Nuss-Nougat-Creme gehört für viele Familien zum Frühstück. Doch die süßen Brotaufstriche enthalten häufig viel Zucker und Fett und sind deshalb eher als Süßigkeit und weniger als täglicher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung zu sehen.
Neben Haselnüssen bestehen nämlich viele Produkte vor allem aus Zucker und pflanzlichen Fetten. Je nach Rezeptur können außerdem Kakao, Magermilchpulver oder weitere Zutaten enthalten sein. Wer auf Allergien achten muss, sollte die Zutatenliste und Allergenkennzeichnung genau prüfen.
Tipp: Ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich. Unterschiede beim Zucker- und Fettgehalt können je nach Produkt erheblich sein. Als Alternative für den Familienalltag können beispielsweise Nussmus ohne Zuckerzusatz oder ein selbst zubereiteter Nussaufstrich interessant sein.
Wie gut die Brotaufstriche sind, hat nun auch die Stiftung Warentest untersucht.
Zwei sind besser als Nutella
Im April schwebte ein Glas Nutella durch die Orion-Kapsel der Mondmission Artemis 2 – ein viraler Werbemoment. Im aktuellen Test der Stiftung Warentest von 18 Nuss-Nougat-Cremes ging es nicht ganz so hoch hinaus: Der Marktführer landet auf Platz drei – hinter einer Discounter-Eigenmarke und einer Manufaktur-Creme aus Thüringen. Insgesamt wurden zwei Drittel der Schokocremes mit Gut bewertet. Ein zuckerreduziertes Produkt ist das Schlusslicht.
Von den 18 Cremes im Test schnitten zwölf insgesamt gut ab, vier erhielten ein Befriedigend und zwei ein Ausreichend. „Die meisten Nuss-Nougat-Cremes überzeugen geschmacklich, drei riechen und schmecken sogar sehr gut. In den Aufstrichen stecken jedoch viel Zucker, Fett und Kalorien“, weiß Sara Waldau, Ernährungsexpertin der Stiftung Warentest.
Cremes von Discounter und Manufaktur vorne
Testsieger sind eine Discounter-Eigenmarke und die vegane Creme einer Manufaktur. Letztere ist eine dunkle Haselnuss-Creme und überzeugt mit der Bestnote 1,0 im sensorischen Urteil – aromatisch, kräftig nach Haselnuss, mit deutlicher Röstnote. Sie hat einen Nussanteil von mehr als 50 Prozent – der höchste im Test. Mit 5,94 Euro pro 100 Gramm ist sie allerdings auch mit Abstand die teuerste. Preislich deutlich günstiger, aber sensorisch ebenfalls auf hohem Niveau (Note 1,5): die Discounter-Creme für nur 0,50 Euro pro 100 Gramm.
„Die Nuss-Nougat-Creme aus der Manufaktur enthält nicht nur besonders viele Haselnüsse, sie kommt auch mit weniger Zucker aus als die anderen Cremes im Test”, sagt Sara Waldau. „Sie hat aber ihren Preis. Wer weniger ausgeben möchte, macht beim zweiten Testsieger vom Discounter kaum geschmackliche Abstriche.“
Nutella erreicht im sensorischen Urteil ebenfalls die Note 1,5, muss sich aber unter anderem wegen schlechterer Nährwerte – mit 57 Prozent hat sie den höchsten Zuckeranteil unter allen 18 Cremes im Test – knapp geschlagen geben. Der Nussanteil liegt bei Nutella wie bei dem Testsieger des Discounters bei 13 Prozent.
Zuckerreduziert, aber kein Genuss
Deutlichster Ausreißer nach unten: das zuckerreduzierte Produkt von Ahead. Es enthält 42 Prozent des Zuckeralkohols Maltit, der ab einer gewissen Menge abführend wirken kann. In der Verkostung fiel die kräftige, alleinstehende Süße der Creme negativ auf. Außerdem ist das Produkt mit aromatischen Mineralölbestandteilen (Moah) belastet – der Gehalt liegt knapp unterhalb des Orientierungswerts. Moah gelten als möglicherweise krebserregend.
Süßigkeit bleibt Süßigkeit
Trotz guter Gesamttestergebnisse empfiehlt die Stiftung Warentest nur mäßigen Schoko-Genuss: Klassische Nuss-Nougat-Cremes bestehen zu etwa einem Drittel aus Fett und circa zur Hälfte aus Zucker. In 20 Gramm – eine typische Portion – stecken beispielsweise bei Nutella umgerechnet fast vier Stück Würfelzucker. „Wer sich morgens Nuss-Nougat-Creme aufs Frühstücksbrot schmiert, sollte daran denken: Das ist eine Süßigkeit“, betont Sara Waldau.
Nuss-Nougat-Creme nachhaltig einkaufen
Jede Nuss-Nougat-Creme enthält Haselnüsse und Kakao, jede zweite im Test auch Palmöl. Alle drei sind als Zutaten aus Nachhaltigkeitssicht kritisch. Beim Einkauf können Verbraucherinnen und Verbraucher auf Siegel wie Hand in Hand und Fairtrade achten – oder Bio-Produkte wählen. Für Bio-Nuss-Nougat-Creme müssen mindestens 95 Prozent der Zutaten ökologisch erzeugt sein.
Im Test waren Markenprodukte und Eigenmarken des Handels, darunter sechs Bio- und fünf vegane Varianten sowie neun palmölfreie Cremes. Ein Produkt kommt aus einer Schokoladenmanufaktur, ein weiteres ist eine zuckerreduzierte Schokocreme. Für das Gesamturteil zählte vor allem der Geschmack: Das sensorische Urteil, ermittelt in einer anonymisierten Verkostung durch geschulte Fachleute, machte 45 Prozent der Note aus. Außerdem wurde auf Schadstoffe und Keime getestet und der Nährstoffgehalt sowie die Angaben auf der Verpackung genau geprüft.
Anzeige: Der ausführliche Test erscheint in der September-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und unter test.de/nussnougatcreme.
Quelle: Stiftung Warentest
















