Boxspringbetten unterscheiden sich im Aufbau deutlich von klassischen Betten: Statt eines Lattenrosts besteht die Basis aus einer gefederten Box, darauf liegt eine Matratze und meist zusätzlich ein Topper. Dieses Zusammenspiel sorgt für eine optimale Druckverteilung und ein besonders weiches Einsinken.
Durch die erhöhte Liegefläche fällt das Ein- und Aussteigen leichter – ein Pluspunkt für viele – vor allem ältere Menschen. Zudem sind Boxspringbetten in zahlreichen Größen, Stoffen und Farben erhältlich und setzen auch optisch stilvolle Akzente im Schlafzimmer.
Boxspringbetten gelten als Königsklasse fürs Schlafzimmer
Boxspringbetten stehen eigentlich für hohen Schlafkomfort und ein luxuriöses Liegegefühl, doch die Stiftung Warentest zieht sie vom Thron: Auf keiner der neun Boxspring-Kombis zwischen 599 und 2.094 Euro liegen alle Körpertypen in Rücken- und Seitenlage gut. Drei Betten fallen wegen Schadstoffen komplett durch, darunter das teuerste im Test. Einfache Matratzen bieten oft bessere Liegeeigenschaften.
Die Stiftung Warentest hat neun Boxspringbetten mit einer Liegefläche von 140 mal 200 Zentimetern geprüft – darunter Modelle von Emma, Ikea, Musterring und Home24. Die Preisspanne reicht von 599 bis 2.094 Euro. Das ernüchternde Ergebnis: Nur ein Modell bietet überwiegend gute Liegeeigenschaften und schneidet auch insgesamt gut ab. Vier Betten sind befriedigend, eines ausreichend, drei erhalten wegen bedenklicher Schadstoffe die Note Mangelhaft.
„Vergleichbare Schadstoffbelastungen kennen wir aus unseren Matratzentests nicht. Einige Boxspring-Anbieter müssen dringend ihre Qualitätssicherung verbessern“, sagt Sarah Vasconi, Projektleiterin bei der Stiftung Warentest. Besonders problematisch: Zwei Matratzen gaben auch noch Tage nach dem Auspacken hohe Konzentrationen des Lösemittels Dimethylformamid an die Raumluft in der Prüfkammer ab. Dimethylformamid gilt als fortpflanzungsschädigend. Bei einem weiteren Modell überschritt der Matratzenbezug den EU-Grenzwert für umweltschädliche Nonylphenolethoxylate deutlich.
Ein häufiges Problem: der unerwünschte Hängematteneffekt. „Auf einer guten Schlafunterlage sollte die Wirbelsäule in Seitenlage möglichst gerade liegen und in Rückenlage in ihrer natürlichen Doppel-S-Form – doch auf den Betten im Prüflabor hingen die Testpersonen oft etwas durch“, kritisiert Vasconi. Im Dauerwalztest, der eine achtjährige Nutzung simuliert, bildeten sich bei zwei Betten frühzeitig tiefe Liegekuhlen. Immerhin: Alle Betten bieten guten Komfort. Hier bewertete das Prüfteam unter anderem, ob der Unterbau spürbar ist und wie gut sich die Liegeposition verändern lässt. Das Ergebnis ist aber auch nicht besser oder schlechter als bei den meisten Matratzen, die die Stiftung Warentest im vergangenen Jahr untersucht hat. Wer Wert auf günstige Qualität legt, ist mit einer guten Matratze auf einem Bettgestell mit starrem Lattenrost oft besser beraten.
Anzeige – Welches Boxspringbett trotz allem überzeugt und für welche Körpertypen sich die einzelnen Modelle eignen, steht in der März-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und unter www.test.de/boxspringbetten.
Quelle: Stiftung Warentest