Wenn draußen die Temperaturen sinken, beginnt in vielen Haushalten wieder die Heizsaison, zu allem Übel steigen derweil die Heizöl- und Gaspreise jeden Tag noch höher. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten stellt sich dann die Frage, wie lassen sich Heizkosten reduzieren und worauf beim Lüften geachtet werden muss.
Richtiges Heizen ist dabei mehr als nur eine Frage der Raumtemperatur. Wer Heizkörper sinnvoll nutzt, regelmäßig lüftet und die Wohnung nicht unnötig auskühlen lässt, kann Energie sparen und gleichzeitig ein angenehmes Raumklima schaffen.
Wann beginnt die Heizsaison?
Einen bundesweit einheitlichen Termin für den Beginn der Heizsaison gibt es nicht. Entscheidend sind vor allem die Außentemperaturen und die Bedingungen im Gebäude.
Traditionell wird häufig der Zeitraum von Oktober bis April als Heizperiode betrachtet. Tatsächlich kann die Heizung je nach Wetterlage bereits im September benötigt werden oder noch im Frühjahr laufen.
Mieter sollten außerdem beachten, dass sich aus Mietvertrag und den Umständen des Einzelfalls bestimmte Anforderungen an die Beheizbarkeit einer Wohnung ergeben können. Die konkrete Frage, wann eine Heizung eingeschaltet werden muss, lässt sich deshalb nicht allein anhand eines festen Datums beantworten.
Welche Raumtemperatur ist sinnvoll?
Die optimale Temperatur hängt davon ab, wie ein Raum genutzt wird und welche persönlichen Bedürfnisse bestehen.
Als grobe Orientierung gelten häufig:
- Wohnzimmer: etwa 20 bis 22 °C
- Schlafzimmer: etwa 16 bis 18 °C
- Küche: etwa 18 bis 20 °C
- Badezimmer: etwa 20 bis 23 °C
- Flur: etwa 15 bis 18 °C
Dabei handelt es sich um Orientierungswerte und nicht um starre Vorgaben.
Vor allem Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen oder Personen, die besonders temperaturempfindlich sind, benötigen möglicherweise andere Temperaturen.
Schon ein Grad weniger kann Energie sparen
Wer die Raumtemperatur etwas reduziert, kann den Energieverbrauch senken. Wie groß die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt unter anderem von Gebäude, Dämmung, Heizsystem, Außentemperatur und Raumgröße ab.
Deshalb sollte nicht versucht werden, möglichst stark herunter zu heizen. Sinnvoller ist eine bedarfsgerechte Temperatur.
Besonders Räume, die nur selten genutzt werden, müssen nicht dauerhaft genauso warm sein wie das Wohnzimmer.
Heizung nicht komplett ausschalten
Eine häufige Fehlannahme lautet: Je stärker die Wohnung auskühlt, desto größer die Ersparnis.
Das kann problematisch sein. Kühlt ein Raum stark aus, können Wände und andere Bauteile ebenfalls deutlich abkühlen. Bei anschließend warmer und feuchter Raumluft kann sich leichter Kondenswasser bilden.
Das wiederum kann die Entstehung von Schimmel begünstigen.
Deshalb sollte die Temperatur in Wohnräumen nicht unnötig stark abgesenkt werden. Auch bei längerer Abwesenheit kann eine moderate Absenkung sinnvoller sein als das vollständige Ausschalten der Heizung.
Richtig lüften während der Heizsaison
Lüften ist auch im Winter wichtig. Beim Atmen, Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und durch Pflanzen gelangt Feuchtigkeit in die Raumluft.
Wird diese Feuchtigkeit nicht ausreichend abgeführt, kann sich Kondenswasser an kalten Oberflächen bilden.
Besonders sinnvoll ist deshalb regelmäßiges Stoß- beziehungsweise Querlüften.
Dabei werden die Fenster für kurze Zeit weit geöffnet. Wenn möglich, sorgt gegenüberliegendes Öffnen für einen schnellen Luftaustausch.
Warum Dauerlüften mit gekipptem Fenster ungünstig sein kann
Ein dauerhaft gekipptes Fenster kann insbesondere während der Heizperiode dazu führen, dass kontinuierlich Wärme verloren geht. Gleichzeitig werden die Wände rund um das Fenster stärker ausgekühlt.
