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BUND-Ökotipp zu Ewigkeitschemikalien: PFAS in Pfannen und Airfryern

Bratpfannen und Airfryer (Heißluftfritteuse) haben oft eine Anti-Haft Beschichtung, damit Lebensmittel nicht anbacken. Das Problem: Viele dieser Beschichtungen enthalten PFAS. Diese Ewigkeitschemikalien werden im Küchenbereich oft unter dem Markennamen „Teflon“ eingesetzt oder als „PTFE“ aufgeführt. Einige PFAS werden mit Gesundheitsauswirkungen wie der Schwächung des Immunsystems, der Beeinflussung des Hormonsystems oder sogar Leberschäden und Krebs in Verbindung gebracht.

Janna Kuhlmann, Chemieexpertin beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt, worauf Sie beim Einsatz von Airfryern und Pfannen achten sollten, um PFAS zu vermeiden.

Ewigkeitschemikalien - Pfannen und Airfryer gibt es auch ohne PFAS

Keine Geräte mit zerkratzter Beschichtung verwenden, zu hohe Temperaturen meiden

Janna Kuhlmann: „Die gute Nachricht: Anti-Haft-Beschichtungen mit PFAS sind bei korrekter Verwendung nicht direkt gesundheitsschädlich. Kritisch wird es bei zu hohen Temperaturen oder wenn die Beschichtung beschädigt ist – dann können PFAS freigesetzt und über die Nahrung oder Luft in unseren Körper gelangen. Damit die Schadstoffe nicht in die Umwelt gelangen, gehören Pfannen mit zerkratzter PFAS-Beschichtung in die Restmülltonne, eigentlich sogar in die Sondermüllverbrennung.“

So finden Sie Pfannen und Airfryer ohne PFAS

Gute Alternativen zu PFAS-haltigen Beschichtungen sind längst verfügbar – nicht nur für Pfannen, sondern auch für Airfryer-Körbe, Waffeleisen und ähnliche Geräte.

Gusseiserne Pfannen kommen ganz ohne Beschichtung aus. Ihre Antihaftwirkung entsteht durch eine sogenannte „Patina“ aus eingebranntem Öl. Sie sind langlebig, allerdings auch schwerer und pflegeintensiver.

Wer eine leichtere Pfanne sucht, kann auf Keramikbeschichtungen und andere beschichtungsfreie Oberflächen setzen. Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung: Pfannen müssen ausdrücklich als „PFAS-“ oder „PFC-frei“ ausgewiesen sein. Angaben wie „PFOA-frei“ sind wenig aussagekräftig, da PFOA nur eine einzelne, ohnehin schon verbotene PFAS-Verbindung ist.

Auch bei den Körben von Airfryern gibt es PFAS-freie Varianten, etwa mit Keramikbeschichtung oder Glas-Korb. Zudem lohnt sich ein Blick auf Alternativen: Ein herkömmlicher Backofen mit Heißluftfunktion kann viele Gerichte ebenso knusprig zubereiten.

Im Zweifel bei Herstellern nachfragen

Nicht alle Hersteller kennzeichnen ihre Produkte eindeutig als PFAS-frei. Teilweise finden sich Hinweise nur auf den Webseiten. „Rufen Sie im Zweifel einfach direkt beim Kundenservice an. Oder machen sie eine Giftanfrage direkt mit der ToxFox App. Einfach den Barcode scannen und Giftanfrage abschicken. So werden Hersteller direkt nach PFAS und anderen Schafstoffen in ihren Produkten gefragt – und gleichzeitig steigt der Druck auf mehr Transparenz“.

PFAS aus Antihaft-Beschichtungen gelangen in die Umwelt

Denn PFAS sind nicht nur für uns Menschen potenziell schädlich, sondern selbst bei korrekter Nutzung ein riesiges Umweltproblem. Bereits bei der Herstellung und späteren Entsorgung gelangen die Chemikalien in die Umwelt. Ein Beispiel ist der Chemiepark Gendorf in Bayern, wo über Jahre PFAS für Anti-Haft Beschichtungen produziert wurden. Die Region ist inzwischen so stark belastet, dass die Bevölkerung teilweise kein Blut mehr spenden darf.

„Jedes bisschen PFAS in der Umwelt ist zu viel“, so Kuhlmann. „Die Stoffe bleiben über Jahrhunderte erhalten und gelangen über Luft, Wasser und Nahrung in unsere Körper.“ Auch wenn die Produktion in Gendorf inzwischen eingestellt wurde, dürfe die Problematik nicht einfach ins Ausland verlagert werden.

Hintergrund:

Zur Zeit finalisiert die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) eine Empfehlung für eine Beschränkung der Produktion und Verwendung der Chemikaliengruppe PFAS. Dabei werden alle Anwendungsfälle angeschaut. Es wird bewertet, ob es bereits Alternativen auf dem Markt gibt. Je nach Verfügbarkeit der Alternativen sind unterschiedlich lange Übergangsfristen vorgesehen.

Wenn die EU-Kommission Ende des Jahres die Empfehlung der ECHA erhält, ist es Aufgabe der Kommission, einen Beschränkungsvorschlag den Mitgliedstaaten vorzulegen. Es gibt Befürchtungen, dass sich die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten für pauschale Ausnahmen in der Beschränkung einsetzen werden. Die Industrie fordert zum Beispiel, die ganze PFAS-Untergruppe, die auch in Antihaft-Beschichtungen eingesetzt wird, auszunehmen, oder nur PFAS in Alltagsprodukten zu regulieren. Damit würden die größten Einträge von PFAS in die Umwelt weiter erlaubt bleiben.

Mehr Informationen:

Quelle: Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)

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