ÖKO-TEST Trockenshampoos – Vier überzeugen nicht ganz

Trockenshampoos sind Haarpflegeprodukte, die überschüssiges Fett am Haaransatz aufnehmen, ohne dass dabei die Haare mit Wasser in Berührung kommen. Sie werden meist als Spray oder Pulver aufgetragen und sorgen kurzfristig für ein frischeres, griffigeres Haargefühl. Trockenshampoo ersetzt natürlich keine Haarwäsche, ist aber ideal für alle, die Frühmorgens unter chronischem Zeitmangel leiden. Zu häufige Anwendung kann jedoch die Kopfhaut austrocknen oder Rückstände hinterlassen. Wie gut die schnellen Haarpfleger wirklich sind, hat nun ÖKO-TEST untersucht.

Wenn es am Morgen im Badezimmer schnell gehen muss, sind Trockenshampoos für manche die Rettung – Bild von Ryan McGuire auf Pixabay

Wenn es am Morgen im Badezimmer schnell gehen muss, sind Trockenshampoos für manche die Rettung. Zu den meisten Produkten im Test können Verbraucherinnen und Verbraucher laut ÖKO-TEST bedenkenlos greifen. Vier überzeugen nicht ganz – darunter drei Produkte wegen des umstrittenen Minerals Talkum.   

ÖKO-TEST hat 26 Trockenshampoos auf ihre Inhaltsstoffe getestet. Die Mehrzahl der Testprodukte schneidet mit Bestnote ab. Kritik gibt es für Schwermetallbefunde, einen allergenen Duftstoff und das Mineral Talkum, das künftig in Kosmetik verboten werden könnte.

In zwei Naturkosmetikprodukten und in einem konventionellen Trockenshampoo im Test steckt das umstrittene Mineral Talkum. Vor einigen Jahren ist Talkum zunächst in die Kritik geraten, weil es mit Asbest verunreinigt sein kann. 2024 hat die Internationale Agentur für Krebsforschung auch asbestfreies Talkum als wahrscheinlich krebserregend für Menschen eingestuft. Die gleiche Einstufung hat die Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) vorgeschlagen, was ein Verbot des Stoffs in Kosmetik nach sich ziehen würde. Im Test wertet ÖKO-TEST die betroffenen Produkte aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes ab.

In einem weiteren Trockenshampoo mit Naturkosmetiksiegel sind aus ÖKO-TEST Sicht die nachgewiesenen Arsen- und Nickelwerte zu hoch. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist bei den gefundenen Mengen Arsen zwar nicht automatisch von einem Gesundheitsrisiko auszugehen, aber sie überschreiten den Orientierungswert, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als technisch vermeidbar ansieht. Nickel wiederum ist laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund der häufigste Auslöser für eine Kontaktallergie. ÖKO-TEST ist der Meinung, dass Kosmetik so wenig Nickel enthalten sollte wie möglich, und orientiert sich bei seiner Bewertung an einer Empfehlung der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

Im Test finden Verbraucherinnen und Verbraucher aber auch eine große Auswahl an „sehr gut“ bewerteten Produkten – und das schon ab 1,95 Euro für 200 Milliliter. 

Grundsätzlich empfiehlt ÖKO-TEST Trockenshampoos nicht zu oft hintereinander zu verwenden, da sie die Poren der Kopfhaut verstopfen können und eine Haarwäsche zur Reinigung nicht ersetzen.

Anzeige – Weitere Informationen finden Sie in der Februarausgabe des ÖKO-TEST Magazins, die am 29. Januar erscheint, und ab sofort online unter: oekotest.de/16045

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