Auto: Wie lange ist eine Vollkaskoversicherung sinnvoll?

Die Vollkaskoversicherung bietet den umfassendsten Schutz für ein Auto. Sie übernimmt nicht nur Schäden durch Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern, sondern auch selbst verschuldete Schäden, Vandalismus und Fahrerflucht. Doch angesichts steigender Versicherungsbeiträge fragen sich viele Autobesitzer: Wie lange rechnet sich eine Vollkasko überhaupt?

Für Neuwagen ist die Vollkaskoversicherung unverzichtbar – Bild von Tumisu, auf Pixabay

Besonders wichtig bei neuen Fahrzeugen

Für Neuwagen gilt die Vollkaskoversicherung als nahezu unverzichtbar, vor allem bei Leasing oder finanzierten Fahrzeugen führt kein Weg an einer Vollkaskoversicherung vorbei. In den ersten Jahren ist der Fahrzeugwert hoch, gleichzeitig aber ist auch der Wertverlust besonders hoch. Ein Totalschaden oder ein selbst verschuldeter Unfall könnte mangels Abdeckung dann schnell zu einem hohen finanziellen Verlust führen. Für E-Autos ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da bei einem Unfall mit Akkuschaden die Reparaturkosten extrem hoch sein können. Deshalb empfehlen Verbraucherschützer eine Vollkaskoversicherung in den ersten drei bis fünf Jahren.

Auch für junge Gebrauchtwagen sinnvoll

Bei gebrauchten Fahrzeugen hängt die Entscheidung vom Kaufpreis und Alter ab. Wurde ein Auto erst vor Kurzem gekauft und besitzt noch einen vergleichsweise hohen Marktwert, kann sich eine Vollkasko für zwei bis drei Jahre lohnen – insbesondere dann, wenn das Fahrzeug finanziert oder geleast ist. In diesen Fällen schreiben Banken oder Leasinggeber die Vollkaskoversicherung oft sogar vor. 

Wann ein Wechsel zur Teilkasko sinnvoll wird

Der Zeitwert des Fahrzeugs sinkt mit zunehmendem Alter und Laufleistung deutlich. Gleichzeitig bleibt aber der Versicherungsbeitrag für die Vollkasko relativ hoch. Spätestens dann sollten Autofahrer prüfen, ob sich ein Wechsel zur Teilkasko rechnet.

Als Faustregel gilt: Übersteigt der jährliche Vollkaskobeitrag etwa zehn Prozent des aktuellen Fahrzeugwerts, ist eine Teilkasko meist die wirtschaftlich bessere Wahl.

Beispielrechnung: Vollkasko vs. Teilkasko

Fahrzeugdaten:
Alter des Autos: 5 Jahre
Aktueller Marktwert: 8.000 €

Versicherungskosten pro Jahr:
Vollkasko: 950 €
Teilkasko: 420 €

Kostenunterschied:
950 € − 420 € = 530 € pro Jahr

Bewertung:
950 € entsprechen rund 12 % des Fahrzeugwerts

Ein selbst verschuldeter Totalschaden würde maximal den Marktwert von 8.000 € ersetzen. Nach zwei Jahren Vollkasko-Beitrag wären allerdings bereits 1.900 € mehr an Versicherungsprämie bezahlt. In einem solchen Fall Fall ist die Teilkasko wirtschaftlich sinnvoller, da der hohe Beitrag in keinem guten Verhältnis mehr zum Fahrzeugwert steht.

Wann sich Vollkasko weiterhin lohnt

bei Neuwagen oder Fahrzeugen unter 3–4 Jahren
bei Leasing oder Finanzierung
wenn hohe Reparaturkosten nicht selbst getragen werden können
bei hohem Vandalismusrisiko (z. B. Großstadt)

Wann Teilkasko oder Haftpflicht ausreichen
bei älteren Fahrzeugen mit niedrigem Marktwert
wenn Rücklagen für Reparaturen vorhanden sind
wenn der Vollkasko-Beitrag mehr als 10 % des Fahrzeugwerts beträgt

Entscheidungshilfe auf einen Blick

Fahrzeugwert hoch → Vollkasko
Fahrzeugwert sinkt → prüfen & vergleichen
Beitrag sehr hoch → Teilkasko wechseln

Fazit

Eine Vollkaskoversicherung ist mit sinkendem Fahrzeugwert oft unverhältnismäßig teuer. Wer regelmäßig rechnet und vergleicht, kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

 

 


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