Kleinanzeigen & Funkstille: Warum dieses Verhalten so unfassbar nervt

War es doch schön früher, Zeitungen wie „Flohmarkt“ oder „Sperrmüll“ waren Kult, vollgestopft mit Kleinanzeigen aus allen Lebensbereichen. Antworten ging nur per Telefon oder Brief!  Und heute? Online mit vorprogrammiertem Frust. Wer regelmäßig auf Kleinanzeigen-Plattformen unterwegs ist – sei es als Käufer oder Verkäufer – kennt das Problem nur zu gut: Artikel eingestellt, tolle Bilder und eine aussagekräftige Beschreibung dazu und schon ploppt eine Nachricht auf: „Ist der Artikel noch da?“ Man antwortet freundlich. Schnell. Manchmal sogar mit Herz. Und dann? Absolute Funkstille. Keine Antwort mehr, kein Absagen, nichts.

Kleinanzeigen & Funkstille: Dieses Verhalten nervt viele unfassbar – Bild: KI generiert

Ghosting ist auf Kleinanzeigen Portalen längst normal 

Was früher als unhöflich galt, ist heute Alltag. Nutzer schreiben zehn Verkäufer gleichzeitig an, warten ab – und melden sich bei neun davon nie wieder. Anstand? Höflichkeit? Fehlanzeige. Schließlich ist man anonym, und Konsequenzen gibt es keine.

Das sogenannte „Ghosting“ ist längst nicht mehr nur aus der Welt des Online-Datings bekannt. Auch auf Kleinanzeigen Portalen gehört es für viele inzwischen zum Alltag. Besonders ärgerlich ist das für Verkäufer, die auf Rückmeldungen warten oder anderen Interessenten absagen.

Mögliche Gründe für das Schweigen

Die Ursachen sind vielfältig. Manche Nutzer schreiben mehrere Anbieter gleichzeitig an und entscheiden sich später für ein anderes Angebot – ohne den Anderen abzusagen. Wieder Andere finden den Preis dann doch zu hoch oder haben schlicht keine Zeit oder Lust, weiter zu antworten. Da auf Kleinanzeigen Portalen keine Verpflichtung zur Kommunikation besteht, ist es vielen scheinbar völlig egal, den Kontakt einfach abbrechen zu lassen.

Der Frust auf der Verkäuferseite

Vor allem für Verkäufer bedeutet das unnötigen Aufwand und auch Frustration. Verkäufer halten Artikel zurück, sagen anderen Interessenten ab oder planen Übergaben. Und während man wartet, kommt nichts. Kein Lebenszeichen. Das Ergebnis: Zeitverschwendung, Frust und immer weniger Geduld mit neuen Anfragen.

Käufer wiederum verpassen manchmal gute Angebote, weil so viele schlechte Erfahrungen gemacht werden. Antworten werden kürzer, misstrauischer, kälter. „Reservieren? Nein.“ „Nur Abholung, wer zuerst kommt.“

Ein Teufelskreis, den nicht die Plattform verursacht – sondern die Nutzer:innen selbst. Und genau das vergiftet die Plattformen.

Dabei würde doch schon ein Minimum an gegenseitigem Respekt reichen

Niemand verlangt eine Begründung.
Ein einfaches „Hat sich erledigt, danke“ kostet keine zehn Sekunden. Doch genau diese zehn Sekunden scheinen für viele schon zu viel zu sein.

Wie man besser damit umgeht

Auch wenn sich das Verhalten anderer nicht ändern lässt, helfen ein paar Strategien:

klare, kurze Antworten geben
frühzeitig verbindliche Absprachen treffen
mehrere Interessenten parallel berücksichtigen
nicht zu viel Zeit in einzelne Anfragen investieren

Kleinanzeigen Portale sind etwas Tolles, aber sie funktionieren nur, wenn beide Seiten ein Mindestmaß an Respekt zeigen. Ghosting mag bequem sein – fair ist es nicht. Und am Ende verlieren alle: Verkäufer, Käufer und die Plattform selbst.

Ein respektvoller Umgang auf beiden Seiten ist für alle angenehmer – doch bis dahin hilft vor allem eines, eine realistische Erwartungshaltung.

 

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