CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

05.3.2016   |   Verbraucher

Mineralöl in Lebensmitteln: Lobbyverband will Initiative von Aldi Süd für mehr Verbraucherschutz verhindern

Der führende Lobbyverband der deutschen Lebensmittelindustrie versucht Aldi Süd daran zu hindern, konsequent gegen den Eintrag von gefährlichen Mineralölen in Lebensmittel vorzugehen. Das geht aus einem Schreiben des Branchenverbandes hervor, das die Verbraucherorganisation foodwatch am Samstag öffentlich gemacht hat.

mineraloel

Aldi Süd hatte kürzlich von seinen Zulieferbetrieben verlangt, dass alle Lebensmitteleigenmarken in Zukunft frei von Mineralölbestandteilen, sogenannten MOSH und MOAH, sein müssen. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) forderte den Discounter nun schriftlich auf, die Vorgaben zurückzunehmen – man halte diese „weder für praktisch erfüllbar noch unter Verbraucherschutzaspekten für gerechtfertigt“. „Nach objektiven wissenschaftlichen Gesichtspunkten (…) sind Lebensmittel mit MOSH und MOAH bedingt tolerierbar und stellen keine Gefahr für die Verbrauchergesundheit dar“, heißt es in dem Schreiben.

foodwatch zufolge widerspricht der Lobbyverein damit der gesundheitlichen Einschätzung sowohl durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als auch durch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Insbesondere die aromatischen Mineralöle (MOAH) stehen unter Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein; die sogenannten gesättigten Mineralöle (MOSH) reichern sich in den Körperorganen an und können diese schädigen.

Aldi Süd will mit gutem Beispiel voran gehen – und wird vom Lobbyverband ausgebremst. Der BLL richtet sich klar gegen die Gesundheit aller Verbraucherinnen und Verbraucher. Dem Lobbyverein sind die Mineralöle offenbar zu Kopf gestiegen“, sagte Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von foodwatch. Anders als behauptet, sei die wissenschaftliche Einschätzung klar: Aromatische Mineralölgemische sollten überhaupt nicht in Lebensmitteln vorkommen, weil sie krebsauslösende und erbgutschädigende Verbindungen enthalten können. Die EFSA weise zudem darauf hin, dass Kinder besonders hoch mit Mineralölrückständen belastet sind. „Gesundheitliche Risiken stellt der BLL nachweislich falsch dar und suggeriert zudem, saubere Lebensmittel seien nicht möglich. Dabei haben die Labortests von foodwatch gezeigt, dass es sowohl Produkte ohne MOSH- als auch Produkte ohne MOAH-Nachweis gibt“, so Matthias Wolfschmidt.

Wie foodwatch kürzlich öffentlich machte, hatte Aldi Süd im Februar seine Lieferanten schriftlich aufgefordert, Maßnahmen gegen Mineralölverunreinigungen zu ergreifen – bei Aldi-Eigenmarken sollten in Zukunft „keine Mineralölbestandteile im Lebensmittel nachweisbar“ sein. Daraufhin wandte sich der Lobbyverband BLL in einem Rundschreiben direkt an Aldi Süd sowie an die BLL-Mitglieder und den Handelsverband, um den Discounter dazu zu bewegen, diese Lieferantenvorgaben zurückzunehmen.

In den vergangenen Monaten hatte verschiedene Untersuchungen – unter anderem von Öko-Test, dem Bayerischen Landesgesundheitsamt oder Stiftung Warentest – immer wieder Mineralölverunreinigungen in Lebensmitteln nachgewiesen. Den umfangreichsten Labortest hatte foodwatch im Oktober 2015 veröffentlicht. Demnach war jedes fünfte getestete Lebensmittel in Deutschland (9 von 42 Produkten) mit MOAH belastet.

E-Mail-Protestaktion von foodwatch >

Quellen und weiterführende Informationen:
– Schreiben des Lobbyverbandes BLL an Aldi Süd: tinyurl.com/gtuqnzv 
– Schreiben von Aldi Süd an Zulieferbetriebe: tinyurl.com/huzkgy7  
– foodwatch-Hintergrundpapier zu Mineralöl: www.mineraloel-hintergrund.foodwatch.de 
– Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Mineralöl: tinyurl.com/ovgvtkz 

Quelle: foodwatch e.V.
Internet: www.foodwatch.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

Weitere Artikel zum Thema

Rückruf: Gesundheitsgefahr – Ochratoxin A in Red Country Rice von Kings Food

Rückruf: Gesundheitsgefahr – Ochratoxin A in Red Country Rice von Kings Food

Die Importas GmbH (Schweiz) ruft Red Country Rice von Kings Food zurück. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde in dem Reisprodukt aus Sri Lanka das Schimmelpilzgift Ochratoxin A..




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

UV Warnungen und Prognosen

Aktueller UV-Index

Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlen

Schädigungen der Haut durch UV Strahlung finden bereits lange vor einem Sonnenbrand statt. Dieser bzw. die Rötungen sind die extreme Schädigung und sichtbare Anzeichen einer Verbrennung durch Strahlung


Aktuelle Tests…

netzpuppe

Bundesnetzagentur: Achtung Eltern – Besitz der Puppe „My friend Cayla“ verboten

Verkaufsverbot für Puppe „My friend Cayla“

Demnach sind die von der britischen Firma Vivid vertrieben Puppen nach Einschätzung der Bundesnetzagentur verbotene Spionagegeräte nach § 90 Telekommunikationsgesetz (TKG). Der Besitz, die Herstellung, der Vertrieb sowie die Einfuhr illegal, so die Behörde und kann sogar strafrechtlich verfolgt werden (§ 148 TKG).


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse