Kopfläuse sind vor allem bei Kindern ein häufiges Thema. Die kleinen Parasiten leben auf der Kopfhaut und ernähren sich von Blut. Ein Befall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun und kann grundsätzlich jeden treffen. Typisches Anzeichen sind starker Juckreiz der Kopfhaut. Läuse und ihre Eier, die sogenannten Nissen, sitzen meist dicht an der Kopfhaut und sind insbesondere hinter den Ohren und im Nacken zu finden.
Was tun bei Kopfläusen?
Bei einem Verdacht sollte die Kopfhaut sorgfältig kontrolliert werden. Zusätzlich empfiehlt sich das gründliche Auskämmen der nassen Haare mit einem Läusekamm. Zur Behandlung stehen spezielle Läusemittel zur Verfügung. Die Stiftung Warentest hat nun 12 Läusemittel getestet.
Juckt es auf Kinderköpfen, ist der Schreck oft groß. Die Stiftung Warentest hat zwölf vielverkaufte Mittel gegen Kopfläuse getestet, darunter ein Arzneimittel sowie Medizinprodukte aus Drogerie und Apotheke. Längst nicht alle der Mittel sind empfehlenswert. Außerdem im Check: fünf verbreitete Läuse-Mythen.
Die Stiftung Warentest hat zwölf Läusemittel mit verschiedenen Wirkweisen geprüft. Viele enthalten Inhaltsstoffe, die Blutsauger ersticken sollen – darunter Shampoos wie Licener oder Mosquito, Sprays von Nyda, ein Gel von Hedrin und eine Lösung namens Dimet 20. Das altbekannte Goldgeist Forte enthält hingegen ein Insektengift.
Zwei der getesteten Präparate sind uneingeschränkt geeignet, drei sind auch geeignet, fünf Produkte nur mit Einschränkungen geeignet und zwei Produkte empfehlen die Tester nicht – hier fehlt es an einer ausreichenden Studienlage zum Wirknachweis.
Das Kind kratzt sich am Kopf, was nun?
Bei Verdacht auf einen Läusebefall heißt es: Genau hinschauen. „Achten Sie vor allem auf Stellen hinter den Ohren, im Nacken und an den Schläfen. Läuse sind wenige Millimeter lang, sechsbeinig und flügellos, grau bis braun“, rät Bettina Sauer, Gesundheitsexpertin bei der Stiftung Warentest. Ebenfalls alarmierend: kleine ovale Läuseeier dicht an der Kopfhaut.
Werden die Plagegeister auf dem Kopf entdeckt, sollten Anwender die Läusemittel großzügig auftragen. Dabei gilt es, die Einwirkzeit laut Anleitung zu beachten und Läuse und deren Eier nach der Behandlung mit einem Läusekamm gründlich auszukämmen. „Manche Anbieter werben damit, eine einzige Behandlung reiche aus – aber das können wir nach unserer Untersuchung nicht empfehlen. Nach acht bis zehn Tagen muss die gesamte Läusekur wiederholt werden“, sagt Bettina Sauer.
Manche Mittel können vom Arzt verordnet und dann von der Krankenkasse erstattet werden – darunter auch drei empfehlenswerte Mittel aus dem aktuellen Test. Das kann sich lohnen: Die Packungspreise der geeigneten Mittel liegen zwischen 16 und 27 Euro. Sollte der Kopf eines Kleinkindes betroffen sein, ist auf das Mindestalter für den Einsatz zu achten. Manche der Mittel sind für den Gebrauch ab der Geburt einsetzbar, andere geben ein Mindestalter von zwei Jahren an.
Fünf Läuse-Mythen im Check
- Läuse sind Krankheitsüberträger: Das mag für manche Läusearten zutreffen – aber nicht für Kopfläuse in unseren Breiten. Stiche der Blutsauger können allerdings sehr jucken und sich entzünden, wenn sie aufgekratzt werden.
- Läuse springen von Kopf zu Kopf: Nein, Läuse können weder springen noch fliegen, sondern nur krabbeln und klettern. Von Kopf zu Kopf gelangen sie, wenn Menschen einander so nahekommen, dass sich ihre Haare berühren.
- Läuse gehen auf Haustiere über: Nein, sie sind eng an uns als Wirtsorganismus angepasst. Daher werden sie nicht von Menschen auf Haustiere übertragen und umgekehrt. Es gibt Läusearten, die Haustiere befallen, aber die wechseln nicht zu Menschen über.
- Läuse zeigen schlechte Hygiene an: Nein, Kopfläuse fühlen sich auf jedem behaarten Kopf wohl – ob sauber oder dreckig.
- Läuse verschwinden von allein: Nein, Aussitzen ist keine Lösung. Dann können sich Kopfläuse sogar immer weiter vermehren. Auch normales Shampoo und Hausmittel wie Essig, Föhn oder Sauna reichen laut Robert-Koch-Institut nicht, um die Blutsauger zu beseitigen.
Test nach aktuellen Studien
Die Bewertung basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Studien: Neben Nachweisen der Hersteller recherchierten zwei unabhängige Gutachterinnen öffentlich zugängliche Studien zu allen Produkten. Geprüft wurde, ob die beworbenen Wirkungen belegt und Nutzen sowie Risiken ausreichend geklärt sind. Ein Facharzt für Dermatologie ordnete die Ergebnisse zusätzlich aus klinischer Sicht ein.
Der ausführliche Test erscheint in der September-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und ist online abrufbar unter test.de/laeusemittel.
Quelle: Stiftung Warentest


















