Übergriffe im Chat: Wie schütze ich mein Kind vor Belästigungen?

Berlin, den 26.3.2013. Chatten macht Kindern und Jugendlichen Spaß. Viele Chaträume, die angeblich für Kinder sind, sind jedoch nicht kindgerecht. Kinder werden dabei häufig durch Fremde belästigt. SCHAU HIN! gibt hierzu konkrete Tipps: Worauf können Eltern achten, damit sie ihr Kind vor Übergriffen im Chat schützen? Welche Schritte sind ratsam, wenn es dazu kommt?

Bildquelle „Initiative SCHAU HIN!“

Bildquelle „Initiative SCHAU HIN!“

Chatten ist für viele Kinder und Jugendliche eine spannende und unkomplizierte Form der Kommunikation. Doch viele Chaträume sind nicht kindgerecht, verstoßen gegen den Datenschutz und bieten nicht den nötigen Schutz vor Belästigungen. Häufig geben sich Erwachsene als Kinder aus, um diese zu privaten Chats, Videokonferenzen oder Treffen zu überreden, um sie dort zu belästigen und zum Beispiel zu sexuellen Handlungen aufzufordern. Chatten kann aber ein sicheres Vergnügen für Kinder sein, wenn grundlegende Schutzmaßnahmen beachtet werden. 

Sicher chatten

„Es ist wichtig, dass Eltern die Übersicht behalten, welche Chats ihr Kind besucht und mit wem es sich austauscht. Sinnvoll ist es, gemeinsam mit dem Kind geeignete Angebote auszusuchen“, empfiehlt Susanne Rieschel, Sprecherin des Medienratgebers SCHAU HIN!. Für Kinder sind nur Chats zu empfehlen, über die sie durch geschützte Surfräume gelangen und die von geschulten Moderatoren begleitet werden. An diese sollen sich Kinder wenden, sobald sie sich belästigt fühlen. Keinesfalls sollten Kinder der Aufforderung folgen, den Chat in privaten Räumen oder über andere Anbieter fortzusetzen. Auch ist es ratsam, dass Kinder nicht zu viel von sich preisgeben und nur Chatnamen verwenden, die nichts über ihre Person verraten, wie zum Beispiel Namen oder Alter.

Hilfreich sind Gespräche, in denen Eltern für die Faszination ihres Kindes am Chatten Interesse zeigen, aber deutlich machen, dass sie bei Kontakt mit Fremden stets achtsam sein sollen. Denn man kann nie wissen, wer sich hinter dem Nickname verbirgt. Die Herausgabe persönlicher Daten und Bilder sowie „reale“ Treffen mit Chat-Partnern ohne Begleitung sind absolut tabu. Wichtig ist gleichzeitig, dass Eltern ihrem Kind vermitteln, dass es sich jederzeit an sie wenden kann, sobald es im Chat belästigt wird und es kein generelles Chat-Verbot fürchten muss. Schließlich liegt das Vergehen klar bei der belästigenden Person, nicht beim Kind oder Jugendlichen.

Was tun bei Belästigungen?

In fast allen Chats gibt es Möglichkeiten, sich unangenehmer Chatter zu erwehren. „Eltern können  ihr Kind dafür sensibilisieren, unangenehme Dialoge sofort zu beenden und den Chat zu verlassen. Über die Ignorier-Funktion ist es möglich, weitere Beiträge von Störern auszublenden“, empfiehlt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. Zudem verfügen viele Chatrooms über einen Hilfe-Button, den Kinder nutzen sollten. Es ist wichtig, dass Eltern Belästigungen durch einen Screenshot dokumentieren und sofort dem Chatbetreiber melden sowie ihrem Kind helfen, schockierende Erlebnisse zu verarbeiten. Bei schwerwiegenden Fällen bietet sich psychologische Hilfe an. Zudem können sich Eltern damit an eine Beratungsstelle vor Ort oder die Polizei wenden.

Tipps

Sichere Chats für Kinder finden Eltern zum Beispiel auf: www.seitenstark.de/chatwww.kindernetz.de,www.tivi.dewww.kindersache.dewww.helles-koepfchen.de/forum (alle ab 8 Jahren) und www.mein-kika.de/chat (ab 10 Jahren). Über geschützte Surfräume wie den KinderServer (www.kinderserver-info.de) gelangen Kinder auf sichere Chats. Tipps zum sicheren Chatten und einen Netzwerk-Atlas bietet SCHAU HIN! hier.  Hinweise erhalten Eltern auch unter www.chatten-ohne-risiko.net oder unter www.jugendschutz.net. 

Hilfe und Beratung bei Belästigungen erhalten Kinder, Jugendliche und Eltern bei der Nummer gegen Kummer e.V., ein telefonisches und kostenfreies Beratungsangebot (Kinder- und Jugendtelefon: 0800-1110333, Hotline für Eltern: 0800-1110550) oder bei der Polizei (www.polizei-beratung.de). Verstöße können sie auch dem Zentrum für Kinderschutz im Internet (www.i-kiz.de) melden. Weitere Unterstützung bieten die Aktion „Missbrauch verhindern!“ (www.missbrauch-verhindern.de) sowie die Initiative Zartbitter (www.zartbitter.de).

Quelle: Initiative “SCHAU HIN!”- www.schau-hin.info

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