Rückruf: Mercedes EQA/EQB – Brandgefahr bei Hochvoltbatterien
Der deutsche Automobilhersteller Mercedes-Benz steht aktuell vor einem sicherheitsrelevanten Problem bei bestimmten Elektrofahrzeugen. In einigen Fällen kann es offenbar zu einer unerwarteten Überhitzung der Batterie kommen – ein Szenario, das im schlimmsten Fall zu einem Brand führen kann. Betroffen sind die Hochvoltbatterien der Modelle EQA und EQB. Nun folgt der nächste Rückruf unter der KBA-Referenznummer 16136R.
Betroffene Fahrzeuge dürfen bis zum Austausch der Hochvoltbatterie nicht mehr über 80 Prozent geladen und nur noch im Freien geparkt werden.
Den ersten verpflichtenden Rückruf des KBA mit der Referenznummer 14775R für EQA/EQB wegen Brandgefahr mit dem Hersteller-Code 5496507 erhielten Fahrzeughalter:innen bereits im Februar 2025. Mit einem Softwareupdate sollte das Problem behoben werden. Im Dezember 2025 wurden die Fahrzeuge erneut in die Werkstätten geholt. Seither gilt für Halter:innen die 80 Prozent Regel beim Laden.
Nun sollen die Hochvoltbatterien ausgetauscht werden, das berichtete der SWR Marktcheck am 27. Januar 2026.
Welche Fahrzeuge sind betroffen?
Mercedes hat in betroffenen Fällen die Fahrzeugserien mit bestimmten Hochvoltbatteriehärten, -chargen oder Produktionszeiträumen identifiziert. Eine offizielle Liste der betroffenen Modelljahre, Batterievarianten und Chargennummern wird in der Regel direkt durch Mercedes oder über die Zulassungs- und Rückrufdatenbanken bekanntgegeben. Fahrzeughalter erhalten entsprechende Schreiben.
Informationen der KBA Rückrufdatenbank
Hersteller-Rückrufcode: 4794004
Marke: MERCEDES-BENZ
Modelle: EQB, EQA
Produktionszeitraum: 20.02.2021 – 30.07.2024
Rückrufcode des Herstellers: 4794004
Mangelbeschreibung
Kurzschluss in der Hochvolt-Batterie kann zum Brand führen.
Maßnahme
Austausch der Hochvolt-Batterie (sobald die Ersatzteile zur Verfügung stehen). Bis zum Austausch die Batterie nicht über 80% laden und das Fahrzeug ausschließlich im Freien parken.
Potentiell betroffene Fahrzeuge
Weltweit: 51.729
Deutschlandweit: 4.677
Rückruf wird vom KBA unter der KBA-Referenznummer 16136R überwacht.
Wichtig für Fahrzeughalter:innen
Betroffene Fahrzeughalter:innen sollten sich auch mit ihrer KFZ-Versicherung in Verbindung setzen, denn nicht wenige Policen berechnen die Prämien auch unter Einbeziehung des Abstellortes. Kund:innen , welche bereits Klage gegen Mercedes eingereicht haben oder dies noch vorhaben, sollten alles dokumentieren.
Warum ist das gefährlich?
Hochvoltbatterien bestehen aus vielen miteinander verbundenen Lithium-Ionen-Zellen. Diese sind zwar leistungsstark und ermöglichen emissionsfreies Fahren, reagieren aber empfindlich auf Produktionsfehler, Beschädigungen oder unzureichende Isolierung. Wenn eine Zelle überhitzt, kann es zu einer thermischen Reaktion (Thermal Runaway) kommen – ein Prozess, bei dem sich die Überhitzung weiter verstärkt und sich schnell auf weitere Zellen ausbreitet. Dadurch können Funken, Rauch oder im schlimmsten Fall ein offener Brand entstehen.
Welche Maßnahmen empfiehlt Mercedes?
Mercedes empfiehlt den betroffenen Eigentümern:
- Sofortige Kontaktaufnahme mit dem Händler oder einer Vertragswerkstatt
Dort kann geprüft werden, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist. - Software-Updates und Batteriechecks durchführen lassen
In vielen Fällen lassen sich Probleme durch ein Update oder eine Kalibrierung der Batterieelektronik entschärfen. - Bei Verdacht auf Unregelmäßigkeiten das Fahrzeug nicht weiter nutzen
Insbesondere bei starken Warnsignalen sollte das Fahrzeug nicht mehr gefahren werden, bis eine fachgerechte Überprüfung stattgefunden hat.
Was unternimmt Mercedes?
Mercedes hat am 6. Februar 2026 den vom KBA überwachten Rückruf 16136R gestartet. Dazu gehören:
- Überprüfung und gegebenenfalls Austausch von Batteriekomponenten
- Kostenfreie Updates oder Reparaturen
- Direkte Information der betroffenen Fahrzeughalter
Ziel dieser Maßnahmen ist es, potenzielle Risiken auszuschließen und die Sicherheit der Fahrzeuge langfristig zu gewährleisten.
Fazit
Brandgefährdete Hochvoltbatterien sind ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko, das nicht ignoriert werden darf.



