Lerntrends im Fokus: So lernen Schüler heute

Das Lernen hat sich verändert. Während früher das Schleppen von Büchern zum alltäglichen Schulweg zählte, verdrängen digitale Angebote mehr und mehr die verstaubten Lehrbücher vergangener Zeiten. Die Trendforschung zeigt, dass die Entwicklung immer mehr Fahrt aufnimmt. Das Trendstudie „Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025“ legt die Fakten offen. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, auf die Eltern und Schüler sich in den kommenden Jahren einstellen müssen.

Abbildung 1: Lernen früher und heute ist in vielerlei Hinsicht nicht miteinander vergleichbar.

Abbildung 1: Lernen früher und heute ist in vielerlei Hinsicht nicht miteinander vergleichbar.

  1. Virtuell schlägt real
    Virtuelle Klassenräume und mobiles Lernen drängen nach vorn. Simulationen, Serious Games und Online-Chats nehmen immer mehr Raum bei den Lernenden ein.

  2. Weniger Wikis, mehr Bilder
    Die Tage ausufernder Wikis sind gezählt. Die Zukunft setzt auf die Vermittlung von Wissen durch visuelle Unterstützung per Bild und Video. Lesen wird langfristig hinter dem Hören von Informationen zurückzufallen.

  3. Mehr Apps und Anwendungen, weniger Webinare und Blended Learning
    Als aussichtsreichste Lernform in kommerzieller Hinsicht werden Apps, mobile Anwendungen und ortsunabhängige Software eingestuft. Bereiten sich Kinder auf die nächste Mathe Klassenarbeit vor, dann helfen online zu lösende Aufgaben bei der Vorbereitung. Praktisch: Verschiedene Klassenarbeiten zu speziellen Themen unterstützen die Schüler gezielt bei der Bewältigung des Lernpensums.

    Auch Apps auf dem Smartphone werden sich ihren Platz im Lernalltag erobern. Sie vermitteln Lernstoff auf unkompliziertem Weg und sie sind jederzeit nutzbar. Die Inhalte orientieren sich an klassischen Lehrplänen. Die Lern- und Lehrmethoden stützen sich dabei auf die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft und werden fortlaufend angepasst.

Allgemeinbildende Schulen brauchen gut ausgebildete Lehrer

Experten sehen allgemeinbildende Schulen als wichtiges Handlungsfeld digitalen Lernens an, auch die Erwachsenenbildung ist ein zentrales Feld. Digitales Lernen ist aus Sicht von Trendforschern ein essenzieller Bestandteil, damit Deutschland langfristig im internationalen Wettbewerb mithalten kann.

Abbildung 2: Zu jung für den PC? Experten meinen NEIN.

Abbildung 2: Zu jung für den PC? Experten meinen NEIN.

Ohne digitales Lernen, so schätzen die Experten, würde Deutschland international den Anschluss verlieren. Andere europäische Länder sind in dieser Hinsicht schon längst an uns vorbeigezogen. So ist die Ausstattung von Schulen in den Niederlanden in technischer Hinsicht wesentlich besser, als in Deutschland. Bereits in der Vorschule lernen Kinder den Umgang mit Tablets und Computern, werden an digitale Angebote kindgerecht und spielerische herangeführt. Der selbstverständliche Umgang mit den neuen Medien und Lernmethoden verhindert Berührungsängste mit innovativer Technologie und unterstützt Jungen und Mädchen gleichermaßen dabei, Zugang zu Technik und digitalen Inhalten zu finden. Das schlägt sich später auf ihre allgemeine Medienkompetenz nieder.

Lehrerausbildung in Deutschland muss nachziehen

Damit die Internationalisierung langfristig greifen kann, muss die Lehrerausbildung an deutschen Hochschulen angepasst werden. Der Wandel, den die Lernkultur in deutschen Schulen ud durchläuft, ist nicht weg zu diskutieren. Vielmehr müssen die Lehrer in ihrer Ausbildung entsprechenden Input erhalten, um den Nachwuchs gezielt unterrichten zu können.

Eltern in der Pflicht

Der Trendreport prognostiziert, dass Deutschland im internationalen Vergleich hinterherhinken wird, auch wenn die aktuelle Politik uns anderes glauben machen will. Sie sehen Eltern in der Verantwortung, ihren Kindern frühzeitig den Zugang zu digitalen Inhalten zu gewähren, ohne sie dabei alleine zu lassen.

Computer im Kinderzimmer sehen Eltern sehr differenziert, zu groß scheint die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Natürlich ist ein unkontrollierter Gebrauch von Computern wenig ratsam. Vielmehr geht es darum, ihnen den Kontakt zu ermöglichen und die positiven Aspekte von Internet & Co. zu verdeutlichen. Besser aufgehoben ist der PC im Arbeitszimmer der Eltern oder in einem gesonderten Raum – und nicht im Kinderzimmer. Ihn grundsätzlich aus dem Alltag zu verbannen oder ihn aufs schärfste zu verteufeln schmälert die Ausgangsbasis um eine wertvolle Facette, auf der Kinder in die berufliche Zukunft starten.

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