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31.7.2017   |   Gesundheit - Schwangerschaft & Baby - Wissenschaft / Forschung

Plötzlicher Kindstod: Unregelmäßigkeit im Serotoninstoffwechsel möglicherweise hinweisgebend

Spielt eine Unregelmäßigkeit im Serotoninstoffwechsel eine Rolle beim Plötzlichen Kindstod?

Blutproben von Säuglingen, die am Plötzlichen Kindstod (SIDS: Sudden Infant Death Syndrome) starben, wiesen ein hohes Maß an Serotonin auf. Serotonin ist eine Chemikalie, die für die Signalübermittlung innerhalb der Nerven von Bedeutung ist, ein sogenannter Neurotransmitter. Darauf macht eine amerikanisch-kanadische Studie aufmerksam, die zum Teil vom National Institutes of Health (Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, die insbesondere biomedizinische Forschung betreibt) finanziert wurde.

Der Befund wirft die Frage auf, ob ein Test entwickelt werden könnte, der SIDS-Fälle von anderen unerwarteten Todesfällen unterscheiden zu könnte, die sich bei Säuglingen im Schlaf ereignen.

Die Studie, die unter der Leitung von Robin L. Haynes vom Boston Children’s Hospital und der Harvard Medical School durchgeführt wurde, erschien in der Fachezitschrift „Proceedings of the National Academy of Science“ (PNAS).
SIDS beschreibt plötzliche Todesfälle bei Babys unter einem Jahr, die nach einer vollständigen Autopsie bzw. Suche nach der Todesursache unerklärt bleiben. In der aktuellen Studie berichteten Forscher, dass 31% der SIDS-Säuglinge (19 von 61) erhöhte Blutspiegel von Serotonin besaßen. In früheren Studien berichteten Experten über mehrere Serotonin-bezogene Hirnanomalien bei SIDS-Fällen, darunter auch eine Abnahme von Serotonin in Regionen, die an der Steuerung der Atmung, Herzfrequenz sowie des Blutdrucks, der Temperaturregulation sowie der Aufwachreaktion im Schlaf beteiligt sind.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine Anomalie im Serotonin-Stoffwechsel das Risiko für SIDS erhöhen könnte und dass die Untersuchung von Blutproben im Hinblick auf Serotonin helfen könnte, bestimmte SIDS-Fälle von anderen Säuglingstodesfällen zu unterscheiden. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass mehr Forschungsarbeit benötigt wird, um die Rolle des Serotonins letztendlich beurteilen zu können.

Quelle: medicalXpressPNAS

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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