Weihnachtszeit – Bitte seid füreinander da…

Für den Nachbarn oder die Nachbarin, Bekannte und Verwandte für Freunde und für Fremde – nicht nur an den guten Tagen, wenn alles leicht wirkt und die Welt hell scheint. Sondern gerade dann, wenn jemand still wird, sich zurückzieht, den Blick senkt und kaum noch Kraft hat.

Helft, ohne zu fragen, ohne zu bewerten, ohne sofort eine Lösung zu suchen. Manchmal reicht ein Stuhl, den man leise neben jemanden schiebt. Ein „Ich bin hier“, das nicht laut, aber ehrlich klingt. Ein Zuhören, das nicht drängt. Wir alle tragen Kämpfe, die niemand sieht. Narben, die nicht bluten, aber brennen. Momente, in denen die Seele müde ist. 

Genau dann braucht es Menschen, die bleiben, die nicht wegsehen, nicht kleinreden, nicht urteilen, sondern halten, stützen aushalten. Denn niemand muss stark sein, wenn die Welt schwer ist. Stärke wächst dort, wo Mitgefühl nicht gefragt, sondern geschenkt wird.

Bitte seid füreinander da.
Nicht irgendwann.
Jetzt!

Nicht wegsehen, nicht kleinreden, nicht urteilen. Sondern halten. Stützen. Aushalten.

Nicht wegsehen, nicht kleinreden, nicht urteilen. Sondern halten. Stützen. Aushalten.

Die Geschichte von der Dunkelheit und Leere…

Es war einer dieser Abende, an denen die Luft schwer und die Stille zu laut war. Sie saß am Küchentisch, die Hände um eine Tasse geklammert, deren Wärme längst verschwunden war. Gedanken wirbelten in ihrem Kopf wie Laub im Herbststurm. Warum mussten manche Tage so unerbittlich sein? Warum fühlte sich das Leben manchmal an wie ein Berg, den niemand hinaufsteigen konnte?

Als sie aufblickte, stand eine schemenhafte Gestalt im Türrahmen. Sie hatte Angst und doch schien ihre Anwesenheit seltsam vertraut – als wäre sie schon oft in dort gestanden, als Worte fehlten.

„Man fragt sich nicht ohne Grund, warum das Leben manchmal so furchtbar ist“, sagte die Gestalt ruhig. „Diese Frage ist wie ein Stein, den jeder Mensch irgendwann in den Händen hält.“

Sie seufzte. „Und? Gibt es eine Antwort?“

Der Schemen schien zu lächeln, milde und wissend.

„Ja. Aber sie kommt nicht als Lösung. Sondern als Erkenntnis.“

„Das Leben ist nicht furchtbar, um dich zu bestrafen. Es ist furchtbar, weil du so voller Gefühle bist, weil du fühlst und weil dir etwas bedeutet. Schmerz ist die Rückseite von Bedeutung. Nur wer liebt, kann verlieren. Nur wer hofft, kann enttäuscht werden. Wer lebt, wird verletzt. Aber all das zeigt nur: Du bist noch hier. Du bist noch offen für die Welt da draußen.“

Sie sah auf: „Und was bringt mir das, wenn ich kaum atmen kann?“

„Dass du atmest.“ „Dass du noch nicht aufgegeben hast, obwohl alles in dir schreit. Dass du noch kämpfst, obwohl niemand zusieht. Stärke zeigt sich nicht im Sieg – sie zeigt sich im Weitergehen, wenn das Herz müde ist.“

Eine Weile herrschte Stille, aber eine andere Stille als vorher. Eine warme Stille.

„Weißt du“, fuhr die Gestalt fort, „das Leben wirft dich nicht, um dich am Boden zu lassen. Es wirft dich, damit du dort etwas findest, das du im Stehen nicht sehen würdest: Klarheit. Mut. Stärke und Neubeginn. Manche Menschen entdecken ihre größte Kraft in ihren dunkelsten Stunden.“

Sie blickte die Gestalt an. „Aber was, wenn die Nacht nicht endet?“

„Keine Nacht bleibt. Auch wenn du das Licht nicht siehst – es bewegt sich auf dich zu. Und in dir brennt eine Flamme, die stärker ist als jede Dunkelheit. Vielleicht flackert sie, vielleicht scheint sie winzig, aber sie ist da. Sie hat dich durch jeden Tag gebracht, den du für unmöglich hieltest. Das Leben ist manchmal furchtbar. Aber es ist niemals nur furchtbar. Und du bist fähiger, stärker und unzerbrechlicher, als du gerade glaubst. Die Nacht wird nicht gewinnen. Und du wirst deinen Morgen finden – nicht weil alles leicht wird, sondern weil du gehen wirst, Schritt für Schritt.“

Sie schloss die Augen. Als sie sie wieder öffnete, war die Gestalt verschwunden. Doch in der Dunkelheit war ein schwaches Leuchten – etwas, das wenige Minuten zuvor nicht da gewesen war:

eine Kraft, die nicht laut war, aber echt.
eine Hoffnung, die nicht glänzte, aber wuchs.
ein Licht, das sich seinen Weg bahnte.

Und zum ersten Mal seit langer Zeit spürte sie tief in sich:
Ich werde weitergehen, ich werde wieder aufstehen, ich werde leben!


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