Die närrische Zeit steht für Karneval, Fasching oder Fastnacht und wird in vielen Regionen ausgelassen gefeiert. Verkleidungen, Umzüge und fröhliche Musik prägen diese Zeit, in der der Alltag für kurze Zeit in den Hintergrund rückt. Egal ob Sie es Karneval oder Fasching nennen, der Höhepunkt der fünften Jahreszeit steht vor der Tür und viele kleine und große Menschen freuen sich auf das bunte Treiben mit Glitzer-Schminke und Kostümen.
Doch viele Karneval-Accessoires enthalten Schadstoffe. Luise Körner, Chemieexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, wie es auch ohne geht.
„Karnevalsschmink-Produkte können hormonelle Schadstoffe wie zum Beispiel Parabene enthalten“, so Körner. „Diese Stoffe stehen im Verdacht das menschliche Hormonsystem zu stören. Auch Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe finden sich in Schmink-Produkten. Diese gelangen beim Abschminken ins Abwasser und können nur sehr schwer herausgefiltert werden. Sie belasten dann Umwelt und Kleinstlebewesen in Gewässern. Mikroplastik ist inzwischen überall und obwohl es seit Herbst 2023 in losem Glitter verboten ist, sind die Kunststoffe in Produkten wie Lidschatten oder Lippenstiften noch immer erlaubt.“
Mit Blick auf weitere Stoffe erklärt Körner: „Auch die Ewigkeitskeitschemikalien PFAS können in Kosmetik-Produkten enthalten sein. Dabei sind sie alles andere als ungefährlich. Einige PFAS stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, Niere und Leber zu schädigen und das Immunsystem zu schwächen. Auch PFAS gelangen in die Umwelt und belasten Wasser und Böden. Sie können so gut wie gar nicht abgebaut werden.“
Schadstoffe in Kosmetika meiden
Doch für ungetrübte gute Laune müssen Sie nicht aufs Schminken verzichten. Körner empfiehlt: „Setzen Sie auf zertifizierte Naturkosmetik. Diese Produkte sind frei von synthetischen Inhaltsstoffen. Mineralöl und Silikone sind hier tabu. Außerdem können Sie mit der kostenlosen BUND-ToxFox-App Kosmetikprodukte auf ihre Inhaltsstoffe prüfen. Die App erkennt hormonelle Schadstoffe, PFAS, Nanopartikel, Mikroplastik, flüssige Kunststoffe sowie trinkwassergefährdende Stoffe. Scannen Sie einfach den Barcode auf dem Produkt und der ToxFox gibt sofort Auskunft, ob diese Stoffe darin enthalten sind.“
Am Ende des Tages ist gründliches Abschminken wichtig, um Unverträglichkeiten zu vermeiden und die Hautporen gut atmen zu lassen. Wasserlösliche Schminke können Sie schlicht mit Wasser und Waschlappen entfernen. Karnevalsschminke, die flächig aufgetragen und nicht auf Wasserbasis hergestellt wurde, tragen Sie besser mit Öl-in-Wasser-Gemischen ab. Sollten Sie keine Abschminkprodukte besitzen, können Sie auch einfach etwas Kokosöl oder Olivenöl aus der Küche und ein feuchtes Handtuch benutzen.
DIY-Ideen für Kostüme
Neue Karnevalskostüme können ebenso wie Schminke Schadstoffe enthalten. Umweltfreundliche Alternativen hat BUND-Chemiexpertin Körner auch für die Party-Verkleidung parat: „Kostüme lassen sich auch kurzfristig noch selbst machen. Alte Tischdecken oder Vorhänge können schnell zum Cape für Superheld*innen umfunktioniert werden. Mit einem bunt-gestreifte Schlafanzug, passender Schminke und lustigem Hut sind Sie oder Ihr Kind ein individueller Clown. Aus alten Kartons und Papprollen können Sie ein Roboter-Kostüm bauen. Haushaltsgegenstände wie Lockenwickler, Gummistiefel oder Lichterkette lassen sich zu Accessoires umfunktionieren. Oder schauen sie einfach im Second-Hand-Laden nach lustigen Kostümen.“
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BUND-Seite PFAS: Ewigkeitschemikalien sind fast überall





