Beim aktuellen Test wurden bei den bauähnlichen Modellen Buf Boof Tweety Plus, Ding Aiden 360, Kidiz 360, KidsZone i-Size 360, Lettas i-Size 360, Miophy i-Size 360, Xomax 946i gravierende Sicherheitsprobleme festgestellt. Vom Kauf der genannten Produkte wird deshalb dringend abgeraten.
Unter anderem auf der Handelsplattform Alibaba wird eine grosse Auswahl an Autokindersitzen mit UN Reg. 129 Zulassung angeboten, die sich mit eigenen Schriftzügen, Verpackungen und Bezugsstoffen versehen oder auch weitergehend individualisieren lassen. Auch der ursprünglich als Reecle 360 (ZA10 i-Size) getestete Sitz wird mit diesen Optionen angeboten. Aufgrund der angebotenen Individualisierungsmöglichkeiten ist die Anzahl der auf verschiedenen Online-Marktplätzen angebotenen Produktvarianten und Produktbezeichnungen sehr gross und schnelllebig.
Die Babyschale Kinderkraft Mink Pro 2 löst sich beim durchgeführten Test von der zugehörigen Isofix-Basis Base Mink FX2 und schleudert mitsamt Dummy nach vorne. Bei einem schweren Unfall besteht deshalb ein hohes Verletzungsrisiko fürs Kind. Eltern, die den Sitz bereits gekauft haben, wird empfohlen, die Babyschale möglichst ohne Base Mink FX2 zu nutzen und sie mit dem Fahrzeuggurt anzuschnallen. So befestigt, bietet die Babyschale einen guten Schutz bei den durchgeführten Tests. Beim Einbau ist auf den richtigen Gurtverlauf (Beckengurt über das Beinende, Diagonalgurt um das Kopfende) und auf ein straffes Anziehen des Gurtes zu achten.
Bei den sieben anderen Sitzmodellen, die jeweils bauähnlich zum im letzten Herbst getesteten Reecle 360 (ZA10 i-Size) sind und auch die gleiche Zulassungsnummer haben, versagt bei den durchgeführten Versuchen jeweils die untere Befestigung der Kindersitze. Zwar bleiben die Kopfenden der Sitzschalen mit den Top-Tether-Gurt mit dem Fahrzeug verbunden, aber die Schalen schleudern aufgrund des fehlenden unteren Lastpfades mitsamt Dummy durchs Fahrzeug. Beim folgenden Anprall im Fahrzeuginnenraum besteht ebenfalls ein hohes Verletzungsrisiko fürs Kind.
Stellungnahmen der Anbieter
Die Anbieter wurden vorab über die Ergebnisse ihrer Produkte informiert und um Stellungnahme gebeten. Der Hersteller Kinderkraft bietet seinen Kunden einen Austausch oder eine Rückgabe des «Kinderkraft Mink Pro 2 + Base Mink FX2 an. Eltern, welche die Babyschale mit Isofix-Basis gekauft haben, sollen können über die E-Mail-Adresse [email protected] Kontakt zum Hersteller aufnehmen.
Die Hersteller YANGZHOU LETTAS BABY PRODUCT CO., LTD hat mitgeteilt, dass seit Januar in der laufenden Produktion verschiedene Verbesserungen eingeflossen sind, die die Stabilität der Sitze verbessern sollen. Die verbesserte Version wird laut Hersteller an alle Anbieter gleichermaßen ausgeliefert.
Da auch die hier mit mangelhaft bewerteten Sitzmodelle die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, dürfen sie in Europa verkauft werden. Ein genereller Anspruch auf Rückgabe, bzw. Umtausch von bereits gekauften Produkten lässt sich anhand des schlechten Abschneidens beim Verbraucherschutztest nicht zwingend ableiten. Eltern, die den neuen Kindersitz vor weniger als zwei Jahren gekauft haben, könnten einen Sachmängelhaftungsanspruch gegen den Verkäufer haben, dies müsste jedoch im Einzelfall geprüft werden.
Der komplette Kindersitztest mit den Ergebnissen aller untersuchten Modelle wird Ende Mai veröffentlicht.
Quelle: Touring Club Schweiz















