Nestlé Deutschland AG hatte am 5. Januar 2026 über den Rückruf bestimmter Chargen Babynahrung der Marken BEBA, BEBA expert HA, BEBA expert Comfort+, BEBA supreme, BEBA AR und ALFAMINO informiert. Nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation foodwatch fanden österreichische Behörden bereits am am 16. Dezember Verunreinigungen mit dem Toxin Cereulid in Produktproben von Nestlé-Säuglingsnahrung, die aus Deutschland kam.
foodwatch: Amtliche Produktprobe schon am 16. Dezember
Kontaminierte Nestlé-Produkte stammen auch aus Deutschland und wurden weltweit verkauft
Die belasteten Nestlé-Babyprodukte stammen auch aus Werken in Deutschland und wurden in 30 Länder weltweit verkauft. Bereits am 16. Dezember fanden österreichische Behörden Verunreinigungen mit dem Toxin Cereulid in Produktproben von Nestlé-Säuglingsnahrung, die aus Deutschland kam. Das belegt eine Meldung im EU-Behörden-Schnellwarnsystem RASFF.
Aus Sicht von foodwatch ist daher davon auszugehen, dass sowohl Nestlé als auch die Behörden in Deutschland schon seit Mitte Dezember wussten, dass auch deutsche Produkte betroffen sind. Dennoch gab es erst am 5. Januar einen öffentlichen Rückruf in Deutschland und Österreich. foodwatch forderte Nestlé und die Behörden in Deutschland und Österreich erneut auf, endlich offenzulegen, warum so viel Zeit verging, bevor Eltern gewarnt wurden.
Die Nestlé-Produkte aus Deutschland wurden offenbar weltweit verkauft – die Meldung im EU-Behördensystem wurde heute ausgeweitet auf 30 Länder, in die die Produkte exportiert wurden, darunter China, Costa Rica, Südafrika und Taiwan. Die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit hatte nach eigenen Angaben zunächst vor Weihnachten nur einen sogenannten „stillen Rückruf“ durchgeführt – ohne Information an die Verbraucher:innen. Nestlé selbst hatte in den Niederlanden die Behörden bereits am 9. Dezember informiert, dass Eigenkontrollen in einem Werk Verunreinigungen mit dem Toxin Cereulid festgestellt hatten. Auch hier gab es jedoch zunächst keinen öffentlichen Rückruf.
„Warum gab es erst am 5. Januar einen großen öffentlichen Rückruf? Nestlé wusste mindestens seit Anfang Dezember, dass seine Babyprodukte verunreinigt waren. Ebenso die Behörden in den Niederlanden. Österreich war spätestens seit Mitte Dezember gewarnt und sehr wahrscheinlich auch die Behörden in Deutschland. Dennoch passierte offenbar erst mal lange nichts“, sagte Alina Nitsche von foodwatch.
Quellen und weiterführende Informationen:
- RASFF-Eintrag der österreichischen Behörden zur Produktprobe vom 16.12.2025 mit verunreinigten Nestlé-Produkten aus Deutschland: https://webgate.ec.eur…ion/
814523 - Nestlé-Rückruf: https://www.nestle.de/…-
produkten - Nestlé-Meldung im EU-Behördenportal RASFF: https://webgate.ec.eur…ion/
810066 - Meldung des österreichischen Gesundheitsministeriums: https://www.ots.at/pre…-
betroffen - Nestlé-Rückruf in Frankreich vom Dezember: https://rappel.conso.g…59/
Interne - Antwortschreiben der niederländischen Lebensmittelbehörde an foodwatch: https://www.foodwatch….
dwatch.pdf
Quelle: foodwatch e.V.