Verkehrsunterricht ist ein zentraler Bestandteil der frühen Bildung und kann im Ernstfall Leben retten. Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, da sie Entfernungen und Geschwindigkeiten oft noch nicht richtig einschätzen können. Umso wichtiger ist es, sie frühzeitig an Regeln und sicheres Verhalten heranzuführen. Auch Eltern spielen eine wichtige Rolle. Kinder lernen durch Nachahmung – wer sich selbst an Regeln hält, vermittelt automatisch Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein.
Warum Verkehrserziehung so wichtig ist
Durch gezielten Verkehrsunterricht lernen Kinder:
- Verkehrsregeln verstehen und anwenden
- Gefahren frühzeitig erkennen
- sich sicher als Fußgänger oder Radfahrer zu bewegen
Gerade der Schulweg stellt für viele Kinder die erste große Herausforderung im Straßenverkehr dar.
Lernen durch Praxis
Neben der Theorie ist vor allem das praktische Üben entscheidend. Dazu gehören:
- richtiges Verhalten an Ampeln und Zebrastreifen
- sicheres Überqueren von Straßen
- Aufmerksamkeit im Straßenverkehr
Viele Schulen arbeiten dabei eng mit Polizei oder Verkehrswachten zusammen.
Deutsche Verkehrswacht unterstützt Forderung von Lehrkräften nach mehr Angeboten in der Mobilitätsbildung
Verkehrsunterricht rettet Leben
Laut einer Online-Umfrage der ADAC Stiftung kritisieren viele Lehrerinnen und Lehrer die mangelnden Fähigkeiten von Kindern, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Demnach sei jedes zweite Kind zu unaufmerksam und mehr als jedes Dritte reagiere in entscheidenden Momenten falsch. Die befragten Lehrkräfte wünschen sich darum deutlich mehr Unterrichtstunden für die Mobilitätsbildung und bestätigen damit zentrale Forderungen der Deutschen Verkehrswacht (DVW). Um dem wachsenden Bedarf entgegenzukommen, engagiert sich die DVW seit Jahren für einen Ausbau der schulischen Verkehrserziehung, wie Verkehrswacht-Präsidentin Kirsten Lühmann unterstreicht: „Immer mehr Kinder zeigen motorische Defizite, während die Anforderungen an die sichere Verkehrsteilnahme wachsen. Das können wir mit unseren außerschulischen Projekten und Aktionen nicht auffangen. Wir müssen nicht nur Eltern wieder stärker einbinden, sondern vor allem ein lückenloses Angebot in der schulischen Mobilitätserziehung schaffen. Verkehrsunterricht rettet Leben!“
Das Verkehrserziehungs-Programm der DVW setzt bereits in der Kita an und führt sich durch die Grundschule bis zur Radfahrausbildung in der 3. und 4. Klasse fort. Im Sekundarbereich passiert jedoch zu wenig, weshalb sich die DVW seit einigen Jahren für ein verpflichtendes Radfahrtraining in weiterführenden Schulen einsetzt. Damit reagierte der Verband auf die hohen Unfallzahlen in der Altersgruppe und entspricht laut Umfrage ebenfalls dem Wunsch von Lehrkräften. Kirsten Lühmann sieht hier vor allem in der Umsetzung große Herausforderungen: „Die Notwendigkeit für Mobilitätserziehung stellt niemand in Frage und geeignete Materialien haben wir auch. Es wird nur zu wenig umgesetzt. Das ist auch ein Ressourcenproblem, denn den Schulen fehlt es an Zeit und Personal. Wir müssen der Mobilitätsbildung mehr Priorität in der Wissensvermittlung geben und außerschulische Partner einbeziehen. Das wünscht sich auch fast die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer. Die Verkehrswacht kann das.“
Jahresthema Schulwegsicherheit
Viele Verkehrswachten engagieren sich vor Ort seit vielen Jahren erfolgreich in der Schulwegsicherheit und unterstützen Lehrkräfte und Eltern bei der Verkehrserziehung oder vermitteln Kindern Grundlagen selbstbestimmter Mobilität. Darum hat sich die DVW für 2026 „Sicher zur Schule“ verbandsweit als Jahresthema gegeben. Ziel ist es, die vielfältigen Projekte und Aktionen sichtbarer zu machen und die Mobilitätserziehung wieder in den Fokus zu rücken. Eingesetzt werden dabei auch die umfangreichen Materialien der Verkehrswacht und des Verkehrswacht-Verlags VMS.
Quelle: Deutsche Verkehrswacht



















