Schnecken im Garten: So schützen Sie Ihre Pflanzen ohne Gift

Abgefressene Salatköpfe, angeknabberte Jungpflanzen und beschädigte Kräuter – vor allem in regenreichen Phasen können Schnecken im Garten schnell zur echten Plage werden. Doch chemische Mittel sind nicht unbedingt nötig. Mit der richtigen Planung und einigen einfachen Maßnahmen lassen sich die Tiere auch umweltfreundlich fernhalten.

Corinna Hölzel, Gartenexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, empfiehlt im BUND Ökotipp bereits bei der Gestaltung des Beets auf schneckenunfreundliche Bedingungen zu achten.

Vor allem Jungpflanzen oft chancenlos gegen Schnecken

„In unseren Gärten beobachten wir vor allem die spanische Wegschnecke. Sie ist eine invasive Art und hat sich bei uns sehr stark vermehrt. Sie frisst fast alles an Gemüse und Pflanzen“, erklärt Corinna Hölzel. „Schnecken mögen es feucht und gehen in den frühen Morgenstunden und am Abend auf Futtersuche. Sind die Schnecken erst mal unterwegs, haben Jungpflanzen fast ke­ine Chance mehr, zu ausgewachsenen Pflanzen zu wachsen. Sie werden sofort angefressen. Die Schnecken sitzen dann beispielsweise auf den Blättern des Salats und fressen sich systematisch vor. Selbst einen erntereifen Salatkopf können Schnecken innerhalb einer Nacht wegfressen.“

Mit richtiger Beetplanung Schnecken vermeiden

Hölzel: „Mein Tipp: Sorgen Sie schon bei der Beetplanung dafür, dass Schnecken Ihre Ernte nicht mögen.“ Rote Bete, Zwiebeln, Lauch, Mais, Tomaten und Mangold mögen Schnecken nicht oder nicht so sehr. Sehr junge Tomaten- oder Mangoldpflänzchen sollten Sie trotzdem schützen.

Schnecken lieben Salat – Pflücksalate allerdings viel weniger als Eisberg- oder Kopfsalat. Pflanzen Sie gefährdetes Gemüse wie beispielsweise Salat im Hochbeet an. Die sind für Schnecken schlechter zu erreichen. Stellen Sie Schneckenzäune oder Schneckenkragen auf, die Schnecken nicht überwinden können. Nutzen Sie diese Hindernisse vor allem bei jungen Pflanzen oder den besonders gefährdeten Pflanzen.

Schneckenpopulation eindämmen: Schneckeneier und Schnecken absammeln

Die Schneckenpopulation im Garten lässt sich schon eindämmen, bevor ausgewachsene Tiere unterwegs sind: Sammeln Sie Schneckeneier ab. Schneckeneier sehen Schaumblasen ähnlich. Sie sitzen meist an dunklen, feuchten Stellen, etwa unter Trittbrettern oder umgedrehten Blumentöpfen, wo sich Feuchtigkeit sammelt. Wenn bereits viele Schnecken an den Pflanzen sitzen, sollten Sie sie händisch absammeln – möglichst früh am Tag oder am Abend, wenn sie aus ihren Verstecken kommen. Bringen Sie die Schnecken in die hinteren Ecken des Gartens oder auf den Kompost.

„Verzichten Sie unbedingt auf Schneckenkorn. Denn das ist für Hunde, Katzen und Igel giftig. Schneckenkorn auf Eisenbasis ist zwar weniger gefährlich für Wild- und Haustiere, es tötet aber auch nützliche Schnecken wie Gehäuseschnecken, Weinbergschnecken oder auch den Tigerschnegel, der die Eier der Wegschnecke frisst“, erklärt Hölzel.

Auch selbst gebaute Schneckenfallen wie die bekannten Bierfallen sind nicht zu empfehlen, da die Tiere qualvoll darin verenden. Es gibt viele Ideen für selbstgemachte Hausmittel, die als Schneckenbarriere helfen sollen: Sägespäne, Kaffeesatz oder Haferflocken. Meist hilft das nur zusätzlich zu anderen Maßnahmen. Aber Vorsicht, bringen Sie keine Salze oder Öle oder andere kritische Stoffe in die Umwelt.

Auch Gießzeitpunkt beeinflusst Schnecken

Gießen sollte Sie am besten in den frühen Morgenstunden, wenn die Schnecken sich in ihre Schattenbereiche zurückziehen. „Bitte nicht am Abend, denn dann werden Schnecken durch die Feuchtigkeit noch einmal zusätzlich angelockt“, so Hölzel. Beim Gießen darauf achten, den Wurzelbereich statt die Blätter der Pflanze oder das gesamte Beet zu gießen. Gießen Sie selten und dann intensiver. So kommt Wasser in den Wurzelbereich. Außerdem werden die Schnecken durch ständiges Feucht halten des Bodens – verursacht durch tägliches Gießen – angelockt.

Nützlinge fördern

Molche, Eidechsen, Spitzmäuse und Insekten wie Laufkäfer, Glühwürmchen oder Moderkäfer fressen Schnecken. Auch bei Vögeln wie Drosseln, Staren, Krähen, Raben, Elstern und beim Hausrotschwanz stehen sie auf dem Speiseplan. Wer weniger Schnecken haben will, sollte also Nützlinge fördern. Räumen Sie Ihre Garten möglichst wenig auf und verzichten Sie auf Pestizide. Totholzstapel, Laubhaufen, Wasserstellen, dichte Hecken, ein Vogelnistkasten, ein Kompost oder eine Feldsteinmauer sorgen zusätzlich dafür, dass sich Schneckenfresser im Garten wohlfühlen.

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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V.,

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