Umfrage: Große Mehrheit befürwortet Altersgrenze für Energydrinks

Energy-Drinks sind beliebt und gelten als schneller Muntermacher. Aber es gibt auch gesundheitliche Risiken – besonders bei regelmäßigem oder übermäßigem Konsum. Hauptproblem ist der hohe Koffeingehalt, der häufig mit Zucker, Taurin und weiteren Stimulanzien kombiniert wird. Besonders gefährdet sind Kinder, Jugendliche, Schwangere sowie Menschen mit Herz- oder Kreislauferkrankungen.

Energydrinks - Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche

foodwatch Umfrage
Große Mehrheit befürwortet Altersgrenze für Energydrinks

Eine deutliche Mehrheit der Bürger:innen spricht sich für ein gesetzliche Altersbeschränkung beim Verkauf von Energydrinks aus. Laut einer repräsentativen Umfrage von Forsa im Auftrag von foodwatch fordern 87 Prozent der Befragten ein Mindestalter für den Verkauf der koffeinhaltigen Getränke. Knapp die Hälfte befürwortet eine Altersgrenze von 16 Jahren, ein Drittel von 18 Jahren. foodwatch forderte Bundesfamilienministerin Karin Prien auf, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen und eine gesetzliche Altersbeschränkung einzuführen. Der CDU-Landesverband Schleswig-Holstein, dessen stellvertretende Vorsitzende Karin Prien ist, hatte sich im Herbst für eine Altersgrenze ausgesprochen.

„Die große Mehrheit der Bürger:innen ist sich einig: Junge Menschen müssen besser vor den Gefahren der aufputschenden Getränke geschützt werden – nur die Bundesregierung stellt sich seit Jahren taub. Während andere Länder längst zum Schutz der Kinder aktiv werden, ist Deutschland die Kindergesundheit offenbar nicht so wichtig – trotz eindringlicher Warnungen von Ärzt:innen”, sagte Dr. Rebekka Siegmann von foodwatch. „Bundesfamilienministerin Karin Prien hat sich bereits für eine Altersgrenze für Energydrinks ausgesprochen, jetzt muss sie einen Gesetzesvorschlag vorlegen!” Polen, Lettland, Litauen, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und kürzlich auch Norwegen haben bereits Altersgrenzen für den Verkauf der umstrittenen Getränke eingeführt, England hat sie angekündigt.

Ärzt:innen und Verbraucherverbände warnen seit Jahren vor den gesundheitlichen Folgen der koffeinhaltigen Getränke für Kinder und Jugendliche. Bei hohem Konsum drohen Herzrhythmusstörungen, Angstzustände und Konzentrationsprobleme. Im September hat sich der CDU-Landesverband Schleswig-Holstein gemeinsam mit Familienministerin Karin Prien in der sogenannten Rendsburger Erklärung für den Verkauf von Energy-Drinks erst ab 16 Jahren ausgesprochen.

Durch den süßen Geschmack und gezieltes Marketing sind Energydrinks besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt. 68 Prozent der Jugendlichen in der EU trinken regelmäßig Energydrinks, 17 Prozent der jungen Konsument:innen in Deutschland trinken mehr als einen Liter auf einmal. Und das, obwohl ein:e Jugendliche:r mit 50 Kilogramm Körpergewicht die maximal empfohlene Menge Koffein pro Tag schon mit einer handelsüblichen Halbliterdose überschreitet. Besondere Risiken bestehen, wenn die Getränke im Zusammenhang mit Sport oder Alkohol konsumiert werden.

Forsa befragte zwischen dem 8. und 10. Dezember 2025 insgesamt 1.005 Bürger:innen ab 14 Jahren.

Quellen und weiterführende Informationen:

 

Quelle: foodwatch e.V.