Umfrage zeigt: Mehrheit der Deutschen für Zuckersteuer

Die Zuckersteuer ist eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel. Ziel ist es, den Zuckerkonsum zu senken und damit Krankheiten wie Übergewicht und Diabetes vorzubeugen. In vielen Ländern verteuert sie vor allem Softdrinks und Energydrinks. Hersteller reagieren oft mit zuckerärmeren Rezepturen. In Deutschland gibt es bislang keine feste Zuckersteuer, das Thema wird jedoch regelmäßig politisch diskutiert. 

Mehrheit der Deutschen für Zuckersteuer

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland unterstützt eine Steuer auf zuckrige Getränke. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag von foodwatch, bei der 60 Prozent der Befragten diese Maßnahme befürworteten. foodwatch forderte die CDU auf, den Willen der Verbraucher:innen ernst zu nehmen und sich auf ihrem Bundesparteitag für eine Limo-Steuer auszusprechen. Die Union lehnte die Steuer bisher ab. Der Landesverband Schleswig-Holstein und Ministerpräsident Daniel Günther bringen auf dem Parteitag am 21. und 22. Februar einen Antrag für eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke ein.

„Süße Limos fluten unseren Körper in kurzer Zeit mit riesigen Mengen an Zucker. Sehr gut, dass nun auch Teile der CDU erkannt haben, dass zu viel Zucker krank macht und die Gesellschaft Milliarden kostet”, sagte Luise Molling von foodwatch. „Die CDU muss sich zum Schutz unserer Kinder und unseres Gesundheitssystems hinter Günthers Vorschlag stellen. Die Limo-Steuer wirkt, das zeigt das Beispiel Großbritannien – auch Deutschland muss endlich wirksame Maßnahmen für gesunde Ernährung auf den Weg bringen!”

Süßgetränke gehören zu den wichtigsten Quellen für den hohen Zuckerkonsum. Die Weltgesundheitsorganisation stuft zuckrige Getränke als wesentliche Treiber für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies ein. Die gesamten jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten von Adipositas und Übergewicht werden auf etwa 2,6 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts geschätzt, was circa 113 Milliarden Euro entspricht.

In der Rendsburger Erklärung hat die CDU Schleswig-Holstein im September unter anderem die Einführung einer Verbrauchssteuer auf Getränke mit hohem Zuckeranteil und den Verkauf von Energy-Drinks ab einem Mindestalter von 16 Jahren beschlossen. Das Land bereitet außerdem eine Bundesratsinitiative für eine nationale Abgabe auf Zucker in Erfrischungsgetränken vor.

Ärzteverbände, Krankenkassen und medizinische Fachgesellschaften unterstützen eine Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke. Erst kürzlich hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina eine Zuckersteuer gefordert. In Großbritannien senkten die Hersteller infolge der 2018 eingeführten Abgabe den Zuckergehalt ihrer Getränke deutlich. Gleichzeitig ging der Zuckerkonsum zurück.

Forsa befragte zwischen dem 3. und 5. Februar 2026 insgesamt 1.003 Bürger:innen ab 18 Jahren. 60 Prozent der Befragten befürworteten eine gestaffelte Abgabe für die Hersteller sehr zuckerhaltiger Süßgetränke. 73 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Politik Maßnahmen ergreifen soll, damit die Lebensmittelindustrie den Zuckergehalt in ihren Getränken reduziert.

Quellen und weiterführende Informationen:

Quelle: foodwatch e.V.

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