Diese Einrichtungsstile bleiben langfristig im Trend

Heute macht der moderne Minimalismus Schlagzeilen, morgen bestimmt das Retro-Revival die Trends und übermorgen dürfen kühl-futuristische Möbel in keiner Wohnung mehr fehlen. 

Wer sich immer wieder den neusten Wohntrends anpassen möchte, braucht nicht nur einen langen Atem, sondern auch eine Menge Geld. Schließlich kann das regelmäßige Umstyling der eigenen vier Wände schnell an den Ersparnissen zehren.

Statt sich hinsichtlich der Inneneinrichtung immer wieder neu zu orientieren, lohnt sich ein zeitloser Chic. Dabei spielt es keine Rolle, ob man es lieber klassisch oder ausgefallen mag. Für jeden Geschmack gibt es einen Wohnstil, der auch zukünftig nicht aus der Mode kommt.

1. Skandinavische Klarheit

Wer sich in den letzten Jahrzehnten über Einrichtungstrends informieren wollte, kam um Hygge, Skandi oder Lagom kaum herum. Die Gemeinsamkeit der drei Stile: Sie alle stammen aus dem hohen Norden und setzen Gemütlichkeit über Pomp. 

Während bei einer hyggeligen Inneneinrichtung viele Kissen, Decken und Kerzen ins Zimmer einziehen dürfen, gilt bei Lagom das Motto „weniger ist mehr“. Beim Skandi-Chic steht ein ähnliches Prinzip im Mittelpunkt: Das rechte Maß von Komfort und Funktionalität.

Ob man sich auf einen der Wohnstile beschränkt oder sie miteinander kombiniert – die skandinavische Klarheit wird deutsche Wohnungen noch viele Jahre verschönern. Daher sind helle Holzmöbel zeitlose Klassiker. 

Minimalismus – Auf das Wesentliche in den eigenen vier Wänden beschränken – Bild von Mo auf Pixabay

2. Minimalismus

Bereits bei den Wohnstilen mit skandinavischem Einfluss geht es darum, sich auf das Wesentliche in den eigenen vier Wänden zu beschränken. Statt die Wohnung zu überladen, sollen sich Gemütlichkeit und Funktionalität die Waage halten. Dadurch bleibt ausreichend Platz für Ruhe und Entspannung.

Noch intensiver zeigt sich die bewusste optische Leere beim Minimalismus. Dabei geht es nicht darum, sich von lieb gewonnen Möbeln oder Gegenständen zu trennen. Schließlich muss eine minimalistische Einrichtung weder unpersönlich, noch unterkühlt aussehen.

Vielmehr regt der Minimalismus dazu an, den eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen. Ungenutzte Objekte – etwa Deko-Stücke – bekommen dabei kaum mehr Raum. Stattdessen sollen sie zugunsten freier Flächen weichen.

Das Ergebnis besteht in einer übersichtlichen Wohnungseinrichtung, die zum Durchatmen einlädt. 

Naturmaterialien im Vordergrund – Der Country- und Landhausstil – Bild von simonefer auf Pixabay

3. Country- und Landhausstil

Während der Minimalismus an großstädtische Coolness erinnert, symbolisieren der Country- und Landhausstil die ländliche Idylle. Naturmaterialien sind ein wichtiger Bestandteil der Stilrichtung, denn sie verleihen der Wohnung eine natürliche Behaglichkeit.

Der Rückzug in die eigenen vier Wände wird in Deutschland immer spürbarer. So wünschen sich laut Umfragen immer mehr Menschen mehr Zeit daheim bei der Familie. Diesem Streben nach der Gemütlichkeit zu Hause kommt der Landhausstil entgegen.

Er steht ganz im Zeichen des romantisierten Cottage-Charmes. Massivholzmöbel aus Eiche oder Buche bilden meist die Herzstücke eines Landhauszimmers. Dazu gesellen sich gemütliche Sessel und Sofas sowie Heimtextilien mit floralen Designs. 

4. Japandi

Was geschieht, wenn sich die skandinavische Gemütlichkeit mit fernöstlichem Purismus mischt? Na klar, der Japandi-Wohnstil entsteht. In ihm finden Komfort, Funktionalität und zurückhaltende Eleganz zusammen.

Dabei halten sich praktisches Mobiliar, bequeme Sitzgelegenheiten und individuelle Accessoires die Waage. 

Charakteristisch für den Japandi-Stil sind niedrige Holzmöbel, die einen Hauch japanischen Chic in die Wohnung bringen. Dazu gesellen sich helle Sofas und Sessel mit Bezügen aus Naturmaterialien wie Jute oder Leinen. Auch helles Leder kommt infrage. 

Japandi eignet sich insbesondere für Menschen, die nicht zwischen Behaglichkeit und Funktionalität wählen möchten. Denn der Stil ist beides: alltagstauglich und stilvoll.

