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Zecken – die unliebsamen Zeitgenossen werden aktiv

Mit dem nahenden Frühling mit Sonnenschein und steigenden Temperaturen erwachen leider auch die Lebensgeister unliebsamer Zeitgenossen wie Zecken oder anderen stechenden Insekten.

Zecken sind kleine Spinnentiere, die sich vom Blut von Tieren und Menschen ernähren. Besonders aktiv sind sie in den warmen Monaten von Frühjahr bis Herbst. Man findet sie vor allem in Wäldern, hohem Gras, Gärten und Parks. Zecken können Krankheitserreger übertragen.

In Deutschland sind vor allem zwei Erkrankungen relevant: Lyme-Borreliose – eine bakterielle Infektion, die Haut, Nerven und Gelenke betreffen kann und die Frühsommer-Meningoenzephalitis – eine Virusinfektion, die zu Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten führen kann.

Zecken ernähren sich vom Blut von Tieren und Menschen und können Krankheiten übertragen.

Zecken ernähren sich vom Blut von Tieren und Menschen und können Krankheiten übertragen. – Bild von Erik Karits auf Pixabay

(dgk) Zuverlässig Ende Februar bzw. Anfang März erscheinen die neuen Karten mit den Risikolandkreisen und weitere aktuelle Daten des Robert Koch-Institutes (RKI) zu FSME. Und es vergeht kein Jahr, in dem keine Land- oder Stadtkreise mit einem neuen FSME-Risiko gemeldet werden. In diesem Jahr sind es „nur“ zwei: Nordsachsen und Halle an der Saale.

Dies sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich seit Jahren die deutschen FSME-Naturherde, die weitestgehend zusammenhängen, immer mehr ausdehnen. Naturherd bedeutet, dass hier Zecken vorkommen, die das krankheitsauslösende Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in sich haben und beim Stich übertragen. Vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen, dem südlichen Thüringen und Sachsen finden sich solche Gebiete.

Das RKI äußert sich folgendermaßen: „Bemerkenswert ist, dass nach dem ersten sächsischen Risikogebiet im Jahr 2014 aktuell bereits 11 aller 13 sächsischen Kreise Risikogebiete sind.“ Hier sind die Fallzahlen in den vergangenen Jahren dramatisch angestiegen. Der Leiter des Konsiliarlabors am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, Professor Gerhard Dobler, wies bereits vor einigen Jahren in einem Interview mit dem DGK auf dieses Phänomen hin. Dieses zeigt sich im südosteuropäischen Raum mit denselben Entwicklungen, unter anderem in der Schweiz, Österreich, Slowenien und weiteren Staaten. Dobler war schon 2023 davon überzeugt, dass sich in 10 bis 20 Jahren diese beschriebenen Trends bis in den Norden ausdehnen werden. Die bislang nördlichsten Kreise in Deutschland sind Celle und Emsland.

Dennoch spiegelt sich die Entwicklung der Ausbreitung der zeckenübertragenen Viruserkrankung nicht in den Impfquoten wider – auch nicht in den betroffenen Gebieten. Dort sind diese mitunter noch niedriger als in Nicht-Risikogebieten, ausgerechnet zum Beispiel in Bayern (2024: 22,6 Prozent) und Baden-Württemberg (17,2 Prozent), wo nahezu das gesamte Bundesland betroffen ist. In Niedersachsen hingegen, wo bisher lediglich zwei Landkreise als FSME-Risikogebiet eingestuft sind, liegt die Impfquote immerhin bei 25,6 Prozent. Während das Risiko eines schweren FSME-Verlaufs mit zunehmendem Alter steigt, sind paradoxerweise aber Kinder und Jugendliche derzeit am häufigsten durch eine Impfung geschützt, teilt das RKI mit.

Zudem machen Kinder unter 15 Jahren lediglich 5 bis 10 Prozent der FSME-Erkrankten aus, hingegen steigt die Inzidenz bei ab 40-Jährigen deutlich an. Hier besteht offenbar ein großer Aufklärungs- und Beratungsbedarf, um dieses Ungleichgewicht zu verbessern.

Empfohlen ist die Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten Zecken exponiert sind, sei es privat oder beruflich. Dies gilt auch bei Reisen außerhalb Deutschlands. Drei Impfungen sind zur Grundimmunisierung notwendig, die erste Auffrischimpfung soll nach drei Jahren erfolgen. Je nach Alter und verwendetem Impfstoff sind inzwischen für weitere Auffrischimpfungen auch größere Abstände von fünf bis zehn Jahren möglich. Eine fundierte Beratung dazu bekommen Interessierte zum Beispiel in ihrer Hausarztpraxis.

Was ist FSME?

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die regional unterschiedlich häufig durch Zecken übertragen wird.

In der ersten Krankheitsphase treten grippeähnliche Symptome auf. Einige der Betroffenen entwickeln nach einigen symptomfreien Tagen eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), des Gehirns (Enzephalitis) oder des Rückenmarks (Myelitis).

Bei schweren Verläufen besteht insbesondere bei Erwachsenen die Gefahr von bleibenden neurologischen Schäden.

Schwere Krankheitsverläufe werden bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern beobachtet.

Inhaltsquellen:
Epidemiologisches Bulletin 9/2026 
RKI-Faktenblatt FSME-Impfung (Stand Februar 2026) 
RKI FAQs (Stand 26.02.2026)
STIKO-Empfehlungen 2026 

Artikelquelle: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e. V.