Studentenfutter im ÖKO-TEST: Bis zu neun Pestizide in einem Produkt
Studentenfutter – wer kennt es nicht? Die Nuss-Rosinen-Mischung, die traditionell aus Erdnüssen oder Haselnüssen und getrockneten Weintrauben (Rosinen) besteht erfreut sich großer Beliebtheit. Häufig werden die Mischungen noch mit Mandeln, Cashews oder anderen Trockenfrüchten ergänzt. Der Name kommt übrigens daher, dass Studentenfutter als preiswerter, energiereicher Snack galt, der lange satt macht und sich gut zum Lernen eignet. Es liefert gesunde Fette, pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Übrigens: Studentenfutter ist kalorienreich. Wie gut die verschiedenen im Handel erhältlichen Studentenfutter in Sachen Rückstände sind, hat nun ÖKO-TEST untersucht.
Als gesunder Snack für Zwischendurch können nicht alle Studentenfutter im Test überzeugen: ÖKO-TEST kritisiert etliche Pestizide, Mineralöl und zu viel Zucker. Sechs Studentenfutter fallen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Immerhin: Etwa die Hälfte ist empfehlenswert.
ÖKO-TEST hat 29 Studentenfutter getestet. Etwa die Hälfte bewerten die Verbraucherschützer mit „gut“ oder „sehr gut“ – darunter fast alle Bio-Marken. Kritik gibt es unter anderem für Pestizide und Mineralölverunreinigungen.
Laut ÖKO-TEST kommt kaum ein konventionelles Studentenfutter im Test ohne Pestizidrückstände daher. Einige von ihnen sind aus ÖKO-TEST-Sicht besonders bedenklich, wie etwa PFAS-Pestizide. PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien, reichern sich in Menschen, Tieren und Umwelt an und bauen sich kaum wieder ab. Auch wenn die Spritzmittel in den gemessenen Gehalten nicht als akut giftig gelten, werten die Verbraucherschützer bei Mehrfachbelastungen ab, da unklar ist, zu welchen Wechselwirkungen mehrere Pestizidspuren führen können. So steht zum Beispiel ein Zusammenhang zwischen Mehrfachrückständen und Parkinson im Raum. Spitzenreiter in Sachen Pestizide ist das Ültje Studentenfutter Original, in dem das Labor neun verschiedene Stoffe nachgewiesen hat.
Daneben sind einige Testprodukte mit Mineralöl belastet. In drei Studentenfuttern wies das Labor gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) in einer Menge nach, die die Verbraucherschützer als „erhöht“ oder „stark erhöht“ einstufen. MOSH reichern sich mit noch unklaren Folgen im menschlichen Fettgewebe, Leber, Milz und den Lymphknoten an. Noch kritischer sieht ÖKO-TEST den Fund von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) im Morgenland Bio Kerniges Studentenfutter. Unter MOAH können sich krebserregende Verbindungen befinden. Der gemessene Wert liegt über dem Richtwert, der von der EU-Kommission als Höchstgehalt für MOAH vorgeschlagen wird. Das ÖKO-TEST-Urteil für das Morgenland-Studentenfutter lautet „ungenügend“– genau wie für die Testprodukte von Aldi Süd, Norma und Netto. Grünes Licht bekommen die übrigen Bio-Marken im Test sowie vier konventionelle Studentenfutter.
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Quelle: ÖKO-TEST





