Kindersitztest 2017: 16 Babyschalen und Kindersitze im Test – Zwei fallen durch

Jané und Recaro sind Testverlierer / 12 von 16 Sitzen erreichen „gut“

Die meisten der 16 Babyschalen und Kindersitze schützen Kinder ab der Geburt bis etwa zwölf Jahre gut. Spitzenreiter sind die beiden Babyschalen Cybex Aton M i-Size & Base M i-Size und Cybex Aton M i-Size für die Allerkleinsten (bis 87 cm Körperlänge). Beide punkten vor allem in den Kategorien „Sicherheit“ und „Bedienung“, weil sie dem Front- und Seitencrash optimal standhalten und einfach im Einbau und in der Bedienung sind.

Zwei Kindersitze versagten aber im internationalen Gemeinschaftstest unter Federführung der Stiftung Warentest gemeinsam mit dem ADAC: Der Recaro Optia löste sich beim Frontaufprall von seiner Smart-Click-Basis und flog in hohem Bogen durch das Prüflabor, und beim Sitz Grand von Jané lösten sich die Haken der Isofix-Halterung. Beide Sitze sind daher mangelhaft.

Quelle: ADAC e.V. / Uwe Rattay

Der Recaro Optia löste sich beim Frontaufprall von seiner Smart-Click-Basis und flog in hohem Bogen durch das Prüflabor – Quelle: ADAC e.V. / Uwe Rattay

Schon im vergangenen Jahr versagte der Optia mit der Basis Recaro Fix. So wie damals wurde auch dieses Mal der Anbieter umgehend über die Testergebnisse informiert. Recaro hat das Modell inzwischen vom Markt genommen. Kunden, die einen Optia-Sitz gekauft haben, können ihn kostenlos austauschen.

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Jané verkauft den Sitz Grand weiter, bietet aber eine kostenlose Reparatur an. Zwölf der 16 neu geprüften Babyschalen und Kindersitze in verschiedenen Größen schneiden gut ab, zwei befriedigend. In der maßgeblichen Prüfung, der Unfallsicherheit, versagte von ihnen keiner.

Preis und Leistung hängen bei Autokindersitzen nicht immer zusammen. Die mangelhaften Modelle von Jané und Recaro sind mit 280 und 330 Euro relativ teuer. Es gibt aber in diesem Test gute Sitze schon ab 140 Euro. Neben den neuen Modellen sind noch viele gute Sitze aus früheren Tests auf dem Markt.

 

Der Touring Club Schweiz (TCS) gibt Tipps für Kauf und Bedienung

Nicht jeder Kindersitz passt zu jedem Auto. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf über das entsprechende Angebot informieren, etwa indem man die Kindersitztests der letzten Jahre konsultiert. Zudem empfiehlt es sich, mit dem eigenen Fahrzeug zum Händler zu fahren und die in Frage kommenden Modelle vorgängig auszuprobieren.

Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Der Kindersitz muss möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug eingebaut werden können. Vor allem bei älteren Fahrzeugen können etwa lange Gurtschlossbefestigungen dazu führen, dass sich der Sitz nicht stabil anschnallen lässt
  • Um eine optimale Rückhaltung zu gewährleisten, sollten Gurte möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.
  • Insbesondere bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können. Ist der Gurt zu kurz für eine herkömmliche Babyschale, lässt sich eventuell eine mit separater Basis montieren.
  • Bei Sitzerhöhern mit Rückenstütze kommt es teilweise vor, dass sich der Gurt nicht mehr selbständig aufrollt, wenn sich das Kind nach vorne beugt. In diesem Fall sollte man einen anderen Kindersitz ausprobieren, bei dem die Position der Schultergurtführung besser zur Gurtgeometrie des Autos passt.
  • Kindersitzmodelle mit semi-universaler Zulassung (z.B. alle Kindersitze mit Stützfuss) können nicht in sämtlichen Fahrzeugen montiert werden. Diesen Produkten liegt allerdings meistens eine Typenliste mit den passenden Fahrzeugen bei.

Zudem sollte man sich mit der Handhabung des Sitzes vertraut machen. Nur mit einem richtigen Einbau kann der Sitz das Kind bei einem Unfall bestmöglich schützen. Dabei ist auch wichtig, dass die Gurte immer straff angezogen werden. Jacken sollten unter dem Beckengurt herausgezogen werden, so dass der Gurt möglichst nahe am Körper anliegt.

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Quellen: ADAC e.V.Touring Club Schweiz (TCS)

Abbildung oben (1): pixabay

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