2022 bis 2024 gemeinsam mit wissenschaftlicher Begleitung entwickelt, erprobt und evaluiert. Als Präventionsprogramm zur Förderung von Kinderschutz und Beziehungsqualität in Kindertagesstätten richtet sich an pädagogische Fachkräfte und unterstützt Einrichtungen dabei, sichere, reflektierte und wertschätzende Strukturen im Alltag zu etablieren. Es verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und kombiniert Maßnahmen der Organisations- und Teamentwicklung mit praxisnahen Fortbildungsangeboten.
Zu den zentralen Bestandteilen gehören:
- das Fortbildungsset M.O.V.E.
- der „traut euch!“ Kinderkoffer
- sowie strukturierte Prozesse zur Organisationsentwicklung
„Kitas sind eine zentrale Lebenswelt für ein gesundes Aufwachsen. Mit ‚Mutausbruch‘ unterstützen wir Einrichtungen dabei, Strukturen zu schaffen, die wertschätzende Beziehungen fördern und verletzendes Verhalten gegenüber Kindern verhindern“, betont Jelena Sörensen Referentin Prävention beim PKV-Verband.
Feinfühligkeit als Schlüssel für gesundes Aufwachsen
Pädagogische Fachkräfte schaffen durch feinfühliges Verhalten eine sichere und stabile Umgebung für Kinder – eine zentrale Voraussetzung für deren gesundes Aufwachsen. Dennoch kommt es im Kita-Alltag gelegentlich zu verletzendem Verhalten, häufig unbeabsichtigt und in belastenden Situationen. Genau hier setzt „Mutausbruch“ an: Das Programm stärkt Fachkräfte darin, herausfordernde Situationen frühzeitig zu erkennen, professionell zu reflektieren und angemessen zu handeln.
Starker Partner vor Ort: Kinderschutzbund Hamburg
Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund (KSB) Landesverband Hamburg, der die pädagogische Begleitung vor Ort übernimmt.
„Als Kinderschutzbund vertreten wir die Ziele, die im Rahmen von ‚Mutausbruch‘ verfolgt werden – Kinder haben ein Recht darauf, sich in Einrichtungen aufzuhalten, in denen sie sich sicher fühlen. Mit unserer Praxiserfahrung unterstützen wir vor Ort und arbeiten mit den Fachkräften gemeinsam in den Einrichtungen. Wir freuen uns, Teil des Programms ‚Mutausbruch‘ zu sein“, sagt Ulrike Minar, Leitung der Fachstelle Schutzkonzepte – des KSB Hamburg.
Teilnahme und Kontakt
Das Programm ist für Kindergärten dank der Förderung des PKV-Verbands kostenlos. Einrichtungen, die am Programm teilnehmen möchten, sowie Interessierte an der Qualifizierung als Prozessbegleiterin oder -begleiter können sich an das Mutausbruch-Team wenden: [email protected]
Quelle: BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. setzt sich für sicheres und gewaltfreies Aufwachsen von Kindern in Deutschland ein. Unterstützt durch verschiedene Bundesministerien und weitere Institutionen veranstaltet sie Fortbildungen für Fachkräfte, informiert Bezugspersonen über die Verhütung von Kinderunfällen und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus.














