Stiftung Warentest Hundesnacks – Naschen mit Risiko

Hundesnacks sind nicht nur bei Frauchen und Herrchen als Belohnung beliebt, auch die geliebten Vierbeiner fahren voll drauf ab. Die „Leckerlis“ werden aber auch oft als Trainingshilfe eingesetzt. Sie sollen die Bindung stärken und gewünschtes Verhalten fördern. Zu viele oder ungeeignete Hundesnacks können Übergewicht und Gesundheitsprobleme verursachen. Sie sollten daher nur ergänzend zum Hauptfutter gegeben und individuell auf Größe, Alter und Aktivität des Hundes abgestimmt werden. Wichtig ist dabei, auf hochwertige Zutaten zu achten, da viele Snacks viel Fett, Zucker oder Zusatzstoffe enthalten. Immer wieder kommt es auch zu Rückrufen bei Hundesnacks.

Hundesnacks - Vierbeiner fahren voll drauf ab

Hundesnacks – Vierbeiner fahren voll drauf ab – Bild von Felix Wolf auf Pixabay

Kauen ist für Hunde ein natürliches Bedürfnis – doch naturbelassene Snacks können zur Gefahr werden. Stiftung Warentest hat 20 getrocknete Kauartikel untersucht und warnt: Viele Produkte sind zu kalorienreich, einige enthielten Salmonellen oder ranziges Fett. Nur eine Produktgruppe ist grundsätzlich für alle Hunde geeignet.

Kauartikel sind bei Hunden und ihren Haltern gleichermaßen beliebt. Der Handel setzt mit Snacks, zu denen auch Kauartikel zählen, sogar mehr Geld um als mit Feucht- oder Trockenfutter. Gefragt sind auch sogenannte naturbelassene Snacks: getrocknete Innereien oder Körperteile von Schlachtvieh und Wild. „Nur die Hühnerherzen sind grundsätzlich für alle Hunde geeignet“, sagt Dennis Stieler von der Stiftung Warentest. „Alle anderen Snacks sind für kleine Hunde zu groß und zu kalorienreich.“

Im Test wurden je vier Produkte von fünf verschiedenen Sorten naturbelassener Hundesnacks geprüft: Hühnerherzen, Kaninchenohren, Rinderpansen, Rinderkopfhaut und Schweineohren, insgesamt 20 Produkte. Darunter sind Snacks von Fressnapf, Zooplus und Vitakraft, die zwischen knapp 80 Cent und 16 Euro je 100 Gramm kosten.

Salmonellen-Gefahr für Mensch und Tier

Besonders problematisch: In vier Produkten wies die Stiftung Warentest Salmonellen nach. Aufgrund der Laborbefunde hat der Anbieter Happy Dog die betroffene Charge seiner Pure Snacks Rinderkopfhaut zurückgerufen. Während ausgewachsene, gesunde Hunde mit den Bakterien meist zurechtkommen, können Salmonellen für Menschen im Haushalt gefährlich werden, insbesondere für Kleinkinder, Ältere, Schwangere und immungeschwächte Personen. Die Bakterien können Durchfall, Übelkeit und Fieber verursachen.

Kalorienbomben und ranziges Fett

Ein weiteres Problem: der hohe Kaloriengehalt. Ein Stück Rinderkopfhaut oder ein Schweineohr kann mehr als ein Drittel des Tagesbedarfs eines 15 Kilo schweren Hundes liefern. Solche Stücke müssen entweder zerteilt werden, was bei zähen Schweineohren schwierig ist, oder sollten nur an große, sehr aktive Hunde verfüttert werden. Bei knapp der Hälfte der getesteten Produkte fehlt der Hinweis, dass das Hauptfutter entsprechend reduziert werden sollte.

Einige Produkte rochen deutlich bis kräftig ranzig – das Labor bestätigte fortgeschrittenen Fettverderb. Ranziges Fett kann der Leber des Hundes schaden. In zwei Produkten fanden die Tester zudem erhöhte Gehalte an Chrom(III). Möglicherweise stammt es aus einer Verunreinigung, etwa durch Verarbeitung in Geräten, in denen auch Leder gegerbt wird.

Hygiene ist das A und O

Wer naturbelassene Snacks verfüttert, sollte sich der Salmonellengefahr stets bewusst sein und grundlegende Hygieneregeln beachten: Nach dem Kontakt mit den Snacks Hände gründlich waschen, Futternäpfe separat reinigen und die Produkte für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Ein Vorteil der naturbelassenen gegenüber hochverarbeiteten Snacks: Die Tiere sind mit dem Fressen meist länger beschäftigt. Selbst große Hunde kauen an einem Kaninchenohr mehrere Minuten lang – das entspricht dem natürlichen Kaubedürfnis und reduziert Stress.

Der ausführliche Test Hundesnacks erscheint in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und unter www.test.de/naturbelassenehundesnacks. Dort gibt es auch praktische Tipps zur hygienischen Handhabung und zur richtigen Portionierung der Snacks.

Quelle: Stiftung Warentest