Dark Patterns – So manipulieren Websites und Apps

Dark Patterns sind manipulative Design-Tricks auf Websites und in Apps, die Nutzerinnen und Nutzer zu bestimmten Entscheidungen drängen – oft gegen ihre eigenen Interessen.

Es wird gezielt mit psychologischen Effekten gearbeitet. Sicher haben auch sie schon Titel wie etwa „Sie hat ein Haus gekauft und hat furchtbares im Keller entdeckt“ gelesen und gedacht OK, muss ich weiterlesen. Dann klickt Mensch sich über gefühlt 100 Seiten über die „weiter >“ Buttons und bei jedem zweiten Mal ploppt Werbung auf. Insgesamt werden so viele, viele Werbeeinblendungen generiert, viele Cookies und Tracker auf ihrem Gerät abgelegt nur um dann zu erfahren, dass im Keller ein alter Koffer mit noch älteren Zeitungen lag.

Aber auch versteckte Kosten, schwer auffindbare Kündigungen, automatisch verlängerte Abos oder irreführende Buttons gehören dazu. Ziel ist es immer, mehr Werbung einzublenden, Verkäufe zu erzielen, Daten zu sammeln oder Kundinnen und Kunden länger zu binden. In vielen Ländern gelten sie inzwischen als rechtlich bedenklich. 

Die Verbraucherzentrale Bremen klärt auf

Kurz gesagt handelt es sich bei Dark Patterns um Designs, die Informationen nicht neutral darstellen oder sie schwer auffindbar machen. Die Oberflächengestaltung einer Website oder App ist oft so intuitiv, weil das Design auf Erkenntnissen aus der Verhaltenspsychologie beruht und deshalb instinktive Reaktionen ansprechen kann: Wenn Sie häufig Websites besuchen, haben Sie beispielsweise gelernt, einen farbig hinterlegten Text als Button zu erkennen und wissen, dass dadurch eine Aktion ausgelöst wird. Genau diese gelernten Verhaltensmuster nutzen Dark Patterns, um gewünschte Handlungen herbeizuführen, die Sie vielleicht gar nicht tätigen wollten. Häufig fällt dies bei der Gestaltung von Cookie-Bannern auf, die Sie zum Akzeptieren aller Cookies bewegen möchten.

Andere Arten von Dark Patterns verstecken zentrale Informationen so gut, dass Sie diese nicht zum benötigten Zeitpunkt finden können. „Häufig geschieht dies bei Online-Einkäufen, wenn beispielsweise der Aufbau der Seite suggeriert, dass lediglich eine Einmalzahlung fällig wird“, erklärt Parsya Baschiri, Rechtsexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen. An anderer, nicht einsehbarer Stelle findet sich dann die Information, dass Sie automatisch ein Abonnement abschließen, wenn Sie nicht innerhalb einer bestimmten Frist kündigen.

Warum werden Dark Patterns verwendet?

Mit Dark Patterns wollen Anbieter mehr persönliche Daten von Ihnen erhalten oder Ihnen einen Vertrag unterjubeln, den Sie zu diesen Konditionen nicht abschließen wollten. „Diese Muster sind im Netz allgegenwärtig, wir sehen kaum eine Website oder App, die sich keiner Art von Dark Patterns bedient. Viele Online-Shops nutzen etwa den Black Friday, um mit vermeintlichen Schnäppchen zu locken und Kaufentscheidungen gezielt zu beeinflussen“, betont Baschiri.

Quelle: Verbraucherzentrale Bremen

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