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09.10.2015   |   Familie & Erziehung

Die Sprachentwicklung von Kindern fördern

Das Erlernen der Sprache ist ein langer und komplexer Prozess, welcher sich in viele einzelne Etappen gliedert und bereits im Mutterleib beginnt. Manche Kinder sprechen ihre ersten Worte bereits mit zehn Monaten, andere erst mit zwei Jahren. Es gibt gewisse physiologische Voraussetzungen, die für eine gesunde Sprachentwicklung unabdingbar sind. Genauso gibt es jedoch auch Faktoren, die die kindliche Sprachentwicklung positiv oder negativ beeinflussen können. Den Eltern als ersten Kommunikationspartnern des Kindes kommt dabei eine zentrale Rolle zu.

Die grundlegenden Voraussetzungen für eine altersgerechte Sprachentwicklung

Die Sprachentwicklung von Kindern sollte von Anfang an gefördert werden - Bild: © Alexandr Vasilyev - Fotolia.com

Die grundlegenden Voraussetzungen für eine altersgerechte Sprachentwicklung

Wie bereits erwähnt, entwickelt jedes Kind seine Fähigkeit zu sprechen, in seinem eigenen Tempo. Eine Übersicht der Meilensteine der Sprach- und Sprechentwicklung von Kindern bis zum fünften Lebensjahr findet sich auf der Seite des Deutschen Bundesverbands für Logopädie.

Zahlreiche physiologische Fertigkeiten sind nötig, damit ein Kind seine Sprache optimal entwickeln kann. Noch wichtiger ist allerdings eine gute Eltern-Kind-Beziehung. Die Eltern sind der allererste Kommunikationspartner des Kindes und es liegt in ihrer Verantwortung, das Kind zum Sprechen anzuregen und es in seiner sprachlichen Entwicklung entsprechend zu fördern. Dazu gehören in erster Linie eine große Portion Liebe, Akzeptanz und Wärme. Aber auch die Physiologie des Kindes spielt eine entscheidende Rolle.

Anbei eine Übersicht der Grundlegenden physiologischen Voraussetzungen zur altersgerechten Sprachentwicklung:

Sprachentwicklung Grafik

Die Förderung von Sprachentwicklung durch Lieder und Reime

Dem Kind etwas vorzusingen oder auch gemeinsam mit ihm zu singen und zu reimen vermittelt authentische Emotionen und wirkt sich sehr fördernd auf die emotionale Eltern-Kind-Bindung aus, so ein themenrelevanter Beitrag von kindergartenpaedagogik.de. Babys und Kleinkinder ziehen aus Liedern und Reimen eine Reihe von Sinneseindrücken, vor allem dann, wenn sie sich zu der Musik bewegen. Außerdem werden Babys und Kleinkinder mit dem Gesang von ihrem Entwicklungsstand abgeholt. Singen fördert die Vernetzung der beiden Gehirnhälften und hat zudem eine beruhigende Wirkung auf Kinder. Oft entwickeln kleine Kinder ganz eigene Melodien, die sie vor sich her singen. Dies fördert die Kreativität, die Phantasie, die Selbstwahrnehmung sowie die Entwicklung des Sprachsinns. Lieder und Reime führen auch zu einer Erweiterung des Wortschatzes, einer verbesserten Aussprache und lehren Kinder, Wörter in ihre Silbenbestandteile aufzubrechen. Lautmalerei und Lautsymbolik spielen für Babys und Kleinkinder eine zentrale Rolle und helfen ihnen, ihre Umwelt in Kategorien einzuordnen. So bezeichnen Kleinkinder zum Beispiel häufig jedes Tier mit vier Beinen und Fell als „Wau-wau“. Wie erwähnt, sind Lieder und Reime besonders einprägsam, wenn sich die Kinder dazu bewegen. Deshalb wird bei dem Konzept der musikalischen Früherziehung auch viel Wert auf Bewegungen im Großen, also beispielsweise Tanzen und im Kleinen, zum Beispiel Fingerspiele, gelegt.

Das Vorlesen von Kinderbüchern fördert die sprachliche Entwicklung ungemein

Das Vorlesen von Kinderbüchern fördert die sprachliche Entwicklung ungemein - Bild: © detailblick-foto - Fotolia.com

Die Förderung der Sprachentwicklung durch Kinderbücher

Bekommen Kinder Kinderbücher vorgelesen, tauchen sie in ferne Welten ab und entdecken jedes Mal neue spannende Abenteuer. Gerade bei Babys und sehr kleinen Kindern geht es beim Vorlesen jedoch weniger um das dabei entstehende Kopfkino, sondern eher um die Stimme der Eltern und ihre Aussprache. Kinder erlernen Sprache durch das Nachahmen von Klangbild, Silben und Tonfolgen.