Für einen schnellen Luftaustausch ist kurzes, intensives Lüften daher häufig sinnvoller.
Nach dem Duschen besonders gut lüften
Im Badezimmer entsteht durch Duschen und Baden besonders viel Wasserdampf.
Nach dem Duschen sollte deshalb möglichst zeitnah gelüftet werden. Die feuchte Luft sollte nicht über längere Zeit in der Wohnung verteilt werden.
Wenn vorhanden, kann eine Lüftungsanlage oder ein Abluftsystem unterstützen.
Auch die Badezimmertür sollte nicht einfach offen stehen, während die feuchte Luft noch im Raum verbleibt. Andernfalls kann die Feuchtigkeit in kühlere Räume gelangen.
Beim Kochen Wasserdampf abführen
Auch beim Kochen entsteht viel Feuchtigkeit.
Ein Dunstabzug kann helfen, Wasserdampf und Gerüche direkt am Entstehungsort abzuführen. Bei Umlufthauben wird die Luft allerdings nicht nach außen geführt, sondern lediglich gefiltert. Die entstehende Feuchtigkeit bleibt dabei weitgehend im Raum.
Deshalb kann zusätzliches Lüften notwendig sein.
Wäsche nicht unkontrolliert in Wohnräumen trocknen
Wäsche kann beim Trocknen große Mengen Wasser an die Raumluft abgeben.
Wer keine andere Möglichkeit hat und Wäsche in der Wohnung trocknen muss, sollte besonders auf ausreichendes Lüften achten.
Ein dauerhaft feuchtes Raumklima kann die Schimmelgefahr erhöhen.
Heizkörper nicht zustellen
Damit ein Heizkörper seine Wärme möglichst gut an den Raum abgeben kann, sollte er nicht durch Möbel oder schwere Vorhänge verdeckt werden.
Ein Sofa direkt vor dem Heizkörper oder ein langer Vorhang, der den Heizkörper vollständig bedeckt, kann die Wärmeverteilung beeinträchtigen.
Auch Thermostatköpfe sollten frei liegen. Werden sie beispielsweise durch Möbel oder Vorhänge eingeschlossen, kann das Thermostat die Raumtemperatur möglicherweise nicht korrekt erfassen.
Heizkörper regelmäßig entlüften
Wenn ein Heizkörper gluckert oder nur teilweise warm wird, kann sich Luft im Heizsystem befinden.
Bei klassischen Heizkörpern kann dann unter Umständen ein Entlüften erforderlich sein.
Allerdings sollte nicht jeder Heizkörper automatisch entlüftet werden. Bei Unsicherheit oder Problemen mit der Heizungsanlage sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
Bei Mietwohnungen kann es sinnvoll sein, sich bei technischen Problemen zunächst an Vermieter oder Hausverwaltung zu wenden.
Thermostate richtig nutzen
Das Thermostat regelt die Raumtemperatur. Höhere Zahlen bedeuten dabei nicht automatisch, dass ein Raum wesentlich schneller warm wird.
Wer beispielsweise einen Raum auf eine bestimmte Temperatur bringen möchte, sollte das Thermostat entsprechend einstellen und nicht einfach dauerhaft auf die höchste Stufe drehen.
Programmierbare oder smarte Thermostate können dabei helfen, die Raumtemperatur an die tatsächliche Nutzung anzupassen.
Beispielsweise kann die Temperatur während längerer Abwesenheit abgesenkt und vor der Rückkehr wieder erhöht werden.
Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen schließen
Werden Räume unterschiedlich stark beheizt, sollten die Türen möglichst geschlossen bleiben.
Warme, feuchte Luft aus einem Badezimmer oder Wohnraum kann ansonsten in einen deutlich kälteren Raum gelangen. Dort kann sich an kalten Oberflächen leichter Kondenswasser bilden.
Gerade bei schlecht gedämmten Außenwänden ist ein solches Temperatur- und Feuchtegefälle problematisch.
Luftfeuchtigkeit im Blick behalten
Nicht nur die Temperatur, sondern auch die relative Luftfeuchtigkeit beeinflusst das Raumklima. Ein Hygrometer kann dabei helfen, die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren.
