Zum Valentinstag – Giftfreie Liebesgrüße statt toxischer Schnittblumen

Der Valentinstag naht – Jedes Jahr am 14. Februar wird der Tag der Liebe und Zuneigung gefeiert. Der Valentinstag geht auf den heiligen Valentin von Rom zurück, der im 3. Jahrhundert nach Christus lebte. Der Legende nach traute er heimlich Liebespaare, obwohl der damalige Kaiser Claudius II. dies verboten hatte. Verliebten soll er Blumen geschenkt haben. Im Mittelalter entwickelte sich der Valentinstag in England und Frankreich zum Tag der romantischen Liebe. Man glaubte, dass sich an diesem Datum die Vögel paaren. Dichter und Schriftsteller machten den Tag immer bekannter. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch, sich Karten und kleine Geschenke zu schenken, vor allem in Großbritannien und den USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Valentinstag auch nach Deutschland. Heute steht der Valentinstag weltweit für Liebe, Freundschaft und Zuneigung und für den Ansturm auf Blumensträuße.

Zum Valentinstag gehören Blumen einfach dazu. Ob Tulpen, Rosen, Narzissen, Freesien, Anemonen oder Ranunkeln – ein bunter Strauß ist für viele Menschen am 14. Februar die erste Wahl. Doch Achtung: Die Liebesboten enthalten oft einen Pestizid-Cocktail. Corinna Hölzel, Pestizid-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt, auf welche Siegel Sie beim Blumenkauf achten können und welche Alternativen es zu Schnittblumen gibt.

Gefährlicher Giftcocktail auf importierten Blumen

Im Winter kommen Rosen, Nelken oder Lilien auf dem deutschen Markt fast immer aus dem Ausland. Neben Holland sind ostafrikanische und südamerikanische Länder Herkunftsländer. Insgesamt importiert Deutschland jährlich eine Milliarde Rosen. Rund 250 Millionen davon kommen mit dem Flugzeug aus Kenia, Sambia und Äthiopien nach Deutschland.

Hölzel: „In der Blumenproduktion im globalen Süden werden zahlreiche und zum Teil gefährliche Gifte gespritzt. Darunter sind auch Insektizide und Fungizide, die in der EU aufgrund ihrer Gefährlichkeit verboten sind. Diese Stoffe schaden der Umwelt und der Gesundheit der Arbeiter*innen im Rosenanbau, die zumeist unter schlechten Bedingungen tätig sind. Aber auch hier in Deutschland können sie für Floristinnen und Floristen eine Gefahr darstellen. Wer am Valentinstag Freude ohne giftiges Beiwerk schenken will, sollte auf Siegel achten: die von den Lebensmitteln bekannten Bio-Siegel, das Slowflower- und das Fairtrade-Siegel.“

Auf diese Siegel achten

Wenn das Siegel „Fairtrade“ auf dem Blumentopf, der Rose oder dem Blumenstrauß erkennbar ist, werden die Blumen zumindest nach besseren sozialen und ökologischen Standards produziert. Die Beschäftigten werden fair entlohnt. „Slowflower“ setzt konsequent auf Regionalität und Nachhaltigkeit und vermeidet damit lange Transportwege.

Alternativen zu Schnittblumen

Wer auf Blumen am Valentinstag verzichten möchte, muss nicht mit leeren Händen dastehen. „Schenken Sie gemeinsame Zeit und planen Sie einen Ausflug zusammen“, schlägt Hölzel vor. „Oder bekochen Sie ihren geliebten Menschen und schenken Sie etwas aus nachhaltigen Materialien oder aus der Region.“

Eine andere Idee: Wecken Sie Vorfreude, indem Sie zum Beispiel einen Gutschein für einen regionalen Sommerblumenstrauß schenken. Dieser kann dann guten Gewissens für Schnittblumen ab Juni eingelöst werden. Hölzel: „Alternativ zu Schnittblumen und wunderschön sind Trockensträuße oder Zweige von Kirsche oder Forsythien, die in der warmen Wohnung vorzeitig zu blühen beginnen. Die Pflanzen wachsen bei uns, sie sind unbelastet und halten sogar länger als jeder Blumenstrauß.“

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