Das Vorlesen von Büchern und das Anschauen von Bilderbüchern, gerne auch häufig denselben, fördert das kindliche Verstehen von Sinnzusammenhängen und das bereits ab dem zehnten Monat. Wie dem Beitrag „Warum sind Kinderbücher wichtig?“ von greenstories.de entnommen werden kann, fördern Bücher mit Kurzgeschichten bei Kindern ab eineinhalb Jahren den Lehrfortschritt beim Sprechen. Sechsjährige Kinder verfügen im Schnitt über einen Wortschatz von 14.000 Wörtern. Dies bedeutet, dass ein Kind ab dem Tag seiner Geburt etwa sechs bis neun neue Worte am Tag lernt. Kinderbücher vermitteln dem Kind jedoch nicht nur neue Wörter, sondern auch eine korrekte Grammatik. Nur allzu oft verfallen die Eltern gerade bei Babys und Kleinkindern in die Babysprache und bringen ihrem Nachwuchs so ungewollt eine falsche Grammatik bei. Vorlesen ist also immer auch ein gutes Training für Eltern, damit sie sich angewöhnen, langsam, klar und deutlich zu sprechen und einen korrekten Satzbau zu verwenden. Die Geschichten, welche in Kinderbüchern erzählt werden fördern die emotionalen und kognitiven Fähigkeiten des Kindes. Es kann mit den Figuren mitfühlen, wenn diese beispielsweise fröhlich oder traurig sind. So lernt es, Emotionen, auch die eigenen, richtig zu deuten und auch, sie zu artikulieren. Sprechen Eltern mit ihrem Kind über das Gelesene, bieten sie ihm so die Option, auf die Dinge einzugehen, die es beschäftigt und es fühlt sich dadurch bestätigt und ernst genommen. Die neuen Worte, welches es im Prozess des Sprechens über das Gelesene hört, sorgen ebenfalls dafür, dass sich der kindliche Wortschatz erweitert und sich das Verständnis von Sprache und Sinnzusammenhängen verbessert. Nicht zuletzt fördert das Vorlesen die kindliche Konzentrationsfähigkeit enorm, was auch auf den späteren schulischen Erfolg Einfluss nehmen kann.

Die Rolle der modernen Medien bei der kindlichen Sprachentwicklung

Der Fokus vieler Kinder geht weg von klassischen Kinderbüchern und hin zu modernen Medien. Natürlich ist es für Eltern sehr praktisch, das Kind mal vor den Fernseher zu setzen oder ihm das iPad in die Hand zu drücken. Dies sollte allerdings nur in sehr geringem Maß passieren und kann und darf keinesfalls das Vorlesen von Büchern und die aktive Beschäftigung mit dem Kind beziehungsweise seine ungestörten Spielphasen ersetzen. Ein großer Unterschied zwischen Kinderbüchern und modernen Trickserien ist, dass im Kinderbuch die Geschichte als solches im Mittelpunkt steht, in Trickserien jedoch die Hauptcharaktere. Das größte Problem besteht jedoch darin, dass viele, natürlich nicht alle, der modernen Kinderserien ein niederes sprachliches Niveau aufweisen. Oft kommunizieren die computeranimierten Figuren über Laute oder Verniedlichungen von Wörtern und Silben miteinander. So erlernen die Kinder eine falsche Grammatik und Aussprache. Auch die Phantasie regen solche Serien kaum an. Wird ein Buch vorgelesen, erschafft sich das Kind eine eigene Welt in seinem Kopf, in welcher die Handlung spielt. Bei einer Serie ist alles bereits vorgegeben und für Kreativität ist so nur wenig Platz. Zudem passiert in modernen Serien oft sehr viel auf einmal, es gibt schnelle Schnitte und viel zu viele Eindrücke auf einmal, die Farben sind grell und bunt und die Charaktere nicht selten überzeichnet. Dies kann Kinder unruhig machen und überfordern. Grundsätzlich sollten Kinder auch mit modernen Medien nicht allein gelassen werden. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn sich die Eltern zusammen mit dem Kind hinsetzen und eine pädagogisch wertvolle Kinderserie ansehen. Kinder haben ständig Fragen und wollen das Gesehene verstehen. Eltern sollten deshalb an ihrer Seite sein und mit ihnen über das Sprechen, was da auf dem Bildschirm passiert.

Konkrete Tipps zur Förderung der Sprachentwicklung im Alltag

Nach der ganzen Theorie folgen nun noch einige ausgewählte praktische Tipps, wie Eltern die Sprachentwicklung ihres Kleinkindes im Alltag fördern können:

  • Das eigene Handeln kommentieren – Sätze wie „Der Papa holt jetzt die Post aus dem Briefkasten“ oder „Ich mache dir jetzt etwas zu essen“, sind leicht verständlich und das Kind lernt so, wie das, was gerade passiert, benannt wird.

  • Langsam und deutlich sprechen – Eltern sollten sich immer wieder ermahnen, langsam mit ihrem Kind zu sprechen und keine zu komplexen Satzstrukturen zu verwenden, beziehungsweise nicht zu viele Informationen in einen Satz zu packen.

  • Beim Sprechen den Augenkontakt mit dem Kind halten – Mit Kindern sollte nicht aus dem Nachbarzimmer heraus kommuniziert werden. Gerade, wenn das Kind in seinem Spiel versunken ist, sollten sich Eltern auf seine Augenhöhe begeben und es direkt ansprechen.

  • Nicht Verbessern oder für eine falsche Aussprache bestrafen – spricht das Kind etwas falsch aus oder bildet einen Satz falsch, dürfen Eltern nicht mit ihm schimpfen. In diesem Fall sollten die Eltern das Gesagte des Kindes einfach in richtigem Deutsch wiederholen und in ihre Antwort einbauen. Sagt das Kind beispielsweise „Hubsauber da!“ Kann die Mutter entgegnen „Ja, genau, da fliegt ein Hubschrauber.“

  • Das Kind zum Sprechen animieren – Oft wissen Eltern genau, was ein Kind meint, wenn es mit seinen Lippen bestimmte Geräusche formt. Dennoch sollten sie das Kind dazu animieren, sich mit klarten Worten auszudrücken.

 

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