Als grobe Orientierung wird für Wohnräume häufig eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent als angenehmer Bereich angesehen. Bei dauerhaft deutlich höheren Werten sollte die Ursache geprüft und häufiger gelüftet werden.
Allerdings hängt die Schimmelgefahr nicht allein von einem einzelnen Messwert ab. Entscheidend sind unter anderem Raumtemperatur, Oberflächentemperaturen, Dämmung und bauliche Gegebenheiten.
Schimmel in der Heizsaison vermeiden
Schimmel entsteht nicht einfach deshalb, weil im Winter geheizt wird. Problematisch ist vor allem dauerhafte Feuchtigkeit in Verbindung mit kalten Oberflächen.
Typische Warnzeichen sind:
- muffiger Geruch
- dunkle Flecken an Wänden
- feuchte Stellen
- Kondenswasser an Fenstern
- Verfärbungen in Ecken
- Schimmelbildung hinter Möbeln
Besonders gefährdet können Außenwandecken, Fensterbereiche und Stellen hinter großen Möbelstücken sein.
Bei wiederkehrendem oder großflächigem Schimmel sollte die Ursache fachgerecht geklärt werden. Reines Überstreichen löst das zugrunde liegende Feuchteproblem nicht.
Heizkosten sparen ohne zu frieren
Wer Heizkosten sparen möchte, muss nicht zwangsläufig frieren.
Sinnvoller sind kleine, dauerhafte Veränderungen:
1. Raumtemperatur bedarfsgerecht einstellen
Nicht jeder Raum benötigt die gleiche Temperatur.
2. Heizkörper freihalten
Möbel und Vorhänge sollten die Wärmeabgabe möglichst nicht behindern.
3. Richtig lüften
Kurzes Stoß- oder Querlüften kann einen schnellen Luftaustausch ermöglichen.
4. Fenster und Türen überprüfen
Undichte Fenster oder Türen können zu unnötigen Wärmeverlusten führen.
5. Heizungsanlage warten lassen
Eine fachgerecht gewartete Anlage kann effizienter arbeiten.
6. Temperatur bei Abwesenheit anpassen
Bei längerer Abwesenheit kann eine moderate Absenkung sinnvoll sein.
7. Räume nicht unnötig überheizen
Ein Pullover kann manchmal sinnvoller sein als mehrere Grad höhere Raumtemperatur.
Fenster und Türen als Wärmeverlustquellen
Gerade in älteren Gebäuden können Fenster und Türen eine Schwachstelle darstellen.
Zugluft kann auf undichte Stellen hinweisen. Auch Rollläden und Vorhänge können je nach Bauweise dazu beitragen, Wärmeverluste zu reduzieren – sie dürfen allerdings Heizkörper und Thermostate nicht ungünstig verdecken.
Bei größeren Problemen sollte ein Fachbetrieb prüfen, welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll sind.
Heizung vor Beginn der Heizsaison überprüfen
Bevor die Heizsaison richtig beginnt, lohnt sich ein kurzer Check:
- Funktionieren alle Heizkörper?
- Werden die Heizkörper gleichmäßig warm?
- Gibt es ungewöhnliche Geräusche?
- Sind Thermostate funktionsfähig?
- Gibt es sichtbare Leckagen?
- Ist die Heizungsanlage gewartet?
- Sind Fenster und Türen dicht?
- Funktionieren Lüftungsanlagen?
Bei einer zentralen Heizungsanlage sollten Wartung und Reparaturen grundsätzlich fachgerecht durchgeführt werden.
Was tun bei einer kalten Wohnung?
Wird eine Wohnung trotz aufgedrehter Heizung nicht ausreichend warm, sollte zunächst geprüft werden, ob das Problem nur einen einzelnen Heizkörper oder die gesamte Wohnung betrifft.
Mögliche Ursachen können beispielsweise ein defektes Thermostat, Luft im Heizkörper, ein Problem mit der Heizungsanlage oder bauliche Ursachen sein.
Mieter sollten bei Problemen den Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung informieren und die Raumtemperaturen beziehungsweise auftretende Mängel dokumentieren.
Heizen und Lüften mit Kindern
In Familien sollte beim Heizen und Lüften besonders auf ein angenehmes Raumklima geachtet werden.
Kinderzimmer müssen nicht übermäßig warm sein. Gleichzeitig sollten Räume, in denen sich Babys oder kleine Kinder aufhalten, nicht stark auskühlen.
