Glutenunverträglichkeit – Wenn der Körper auf Gluten reagiert

Die meisten Menschen machen sich überhaupt keine Gedanken über Gluten. Gluten ist ein Protein, das in vielen Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste vorkommt und somit ein ganz normaler Bestandteil Lebensmitteln die aus Getreidemehl hergestellt werden. Doch für immer mehr Menschen wird genau dieses Eiweiß zum großen Problem und Auslöser von gesundheitlichen Beschwerden. Etwa ein Prozent der Weltbevölkerung leidet an Zöliakie, der schwersten Form einer Glutenunverträglichkeit, mit steigender Tendenz.

Glutenunverträglichkeit - Immer mehr Betroffene leiden

Glutenunverträglichkeit – Immer mehr Betroffene leiden – Bild: KI generiert/ChatGPT

Was ist Gluten überhaupt?

Gluten ist ein Klebereiweiß, das auch dafür sorgt, dass etwa ein Teig elastisch wird und Backwaren ihre typische Konsistenz erhalten. Gerade diese Eigenschaft macht Gluten in der Lebensmittelindustrie fast unverzichtbar – für empfindliche Menschen wird es jedoch problematisch. So stehen auch Eltern von betroffenen Kindern stehen vor enormen Herausforderungen in Bezug auf die Ernährungsumstellung.

Typische Beschwerden bei Glutenunverträglichkeit

Die Beschwerden bei Glutenunverträglichkeit entstehen, weil der Körper entweder Gluten nicht richtig verträgt. Die Symptome können unmittelbar nach dem Essen auftreten oder sich über Stunden bis Tage entwickeln und sind oft unspezifisch und daher auch nicht wirklich zuordenbar.

Die häufigsten Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind Magen-Darm-Beschwerden, wie etwa Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe, Blähungen und Völlegefühl, Durchfall oder Verstopfung oder Übelkeit. Dazu gesellen sich aber oft auch körperliche Beschwerden wie starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder Muskel- und Gelenkschmerzen. Manche leiden zusätzlich auch unter erhöhter Reizbarkeit, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen.

Formen der Glutenunverträglichkeit

Nicht jede Reaktion auf Gluten ist gleich. Medizinisch unterscheidet man mehrere Formen:

1. Zöliakie
Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung. Bereits kleinste Mengen Gluten lösen eine Entzündung im Dünndarm aus, wodurch die Darmschleimhaut geschädigt wird. Nährstoffe können schlechter aufgenommen werden. Zöliakie ist nicht heilbar, erfordert aber eine lebenslange strikt glutenfreie Ernährung.

2. Nicht-zöliakische Glutensensitivität
Betroffene reagieren auf Gluten mit Beschwerden, ohne dass Zöliakie oder eine Weizenallergie vorliegt. Die Symptome ähneln oft denen der Zöliakie, sind jedoch meist weniger schwerwiegend. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht.

3. Weizenallergie
Hier reagiert das Immunsystem allergisch auf Bestandteile des Weizens – nicht ausschließlich auf Gluten. Typische Allergiesymptome wie Hautausschlag, Atemprobleme oder Magen-Darm-Beschwerden können auftreten.

Typische Symptome

Die Beschwerden bei Glutenunverträglichkeit sind vielfältig und oft unspezifisch, was die Diagnose erschwert.

Häufige Symptome sind:

  • Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Hautprobleme wie Ekzeme oder Juckreiz
  • Konzentrationsstörungen („Brain Fog“)
  • Gelenk- oder Muskelschmerzen
  • Bei Kindern können zusätzlich Wachstumsstörungen oder Gewichtsprobleme auftreten.

Wie wird Glutenunverträglichkeit diagnostiziert?

Der erste Schritt bei einem Verdacht ist immer der Gang zum Arzt. Wichtig: Vor einer Diagnose sollte Gluten nicht aus der Ernährung gestrichen werden, da dies Testergebnisse verfälschen kann.

Zur Abklärung gehören:

  • Bluttests (Antikörper)
  • ggf. Dünndarmbiopsie (bei Verdacht auf Zöliakie)
  • Ausschlussdiagnostik bei Glutensensitivität
  • Selbsttests oder eigenständige Diäten ohne ärztliche Begleitung sind nicht empfehlenswert.
  • Behandlung: Glutenfrei leben

Die wichtigste Maßnahme ist eine glutenfreie Ernährung. Das bedeutet: Verzicht auf klassische Getreideprodukte – aber nicht auf Genuss.

Glutenfreie Alternativen sind zum Beispiel:

  • Reis, Mais, Hirse
  • Kartoffeln
  • Buchweizen, Quinoa, Amaranth
  • glutenfreie Haferprodukte (zertifiziert)
  • Auch viele frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte sind von Natur aus glutenfrei.

Vorsicht vor verstecktem Gluten

Gluten steckt nicht nur in Brot und Pasta, sondern oft auch in:

  • Fertiggerichten
  • Soßen und Gewürzmischungen
  • Wurstwaren
  • Süßigkeiten

Ein genauerer Blick auf die Lister der verwendeten Zutaten ist daher empfehlenswert. Inzwischen gibt es viele Lebensmittel, die 

Glutenfreie Kost ist mehr als nur ein Ernährungstrend. Für Betroffene ist sie eine echte Herausforderung. Mit der richtigen Diagnose und einer bewussten Ernährung lässt sich der Alltag jedoch gut meistern – und die Lebensqualität deutlich verbessern.

Infobox

Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) ist ein bundesweiter Selbsthilfeverband für Menschen mit Zöliakie und glutenbedingten Erkrankungen. Sie informiert über glutenfreie Ernährung, bietet Beratung, Schulungen und Hilfsmittel und setzt sich für bessere Kennzeichnung und Versorgung Betroffener ein.

Betroffene finden hier Tipps, Hilfe und viele weitere Informationen 

Internet: https://www.dzg-online.de