Kindergesundheit: Einnässen beim Vorschulkind

Wenn ein älteres Vorschulkind immer noch oder erneut einnässt, sollten Eltern sich vom Kinder- und Jugendarzt beraten lassen. Unterschieden wird zwischen Einnässen am Tage und Einnässen in der Nacht. Der Pädiater hilft die Ursachen zu ermitteln, um gegebenenfalls Maßnahmen gegen das Einnässen (so genannte Harninkontinenz) einzuleiten.

„Nächtliche Harninkontinenz, Enuresis nocturna, ist beispielsweise definiert als nächtlicher unkontrollierter Urinabgang nach dem 5. Lebensjahr, der mindestens einmal pro Monat über eine Dauer von 3 Monaten auftritt. In diesem Alter nässen noch etwa 10-15% der Kinder, überwiegend Jungen, nachts ein. Im Alter von 15 Jahren sind es noch etwa 1%. Auch ohne Therapie gibt es also ein natürliches, wenn auch spätes Trockenwerden. Es können aber auch andere organische oder psychische Gründe für ein nächtliches Einnässen vorliegen. Eltern können bei der Aufklärung helfen, indem sie die Einnäss-Ereignisse protokollieren“, rät Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Manche Kinder, die vor allem tagsüber einnässen (hier sind mehr Mädchen als Jungen betroffen), leiden unbemerkt an Verstopfung. „Der übervolle Darm drückt auf die Blase, die sich anstelle des Enddarms zusammenzieht. Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHD) fällt die Blasenkontrolle schwer, weil die Verarbeitung von Signalen manchmal nicht so schnell wie nötig funktioniert, d.h., sie können den Urin nicht lange genug zurückhalten, um das Badezimmer zu erreichen“, erklärt Dr. Fegeler. Auch Diabetes Typ 1 kann zu häufigem Harndrang führen. Weitere Ursachen können u.a. wiederkehrende Blasenentzündungen, eine überaktive Blase, aber auch Stress sein.

Ein Blasentraining, bei dem z.B. eine stündliche Blasenentleerung stattfindet, kann allein schon etwa der Hälfte der betroffenen Kinder helfen. Auch durch eine kindgerechte Aufklärung und Übungen für die frühzeitige Wahrnehmung einer vollen Blase können Kinder Strategien entwickeln, ihre Blase rechtzeitig zu entleeren. Medikamente, wie Antibiotika, sind nur dann erforderlich, wenn Blasenentzündungen die Ursache sind. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann bei einer überaktiven Blase wirksam sein. Liegt ein anatomisches Problem zugrunde, kann in seltenen Fällen ein chirurgischer Eingriff das Einnässen beenden.

Quelle: AWMF-Leitlinie, Jale University/MedicalXpress

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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