Start / Spiel & Spass / Drachensteigen: Regeln, Gesetze und Gefahren – was Eltern wissen sollten

Drachensteigen: Regeln, Gesetze und Gefahren – was Eltern wissen sollten

Wenn im Herbst die ersten kräftigen Winde über Wiesen und Felder ziehen, beginnt die Zeit für Drachen und Lenkdrachen. Für Kinder ist Drachensteigen ein großer Spaß und eine schöne Beschäftigung an der frischen Luft. Doch ganz ungefährlich ist das Hobby nicht. Neben Stromleitungen, Straßen und Gewässern können auch Gewitter und der Luftverkehr zum Problem werden.

Auch rechtlich gibt es in Deutschland einige Regeln zu beachten.

Drachensteigen: Gesetze, Gefahren und wichtige Tipps

Darf man überall einen Drachen steigen lassen?

Nein. Das Drachensteigen unterliegt in Deutschland unter anderem den Regelungen der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO).

Besonders wichtig: Ein Drachen darf grundsätzlich nur mit einem Halteseil von höchstens 100 Metern Länge ohne entsprechende Erlaubnis betrieben werden. Für Drachen mit einem längeren Seil ist eine Erlaubnis der zuständigen Luftfahrtbehörde erforderlich.

Außerdem ist das Steigenlassen von Drachen in weniger als 1,5 Kilometern Entfernung von der Begrenzung eines Flugplatzes grundsätzlich verboten. Die zuständige Luftfahrtbehörde kann allerdings Ausnahmen zulassen.

Das ist besonders wichtig, weil ein Drachen mit seinem langen Seil für tief fliegende Luftfahrzeuge eine Gefahr darstellen kann.

Abstand zu Flughäfen und Flugplätzen beachten

Vor dem Drachensteigen sollte deshalb geprüft werden, ob sich in der Nähe ein Flugplatz, Flughafen oder eine entsprechende Flugverkehrseinrichtung befindet.

Auch wenn ein Feld auf den ersten Blick ideal erscheint, kann die Nähe zu einem Flugplatz das Drachensteigen einschränken.

Wer unsicher ist, sollte sich bei der örtlich zuständigen Luftfahrtbehörde informieren.

Vorsicht vor Stromleitungen

Eine der größten Gefahren beim Drachensteigen sind Freileitungen.

Gerät die Drachenschnur in eine Stromleitung, kann der Strom über die Schnur oder den Drachen auf die Person übergehen. Das kann lebensgefährliche Stromschläge verursachen.

Deshalb gilt:

Drachen niemals in der Nähe von Stromleitungen steigen lassen.

Auch wenn die Schnur zunächst ausreichend weit entfernt erscheint, können Windböen den Drachen plötzlich in Richtung der Leitungen treiben.

Besonders problematisch sind außerdem Metallschnüre oder leitfähige Materialien.

Nicht in der Nähe von Straßen steigen lassen

Drachen sollten grundsätzlich nur auf großen, übersichtlichen Flächen steigen.

Ungeeignet sind beispielsweise:

  • Straßen und deren unmittelbare Umgebung
  • Bahnstrecken
  • Hochspannungsleitungen
  • dicht bebaute Bereiche
  • stark frequentierte Plätze
  • Flughafennähe
  • Bereiche mit vielen Bäumen oder Hindernissen

Ein plötzlich abstürzender oder davonfliegender Drachen kann andere Menschen erschrecken oder gefährden.

Gewitter: Drachen sofort einholen

Bei Gewitter gehört der Drachen unverzüglich auf den Boden.

Ein Drachen und insbesondere eine lange Schnur können bei Gewitter ein erhebliches Risiko darstellen. Wer einen Drachen bei aufziehendem Gewitter steigen lässt, sollte deshalb nicht darauf warten, dass der erste Blitz unmittelbar in der Nähe einschlägt.

Drachensteigen und Gewitter gehören nicht zusammen.

Auch bei starkem Wind sollte das Spiel beendet werden. Starke Böen können den Drachen unkontrollierbar machen und insbesondere kleinere Kinder aus dem Gleichgewicht bringen.

Kinder beim Drachensteigen nicht allein lassen

Für Kinder ist ein großer Drachen bei kräftigem Wind unter Umständen überraschend schwer zu kontrollieren.

