Beleidigungen, Bedrohungen, Bespucken und körperliche Angriffe: Für viele Rettungsdienstleistende und Polizeibeamtinnen und -beamte gehören Übergriffe im Einsatz inzwischen zum Alltag. In zahlreichen Städten und Gemeinden berichten Hilfsorganisationen und Sicherheitsbehörden von einer deutlichen Zunahme gewalttätiger Vorfälle gegenüber Einsatzkräften. Was früher Ausnahme war, wird immer häufiger zur belastenden Realität. Helferinnen und Helfer werden angegriffen – was um alles in der Welt geht in diesen Menschen vor??
Besonders betroffen sind Einsätze in Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum, häuslicher Gewalt, Großveranstaltungen oder nächtlichen Notfällen. In emotional aufgeheizten Situationen geraten Helferinnen und Helfer oft ins Visier von aggressiven Personen. Nicht selten werden sie beim Versuch, Menschen zu versorgen oder Gefahren abzuwenden, behindert oder attackiert. Das kann doch nicht sein!
Hohe körperliche und psychische Belastung
Die Folgen für die Betroffenen sind gravierend. Neben Prellungen, Knochenbrüchen und anderen Verletzungen leiden viele Einsatzkräfte unter langfristigen psychischen Belastungen. Angst vor erneuten Angriffen, Schlafstörungen und Erschöpfung sind weit verbreitet. Beratungsstellen berichten von zunehmenden Fällen von Burn-out und posttraumatischen Belastungsstörungen.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Organisationen. Krankenstände nehmen zu, erfahrene Fachkräfte verlassen den Beruf, und Nachwuchs bleibt aus. Der ohnehin bestehende Personalmangel im Rettungsdienst und bei der Polizei verschärft sich dadurch weiter – mit Folgen für die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung.
Ursachen: Frust, Aggression und Respektverlust
Experten sehen die Gründe für die zunehmende Gewalt in einer Mischung aus gesellschaftlicher Anspannung, wachsender Aggressivität und sinkendem Respekt gegenüber staatlichen Institutionen. Soziale Unsicherheit, psychische Erkrankungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Desinformation in sozialen Medien tragen zur Eskalation bei.
Hinzu kommt, dass Einsatzkräfte oft als erste Ansprechpartner in Krisensituationen auftreten. Sie werden mit Frust, Angst und Wut konfrontiert, die sich nicht selten gegen sie richten – obwohl sie lediglich helfen oder für Ordnung sorgen wollen.
Forderungen nach besserem Schutz
Politik, Gewerkschaften und Hilfsorganisationen fordern seit Längerem stärkere Schutzmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem:
- konsequentere Strafverfolgung bei Angriffen
- höhere Strafrahmen für Gewalt gegen Einsatzkräfte
- bessere Schutzkleidung und technische Ausstattung
- mehr Personal bei Risikoeinsätzen
- gezielte Schulungen zur Deeskalation und Kommunikation
Auch Präventionskampagnen sollen das Bewusstsein in der Bevölkerung schärfen und verdeutlichen, welche Bedeutung Rettungsdienste und Polizei für das Gemeinwohl haben.
Gesellschaft in der Verantwortung
Die Gewalt gegen Einsatzkräfte ist kein Randproblem unserer Gesellschaft, sondern ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklungen. Wenn Menschen, die Leben retten und Sicherheit gewährleisten, angegriffen werden, leidet das Vertrauen in öffentliche Strukturen insgesamt.
Rettungsdienstleistende und Polizistinnen und Polizisten gewährleisten unser aller Versorgung und Sicherheit. Tag für Tag arbeiten sie teilweise unter hohem Druck und oft unter Gefahr für die eigene Gesundheit für uns alle, dies sollte niemals vergessen werden! Sie verdienen Respekt, Schutz und Rückhalt aus der Gesellschaft.
Nur wenn Einsatzkräfte sicher arbeiten können, bleibt eine verlässliche Notfallversorgung und öffentliche Sicherheit gewährleistet.
An dieser Stelle ein ganz großes DANKESCHÖN an alle Rettungsdienstleistende und Polizistinnen und Polizisten!