ÖKO-TEST Kräuter der Provence – Pestizid-Cocktails und Mineralöl
Kräuter der Provence sind eine aromatische Gewürzmischung aus der französischen Küche. Typischerweise enthalten sie unter anderem Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran und Bohnenkraut, teilweise ergänzt durch Lavendelblüten. Die Mischung verleiht Gerichten eine würzige, leicht herbe und sonnige Note. Besonders gut passen Kräuter der Provence zu Grillgemüse, Ofenkartoffeln, Fleisch- und Fischgerichten sowie zu mediterranen Saucen und Eintöpfen. Auch Tomatengerichte und Ratatouille profitieren vom intensiven Aroma.
Am besten werden die Kräuter während des Garens hinzugefügt, damit sie ihr volles Aroma entfalten können. Trocken und lichtgeschützt gelagert bleiben sie lange haltbar und sorgen jederzeit für ein Stück Südfrankreich in der Küche. Aber wie gut sind diese Gewürzmischungen wirklich? ÖKO-TEST hat nun 23 Mischungen aus getrockneten Kräutern und anderen Gewürzen mit der Bezeichnung „Kräuter der Provence“ getestet und bedenkliche Stoffe gefunden.
Pestizid-Cocktails und Mineralöl in Kräutern der Provence
Kräuter der Provence geben Gerichten eine mediterrane Note. Auf den Tellern landet allerdings noch mehr: Alle getesteten Kräutermischungen sind laut ÖKO-TEST mit Mineralölbestandteilen belastet. In einigen stecken zudem ganze Pestizid-Cocktails. Nur fünf Gewürzmischungen sind „gut“.
ÖKO-TEST hat 23 Mischungen aus getrockneten Kräutern und anderen Gewürzen mit der Bezeichnung „Kräuter der Provence“ getestet, darunter neun Bio-Produkte. Sieben Produkte fallen durch, nur fünf erhalten grünes Licht. Die Verbraucherschützer kritisieren vor allem Mineralöl- und Pestizidrückstände.
In allen Produkten im Test hat das von ÖKO-TEST beauftragte Labor Verunreinigungen mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) nachgewiesen, die ÖKO-TEST als „erhöht“ oder „stark erhöht“ einstuft. MOSH sind eine Gruppe von Verbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe, in Leber, Milz oder Lymphknoten anreichern und als eine der größten Verunreinigungen im menschlichen Körper gelten. Was sie dort anrichten, ist noch unklar.
Daneben stecken in sämtlichen Kräuter- und Gewürzmischungen aus konventionellem Anbau Spuren von mindestens zwei unterschiedlichen Spritzmitteln. Den Rekord halten dabei die Kräuter der Marke Ankerkraut mit einem Pestizid-Cocktail aus zehn Pestizid-Spuren. Solche Mehrfachbelastungen sieht ÖKO-TEST kritisch, da die Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Wirkstoffen noch nicht ausreichend erforscht sind. Es steht beispielsweise ein möglicher Zusammenhang mit Parkinson im Raum. Unter den gefundenen Pestiziden im Test befinden sich auch solche, die ÖKO-TEST als „besonders bedenklich“ einordnet, weil sie unter Krebsverdacht stehen oder als wahrscheinlich reproduktionstoxisch beim Menschen eingestuft sind.
Gemeinsam mit den Kania Kräuter der Provence erhält das getestete Ankerkraut-Produkt das Testurteil „ungenügend“. Fünf Kräutermischungen aus biologischem Anbau kann ÖKO-TEST mit der Note „gut“ empfehlen.
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