5. Boho-Chic

Beim Japandi-Stil sind zurückhaltende Farben und Formen gefragt. Dagegen geht der Boho-Chic aufs Ganze. Ein wilder Stilmix aus Designs und Materialien erzeugt den Eindruck, im Zimmer eines echten Weltenbummlers gelandet zu sein.

Passend dazu, lebt der Boho-Chic von Elementen, die aus allen Teilen der Welt zu stammen scheinen. Dunkle Möbel aus Tropenholz holen ein Stückchen indonesische Eleganz nach Hause. Orientalische Teppiche bringen einen märchenhaften Hauch mit sich und passen hervorragend zu hellen Leinensofas.

Beim Mobiliar steht die Gemütlichkeit im Mittelpunkt. Ob Sessel, Sofa oder Sitzkissen – alles soll zum Entspannen einladen. 

Dazwischen finden allerhand Accessoires und Deko-Artikel Platz. Denn der Boho-Chic ist alles, nur nicht minimalistisch. Vielmehr handelt es sich um eine bewusste Fülle, die ein heimeliges Ambiente erschafft.

6. Mediterraner Stil

Wer schon einmal in einer mallorquinischen Finca stand, weiß, was den mediterranen Einrichtungsstil ausmacht. Er ist rustikal, ohne einschüchternd zu wirken. Entspannt, ohne unordentlich zu erscheinen. Einladend, ohne zu protzen.

Grundlage für ein wenig mediterranen Charme zu Hause sind erdige Töne und viel natürliches Licht. Möbel aus Akazienholz sind ebenso empfehlenswert wie Regale und Schränke aus weißem Holz. 

Sitzpolster und Heimtextilien erstrahlen ebenfalls in Weiß oder in typisch mediterranen Farben, etwa Terrakotta, Olivgrün oder Ocker. Wer dazwischen etwas buntere Akzente setzen möchte, ist mit Meerestönen wie Blau, Türkis und Aquamarin gut beraten.

Übrigens muss der maritime Style nicht zwingend an die spanische Hitze erinnern. Etwas luftiger und kühler wirkt die an Griechenland angelehnte Variante: weißes Mobiliar in Kombination mit kräftigen Blautönen. Auch Korbmöbel bringen die Leichtigkeit des Urlaubs nach Hause und laden dazu ein, sich ein Gläschen (griechischen) Wein schmecken zu lassen.

7. Industrial Style

Beim mediterranen Stil sind organische Farben und Formen das A und O. Dagegen geht es beim Industrial Style optisch etwas rauer zu. Statt an eine natürliche Gelassenheit erinnert die Einrichtung an städtische Coolness.

Zwar gehört auch Holz zu den Materialien, die im Industrial Design zum Einsatz kommen. Noch wichtiger sind jedoch Glas, Metall und Beton. Für Sessel und Sofa ist dunkles Leder besonders gut geeignet.

Der Industrial Style schlägt eine Brücke zwischen individuellem Charme und rauer Eleganz. Er ist deutlich minimalistischer als der Boho-Chic, jedoch noch ganz weit weg vom klassischen Minimalismus. 

Ähnlich wie bei der skandinavischen Klarheit geht es darum, sich auf das Wesentliche zu beschränken.

Seine cool-maskuline Note erhält der Wohnstil nicht nur durch den Einsatz kühler Materialien. Die gezielte Platzierung recycelter Möbel verstärkt die gewollte „Werkstatt-Wirkung“. Noch intensiver kommt sie zur Geltung, wenn ein oder zwei Upcycling-Projekte im Zimmer den Blick auf sich ziehen.

8. Used-Look

Wer den Industrial Style grundsätzlich stylish, aber etwas zu gewagt findet, kann es zuerst mit dem etwas gediegeneren Used Look probieren. Auch dieser spielt mit einer bewussten Unvollkommenheit. Scheinbar unverputzte Wände, Betonböden und gebrauchte Möbel sind das Kernstück des Wohntrends. 

Statt zahlreicher Glas- und Metalloberflächen kommt allerdings hauptsächlich Holz zum Einsatz. Besonders robuste Hölzer wie Eiche stehen dabei im Mittelpunkt. 

Gebrauchsspuren an Tischen, Schränken und Co. sind übrigens kein Ärgernis, sondern ein erwünschter Effekt. Ebenso wie scheinbar rissiges Leder auf Sofas und Sesseln. 

So soll bewusst der Eindruck erweckt werden, die Wohnung hätte ihre besten Tage bereits hinter sich. Dadurch mischt sich der Charme des Vergangenen mit einem modernen Komforterlebnis. 

Wohntrends wechseln schneller denn je – Bild: pixabay

9. Individueller Stilmix

Die Wohnung trendbewusst einzurichten, bedeutet nicht zwangsläufig, sich für einen bestimmten Wohntrend entscheiden zu müssen. Denn der zeitloseste Style ist jener, der den individuellen Vorlieben folgt.

Dabei zeichnet sich der Stilmix durch eine scheinbar wilde Mischung aus Farben, Formen und Materialien aus. Wichtig ist dabei lediglich, dass ein gemütlicher und einladender Eindruck entsteht.

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