Kälte und Schnee – Gefahren nicht unterschätzen

Die derzeitige Wetterlage mit anhaltender Kälte, Schnee und Glätte stellt nicht nur eine Herausforderung für Verkehrsteilnehmer dar, sondern birgt auch ernsthafte Gefahren. So schön, wie sich die Natur auch bei Eiseskälte präsentiert, in Kombination mit Wind, Nässe und rutschigen Wegen kann es vor allem für ältere Menschen, Kinder und obdachlose Personen schnell gefährlich werden.

Glatte Gehwege und vereiste Straßen – Gefahr von Stürzen, Knochenbrüchen und Kopfverletzungen – Bild von Susanne Kreth auf Pixabay

Unterkühlung: Eine unterschätzte Gefahr

Bei hohen Minusgraden kann der Körper seine Temperatur nicht mehr ausreichend halten. Es droht eine Unterkühlung (Hypothermie), die selbst bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auftreten kann – besonders bei Wind oder feuchter Kleidung. Erste Anzeichen sind starkes Zittern, Müdigkeit, Verwirrtheit und Koordinationsprobleme. Bleibt eine Unterkühlung unbehandelt, kann sie lebensbedrohlich werden. Übrigens, wenn die Hände eiskalt sind, nie unter warmes oder heißes Wasser heben.

Erfrierungen an Händen, Füßen und Gesicht

Bei Minustemperaturen sind vor allem Finger, Zehen, Nase und Ohren gefährdet. Erfrierungen entstehen, wenn die Durchblutung stark reduziert wird. Typische Warnsignale sind Taubheitsgefühle, Blässe oder eine harte, kalte Haut. In schweren Fällen können bleibende Gewebeschäden entstehen. Warme Kleidung, Handschuhe und Kopfbedeckungen sind daher unverzichtbar.

 

Erhöhtes Unfallrisiko durch Schnee und Glätte

Glatte Gehwege und vereiste Straßen erhöhen die Gefahr von Stürzen, Knochenbrüchen und Kopfverletzungen deutlich. Besonders ältere Menschen sind davon betroffen. Auch im Straßenverkehr steigt das Unfallrisiko – nicht nur durch Glatteis, sondern auch durch eingeschränkte Sicht bei Schneefall. Hinzu kommt, dass bei Schneefall oft einige Fahrassistenzsysteme nicht mehr funktionieren. Wer eine längere Autofahrt plant, sollte auftanken und eine Decke und Getränke mitnehmen, denn schnell steht man im Stau.

Belastung für Herz und Kreislauf

Kälte bedeutet Stress für den Körper. Beim Schneeschippen oder bei körperlicher Anstrengung im Freien kann es zu einer starken Belastung des Herz-Kreislauf-Systems kommen. Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sollten körperliche Anstrengungen bei Kälte möglichst vermeiden und auf Warnsignale wie Atemnot oder Brustschmerzen achten.

Gefährdete Personengruppen

Für besonders gefährdete Personengruppen wie etwa ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder und wohnungslose Personen kann Kälte schnell zur ernsthaften Bedrohung werden.

Vorsorge und Schutzmaßnahmen

  • mehrlagige, wetterfeste Kleidung zu tragen
  • nasse Kleidung sofort zu wechseln
  • Aufenthalte im Freien bei starkem Frost zu begrenzen
  • rutschfeste Schuhe zu nutzen
  • auf Warnmeldungen und Wetterhinweise zu achten

Kälte und Schnee gehören zum Winter – doch auch die Gefahren sollten nicht unterschätzt werden. Mit der richtigen Vorsorge, Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme lassen sich viele Risiken vermeiden. Besonders in Phasen extremer Wetterlagen ist es wichtig, sich selbst und andere im Blick zu behalten.

 

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