Sammelkarten erleben seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Ob Pokémon, Yu-Gi-Oh!, Magic: The Gathering oder Sportkarten – seltene Exemplare erzielen teilweise erstaunliche Preise. Doch eignen sich Sammelkarten tatsächlich als Geldanlage oder überwiegt das Risiko eines Wertverlustes? Besonders seltene Karten in perfektem Zustand können über Jahre erheblich an Wert gewinnen. Einzelne Spitzenstücke erzielten in den vergangenen Jahren bei Auktionen zwar tatsächlich sechs- oder sogar siebenstellige Beträge. Die spektakulären Verkaufspreise einzelner Karten vermitteln jedoch oft ein verzerrtes Bild. Tatsächlich verlieren viele Sammelkarten nach einem anfänglichen Hype wieder an Wert oder stagnieren über Jahre.
Markt ist schwer vorhersehbar
Bereits kleine Beschädigungen wie Kratzer, Knicke oder Abnutzungsspuren können den Marktwert deutlich reduzieren. Deshalb lagern viele Sammler wertvolle Karten in Schutzhüllen oder lassen sie professionell bewerten und versiegeln. Der Markt für Sammelkarten unterliegt Trends und Sammlerinteressen. Filme, Serien, Videospiele oder Jubiläen können die Nachfrage kurzfristig stark beeinflussen. Ebenso können sinkendes Interesse oder neue Produkte zu Preisrückgängen führen. Wer in Sammelkarten investiert, sollte nur Geld einsetzen, dessen Verlust finanziell verkraftbar wäre.
Die Stiftung Warentest ist diesem Phänomen nachgegangen und gibt Tipps
Profitable Geldanlage oder Verlustgeschäft?
Alte Trading Card Games, Pokémon oder neue Karten wie One Piece: Das Sammeln von Karten und das Spielen damit ist spätestens seit Corona wieder ein verbreitetes Hobby. Das zeigen auch steigende Umsätze der Kartenhersteller. „Wer sich die wachsende Sammelleidenschaft zunutze machen will und Sammelkarten als Investment sieht, muss die Gesetzmäßigkeiten des Marktes verstehen und sich entsprechendes Wissen aneignen. Als Geldanlage empfehlen wir den Handel mit Sammelkarten nicht, da es ein rein spekulatives Geschäft ist“, erklärt Philip Chorzelewski, Experte der Stiftung Warentest.
Drei Faktoren bestimmen maßgeblich den Wert
Zumeist bestimmen drei Faktoren den Wert einer Sammelkarte: das Alter, der Zustand und die Seltenheit. Weitere Faktoren hängen stark vom jeweiligen Spiel ab. Und da wird es riskant für Anleger. Denn sie müssen das Spiel und das Agieren des Spieleverlags genau beobachten, um nicht auf das falsche Pferd zu setzen.
Bei beliebten Spielen wie etwa Magic oder Yu-Gi-Oh ist der Wert zusätzlich abhängig von der Stärke der Karte im Spiel. Wenn Hersteller dann intervenieren und Karten für Turniere verbieten, stürzt der Verkaufswert ab. Ein anderes Beispiel ist das Nachdrucken von Sets oder Karten durch Hersteller, so dass bis dato rare Karten an Wert verlieren.
Eigene Plattformen und Live-Versteigerungen
Gehandelt wird heute zumeist online. Die wichtigste Plattform für den europäischen Raum ist Cardmarket, wo private und professionelle Händler mit Einzelkarten und versiegelten Produkten, wie etwa Booster-Packs, handeln. Booster-Packs sind die Verkaufspackungen der Hersteller, die zumeist neun bis 14 zufällige Karten enthalten. Besonders teure und rare Exemplare werden auf der Plattform aber sehr selten verkauft, dafür gibt es eigene internationale Events. Hobbysammler haben eigene regionale Messenger-Gruppenchats oder nutzen spezielle Kartenläden. Immer populärer werden zudem Live-Versteigerungen über Ebay oder Whatnot.
Weitere Akteure auf dem Sammelkartenmarkt sind sogenannte Scalper. Sie kaufen Karten und Produkte auf, um sie mit Aufschlägen auf dem Sekundärmarkt zu verkaufen. Andere Unternehmen betreiben Grading. Sie können den Wert einer Karte um ein Vielfaches anheben, indem sie Echtheit und Zustand einer Karte prüfen und sie dann versiegeln.
Vorsicht vor gefälschten Karten und manipulierten Booster-Packs
Und auch Betrug ist auf dem Sammelkartenmarkt zu finden. Für Laien sind gefälschte Karten oder Produkte kaum erkennbar. Betrüger manipulieren zudem Booster-Verpackungen, um wertvolle Karten herauszuziehen – und die dann wieder versiegelten Packungen teuer weiter zu verkaufen.
Der gesamte Bericht erscheint in der August-Ausgabe von Stiftung Warentest Finanzen und ab 18. Juli 2026 online unter test.de/sammelkarten.
Quelle: Stiftung Warentest


















