Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen
Digitale Medien sind fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Sie bieten zwar viele Chancen zum Lernen, Spielen und Vernetzen – erfordern aber einen bewussten und sensiblen Umgang, denn der Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen nimmt dramatisch zu.
Nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sollten Bildschirmzeiten altersgerecht begrenzt werden. Zu viel Medienkonsum kann unter anderem zu Schlafproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten und Bewegungsmangel führen.

Medienkonsum – Gemeinsame Regeln statt elterlichem Machtwort – Bild von Argo Images auf Pixabay
Medienkonsum – ja aber mit festen Regeln
Eltern sind gefragt, klare Regeln zu setzen, Inhalte zu begleiten und selbst Vorbild zu sein. Gemeinsame Medienzeiten, feste Nutzungsregeln und ausreichend Offline-Aktivitäten helfen, ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen. Deutschlands Jugendliche verbringen fast doppelt so viel Zeit am Smartphone wie empfohlen.
Die Stiftung Warentest zeigt, wie Familien gegensteuern können: ohne Verbote und Machtkämpfe.
Gemeinsame Regeln statt elterlichem Machtwort
Die Stiftung Warentest hat Expertinnenmeinungen, Untersuchungen und Beratungsangebote zum Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen gesichtet und daraus einen praktischen Acht-Punkte-Plan zusammengefasst. Zusätzlich gibt es einen Selbsttest für Eltern und konkrete Hilfsangebote. „Mama oder Papa gegen Meta & Co.: das ist ein Kampf, der nicht von heute auf morgen Früchte tragen wird“, sagt Heike Dierbach, Psychologin bei der Stiftung Warentest. „Und doch lohnt es, ihn aufzunehmen. Fachleute empfehlen eine Strategie mit Regeln für alle, auch für Eltern.“
Der Acht-Punkte-Plan setzt auf Kooperation statt Konfrontation: Familien sollen gemeinsam Regeln erarbeiten, die für alle gelten. Ein „Medienvertrag“ schafft Verbindlichkeit, regelmäßige Familienräte sorgen für Anpassungen.
Apps bauen gezielt Sucht-Elemente ein
Besonders problematisch: App-Anbieter bauen gezielt Elemente ein, damit Nutzer möglichst oft und möglichst lange online sind. Snapchat vergibt „Flammen“ für tägliches Schicken von Fotos oder Videos, Handyspiele setzen mit zeitlich begrenzten Freispielen unter Druck. Hinzu kommen verstörende Inhalte wie Gewaltvideos oder Schocknachrichten, mit denen bereits 13-Jährige konfrontiert werden.
Wann professionelle Hilfe nötig ist
Der Selbsttest der Stiftung Warentest hilft Eltern einzuschätzen, ob Handlungsbedarf besteht. Warnsignale sind etwa: Das Kind verzichtet auf reale Aktivitäten, um online zu sein, die Schulleistungen verschlechtern sich oder es gibt ständig Streit ums Smartphone. Professionelle Hilfe ist spätestens dann nötig, wenn körperliche Aggression auftritt oder gar keine Veränderung mehr möglich ist – oder immer dann, wenn Eltern selbst nicht weiterkommen.
Anzeige – Weitere Informationen und kostenlose Hilfsangebote finden Eltern unter www.test.de/mediennutzung-kinder oder in der März-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest.
Quelle: Stiftung Warentest