Beim Lüften gilt: Kleine Kinder sollten während weit geöffneter Fenster entsprechend beaufsichtigt werden. Fenster stellen unabhängig von der Heizsaison eine erhebliche Sturzgefahr dar.
Heizsaison: Das sollten Verbraucher vermeiden
Nicht empfehlenswert sind vermeintliche Sparmaßnahmen, die das Raumklima oder die Sicherheit beeinträchtigen.
Dazu gehören:
- Räume vollständig auskühlen lassen
- dauerhaft gekippte Fenster bei laufender Heizung
- Heizkörper mit Möbeln verbauen
- dauerhaft sehr hohe Luftfeuchtigkeit akzeptieren
- Schimmel lediglich überstreichen
- Heizgeräte oder Heizkörper mit Gegenständen abdecken
- defekte Heizungsanlagen selbst unsachgemäß reparieren
Checkliste für den Start der Heizsaison
Vor dem ersten längeren Heizen:
☐ Heizkörper kontrollieren
☐ Thermostate überprüfen
☐ Heizkörper gegebenenfalls fachgerecht entlüften
☐ Heizungsanlage prüfen lassen
☐ Fenster und Türen auf Zugluft kontrollieren
☐ Hygrometer aufstellen
☐ Lüftungsgewohnheiten überprüfen
☐ Möbel nicht direkt vor Heizkörpern platzieren
☐ Heizkörper und Thermostate freihalten
☐ Räume nicht unnötig stark auskühlen lassen
Fazit: Richtig heizen spart Energie und schützt das Raumklima
Die Heizsaison muss nicht automatisch zu unnötig hohen Heizkosten führen. Entscheidend ist eine Kombination aus bedarfsgerechter Raumtemperatur, richtigem Lüften und einer gut funktionierenden Heizungsanlage.
Wer seine Räume nicht unnötig überheizt, Heizkörper freihält und regelmäßig für einen ausreichenden Luftaustausch sorgt, kann Energie sparen und gleichzeitig das Risiko für Feuchteprobleme reduzieren.
Besonders wichtig ist, die Wohnung im Winter nicht stark auskühlen zu lassen. Denn kalte Oberflächen können in Verbindung mit feuchter Raumluft die Bildung von Kondenswasser und Schimmel begünstigen.
FAQ zur Heizsaison
Wann beginnt die Heizsaison?
Einen bundesweit einheitlichen Starttermin gibt es nicht. Üblicherweise wird die Heizperiode mit den kälteren Monaten in Verbindung gebracht. Entscheidend sind Außentemperatur, Gebäude und individuelle beziehungsweise mietvertragliche Regelungen.Welche Temperatur sollte in der Wohnung herrschen?
Als Orientierung gelten häufig etwa 20 bis 22 °C im Wohnzimmer und etwa 16 bis 18 °C im Schlafzimmer. Die optimale Temperatur hängt jedoch von der Nutzung und den individuellen Bedürfnissen ab.Wie lüftet man im Winter richtig?
Mehrmals täglich kurz und kräftig zu lüften ist in vielen Fällen sinnvoll. Beim Querlüften werden gegenüberliegende Fenster geöffnet, wodurch die Raumluft besonders schnell ausgetauscht werden kann.Sollte man die Heizung beim Lüften ausschalten?
Während des Stoßlüftens kann das Thermostat vorübergehend heruntergedreht werden. Nach dem Schließen der Fenster wird die Heizung wieder entsprechend eingestellt.Wie kann ich Heizkosten sparen?
Eine moderate Raumtemperatur, richtiges Lüften, freie Heizkörper, ein korrekt funktionierendes Heizsystem und das Vermeiden unnötiger Wärmeverluste können helfen, Energie und Kosten zu sparen.Kann falsches Heizen Schimmel verursachen?
Starke Auskühlung von Räumen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit kann die Bildung von Kondenswasser begünstigen und damit das Schimmelrisiko erhöhen.Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit sein?
Für viele Wohnräume gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent als angenehmer Orientierungsbereich. Bei dauerhaft hohen Werten sollte die Ursache geprüft und das Lüftungsverhalten angepasst werden.
Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt
















