Fipronil in Lebensmitteln: Verbraucherinformation Fehlanzeige!

Der Skandal um mit dem Insektizid Fipronil verseuchte Eier geht in die nächste Runde. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge gelangte Fipronil auch in andere Lebensmittel, teilweise über dem Rückstandshöchstgehalt. Doch informiert werden Verbraucher wieder einmal nicht. Die zuständigen Ministerien und Behörden mauern und kuschen vor der Industrie, zu Lasten der Verbraucher.

Schon während tagtäglich vor neuen Ei-Chargen gewarnt wurde, kamen Fragen zu Belastungen bei weiterverarbeiteten Lebensmitteln. Gerade mal ein Unternehmen hatte im August 2017 einen Rückruf von Feinkostsalaten gestartet, weil bei der Herstellung mit Fipronil belastete Eier verwendet worden waren.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), zu neuen Erkenntnissen, dass das Insektengift Fipronil nicht nur in frischen Hühnereiern gefunden wurde, sondern auch in verarbeiteten Lebensmitteln mit Ei wie Eiersalat und Backwaren:

„Fipronil ist ein Gift und hat in unseren Lebensmitteln nichts zu suchen. Nicht umsonst ist der Einsatz von Fipronil bei Tieren in der Lebensmittelproduktion nicht zugelassen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, dass auch verarbeitete Produkte mit Ei, in denen Fipronil nachgewiesen wurde, öffentlich zurückgerufen werden. Verbraucher haben ein Recht auf Transparenz.“

Wie kann es sein?

Bislang wurde demnach in knapp 500 untersuchten Proben mehr als 100x Fipronil gefunden. Jedes 4. positive Untersuchungsergebnis lag oberhalb des Grenzwertes. Am Häufigsten waren getrocknetes Vollei getrocknet, Eierlikör, Eiersalat aber auch Backwaren betroffen. Warum aber haben VerbraucherInnen davon so gar nichts mitbekommen?

Der SZ zufolge wurde hier scheinbar mit Messtricks und der laxen Auslegung von Vorschriften verhindert, dass es zu umfangreichen Rücknahmen bzw. Rückrufen von Lebensmitteln gekommen ist. Schon weit mehr als nur noch ein Skandal ist der Umstand, dass es wohl Einflussnahme auf die untersuchenden Labore gegeben haben könnte. „Labore seien dazu angehalten worden, nicht so genau zu messen, wie es eigentlich nötig wäre.“ so die SZ

Nach den vielen vergangenen Lebensmittelskandalen ist dies ein weiterer Tiefpunkt. Verbraucherschutz steht in diesem Lande weit hinter den Interessen der Industrie! Es wird Zeit, dies ganz schnell zu ändern!

Es ist an der Zeit für Aufklärung und die Veröffentlichung aller Ergebnisse durch die zuständigen Behörden!

Quelle: Süddeutsche Zeitung / 10.Oktober 2017

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