Miese Masche – Alte Produktrückrufe als aktuelle Meldung?

Immer wieder häufen sich Verbraucherhinweise zu angeblich aktuellen Produktrückrufen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch: Manche Meldungen sind nicht neu, sondern bereits Wochen oder Monate alt – werden jedoch immer wieder mit aktuellem Datum erneut veröffentlicht – scheinbar um Aktualität zu suggerieren, hier wurden gleich ganz viele Meldung von älteren Produktrückrufen mit dem Datum 19.02.2026 versehen. Mal ganz ehrlich, hier werden Leserinnen und Leser doch für dumm verkauft! 

Neuestes Beispiel ist hier die Onlineausgabe von nordbayern.de,  die mit Datum 19.02.2026 von einem Eis Rückruf berichtet.

Ja, diesen Rückruf gab es – am 9. Januar 2026!

Für Verbraucher:innen eine enorme Verunsicherung! Und: Bei mir klingelt dann das Telefon, „gibt es da schon wieder einen Rückruf?“ usw.

Das finanziell extrem Positive für derlei seltsame Newsportale: Sie immer wieder aktuell bei Google News gelistet und bekommen Nutzerinnen und Nutzer, die fleißig klicken und bei jedem Klick auch noch massenweise Werbeeinblendungen produzieren. Auf nordbayern.de habe ich übrigens nach 80 Anzeigen auf einer Seite aufgehört zu zählen.

Einige Medienportale scheinen sich darauf spezialisiert zu haben, ältere Rückrufe wieder aufzugreifen und als aktuelle Warnung darzustellen. Für Verbraucher:innen entsteht dadurch der Eindruck akuter Gefahr, obwohl der Vorgang längst abgeschlossen ist.

Als möglicher Hintergrund gelten Werbeeinnahmen, da aufmerksamkeitsstarke Warnmeldungen besonders viele Seitenaufrufe erzeugen – mit guter Berichterstattung hat das gar nichts mehr zu tun!

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Worauf sollten Verbraucher achten?

  • Veröffentlichungsdatum genau prüfen

  • Offizielle Hersteller- oder Behördenangaben vergleichen

  • Bei Unsicherheit direkt beim Unternehmen oder bei zuständigen Stellen nachfragen

Fazit: Seriöse Verbraucherinformation lebt von Transparenz und Aktualität. Sensationsmeldungen ohne klare zeitliche Einordnung sorgen dagegen für Verunsicherung.

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