Eltern sollten deshalb auf die Größe des Drachens, die Windstärke und das Alter des Kindes achten. Besonders bei Lenkdrachen können erhebliche Zugkräfte entstehen.

Wichtig ist außerdem, dass Kinder nicht rückwärts laufen, während sie ausschließlich auf den Drachen schauen. Schnell können dabei Löcher, Zäune, Straßen oder andere Hindernisse übersehen werden.

Was tun, wenn der Drachen in einer Stromleitung landet?

Nicht zum Drachen oder zur Schnur gehen und keinesfalls versuchen, den Drachen selbst zu entfernen.

Auch eine vermeintlich nicht beschädigte Stromleitung kann gefährlich sein. Abstand halten und gegebenenfalls den Netzbetreiber beziehungsweise bei akuter Gefahr den Notruf verständigen.

Kinder sollten ausdrücklich wissen: Eine Drachenschnur, die eine Stromleitung berührt, wird nicht angefasst.

Checkliste: Sicher Drachen steigen lassen

Vor dem Start sollten Eltern und Kinder kurz prüfen:

☑ Große, freie Fläche auswählen

☑ Ausreichend Abstand zu Stromleitungen halten

☑ Nicht in der Nähe von Straßen und Bahnstrecken starten

☑ Abstand zu Flugplätzen beachten

☑ Seillänge von maximal 100 Metern berücksichtigen

☑ Wettervorhersage prüfen

☑ Bei Gewitter sofort einholen

☑ Bei starkem Wind das Drachensteigen beenden

☑ Kinder beim Start und bei starkem Wind beaufsichtigen

☑ Niemals einer davongeflogenen Schnur oder einem Drachen auf die Straße folgen

Fazit

Drachensteigen ist ein riesen Spaß für Klein und Groß – wenn der richtige Ort gewählt und auf das Wetter geachtet wird. Besonders Stromleitungen und Flugplätze sollten unbedingt gemieden werden. Außerdem ist in Deutschland die 100-Meter-Grenze für die Länge des Halteseils relevant: Wird ein Drachen mit einem längeren Seil gehalten, ist eine behördliche Erlaubnis erforderlich.

Mit einer ausreichend großen freien Fläche, einem geeigneten Drachen und etwas Rücksicht steht dem sicheren Herbstspaß nichts im Weg.

 

 

Schon gewusst?? – Ursprung der Drachen

Der Ursprung der Drachen ist heute nur noch sehr schwer feststellbar. Es gibt Hinweise, dass die Drachen bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. erfunden wurden. Die erste geschichtliche Erwähnung von Drachen als Flugobjekt stammt aus dem China des 5. Jahrhunderts v. Chr. Jüngste Funde im indonesischen Raum lassen jedoch die Möglichkeit offen, dass Drachen als Flugobjekt noch wesentlich älter sein könnten.

Die Römer ließen zu besonderen Anlässen wie militärischen Siegen oder Volksfesten bunt verzierte Windsäcke fliegen. Die „echten“ Drachen kamen aber erst im 16. Jahrhundert über holländische, portugiesische und englische Kaufleute nach Europa, die Handel mit Fernost betrieben.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren die Drachen schließlich als Kinderspielzeug im ganzen Westen verbreitet.

Ein Drachen bezieht seine Auftriebsenergie aus dem Wind, der über die Segelfläche gelenkt wird. Er fängt den Wind nicht ein wie ein Fallschirm, sondern er leitet den Wind über seine Auftriebsflächen und legt sich auf die Strömung oder lässt sich vom Unterdruck über der Segelfläche emporziehen. Dazu muss ein Drachen eine Strömungsrichtung definieren und sich in die geeignete Richtung in den Wind drehen. Kastendrachen erreichen dies mit den senkrechten Flächen des Kastens, die den Drachen in die Richtung mit dem kleinsten Widerstand rücken. Flachdrachen leiten die Windströmung von der Mitte nach außen ab, indem sie sich im Winddruck beugen, also die äußeren Segelspitzen nach hinten biegen. Um auch bei geringen Windgeschwindigkeiten stabile Fluglagen zu erzielen, ist in der Regel das Quergestänge bereits gewinkelt angebracht.

  • Quelle: http://de.wikipedia.org

 

 

Markiert:

WhatsApp Kanal

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal und erhalte aktuelle Rückrufe, wichtige Verbraucherwarnungen und interessante Infos direkt auf dein Smartphone.

Jetzt abonnieren >>

Neue Artikel