Karneval: Kostüme und Accessoires enthalten oft Schadstoffe

Meerjungfrau, Superman oder aufblasbarer Dinosaurier? Karnevalsfans fiebern dem Höhepunkt der Session im Februar entgegen und planen ihre Outfits. Der Handel hat dafür jede Menge Angebote parat – oftmals zu sehr günstigen Preisen. Teilweise sind Textilien, Masken oder Perücken schon für wenige Euro zu haben aber immer wieder mit Schadstoffen belastet.

Karnevals-Utensilien können gesundheitsgefährdende Schadstoffe enthalten – Bild: KI generiert/ChatGPT

„Bei billigen Importprodukten, die direkt von Händlern aus China gekauft werden, ist aber unklar, ob sie den europäischen Gesetzen entsprechen oder Schadstoffe enthalten, die in Europa als gesundheitsgefährdend verboten sind”, warnt Diplom-Chemikerin Kerstin Effers, Referentin für Umwelt und Gesundheitsschutz der Verbraucherzentrale NRW. Für einen ungetrübten Karnevalsspaß hat sie folgende Tipps zusammengestellt:

Internetshops vor dem Kauf prüfen

Bei günstigen Kostümen aus dem Internet lohnt sich ein Blick ins Impressum des Online-Shops, um festzustellen, ob der Händler seinen Sitz in der EU hat. Gerade in Billigangeboten von Shein oder Temu wiesen Prüflabore immer wieder schädliche Inhaltsstoffe nach – solche Ware sollten Karnevalsfans besser meiden.

Schnüffeltest durchführen

Ein starker Geruch nach Kunststoff oder Chemie ist oft ein Zeichen für enthaltene Lösemittel oder andere Schadstoffe in Plastikteilen und Stoffen. Auffällig riechende Plastikschwerter, Elfenohren, Perücken und Masken sollten vorsorglich weder von Kindern noch Erwachsenen genutzt werden.

Unterkleidung als Schutz vor Giftstoffen

Waschbare Kostüme vor dem ersten Einsatz einmal durchzuwaschen, entfernt zumindest wasserlösliche Schadstoffe. Wenn die Textilien das nicht vertragen: Leggings, Strumpfhosen, Pullis oder T-Shirts unter dem Kostüm schützen die Haut vor Schadstoffen und halten zudem im Straßenkarneval warm.

Kostüme selbst herstellen oder leihen

Mit Materialien und Accessoires aus dem eigenen Haushalt oder Kleiderschrank gehen Jecken auf Nummer sicher. Nachhaltiger als der Neukauf von billiger Saisonware und origineller ist das selbst zusammengestellte oder genähte Kostüm ebenfalls. Zudem kann auf Materialien geachtet werden, die schwer entflammbar sind – wie etwa Baumwolle. Polyester und Co. fangen schnell Feuer. Wer nicht gerne bastelt, findet oft in Secondhand-Läden passende Verkleidungen. Im Freundeskreis oder mit anderen Familien Kostüme auszuleihen oder zu tauschen, ist ebenfalls eine Möglichkeit, schnell und preiswert zu einer Kostümierung zu kommen.

Naturkosmetik fürs Gesicht

Ein geschminktes Gesicht macht viele Verkleidungen erst perfekt. Die als spezielle Karnevalsschminke angebotenen bunten Pasten, Stifte und Lippenfarben können jedoch Inhaltsstoffe enthalten, die Hautreaktionen, wie Juckreiz, Rötungen oder Ekzeme, begünstigen. Auf manchen Schminkprodukten, gibt es Warnhinweise, dass sie nicht für die Augenpartie geeignet sind. Diese sollte man sicherheitshalber beachten, auch wenn auf der Verpackung geschminkte Augen abgebildet sind. Unbedenklicher ist zertifizierte Naturkosmetik. Diese ist frei von Mineralölen, Silikonen, Polyethylenglykolen (PEG), Azofarbstoffen und vielen anderen synthetischen Inhaltsstoffen, die Haut und Umwelt belasten können. Zu erkennen ist Naturkosmetik beispielsweise am COSMOS/BDIH bzw. Ecocert- oder dem NATRUE-Siegel, das ein Frauengesicht im Profil zeigt. Gerade für Kindergesichter sind Aquafarben optimal. Anders als Farben auf Paraffinbasis dichten Wasserfarben die Poren nicht ab und das Abschminken geht ganz einfach mit Wasser und Seife.

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