CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

19.4.2017   |   Gesundheit

Zwangserkrankungen bei Kindern können belastend und quälend sein

Wiederholungs- und Kontrollhandlungen können auf Zwänge bei Kindern und Jugendlichen hinweisen

Wenn Kinder oder Jugendliche Zwangserkrankungen entwickeln, kann das für sie äußerst belastend und quälend sein – auch weil sie die zwanghaften Handlungen häufig kaum deuten oder einschätzen können.

zwang

Kinder greifen im Verlauf ihrer Entwicklung phasenweise auf abergläubisches Verhalten oder Rituale zurück. Solche Entwicklungsrituale können zunächst als Teil einer normalen Entwicklung betrachtet werden – insbesondere, wenn sie im Rahmen von Veränderungen auftreten, wie dem Wechsel vom Kindergarten in die Schule oder einem Umzug. Nehmen scheinbar sinnlose Rituale oder Spiele jedoch einen großen Raum ein und betroffene Kinder zeigen zusätzliche Verhaltensauffälligkeiten, kann hinter diesem Verhalten eine Zwangsstörung stecken. „Rituale und gewohntes Verhalten werden von Kindern oft eingesetzt, um Struktur und Sicherheit zu empfinden. Bei vielen augenscheinlich zwanghafte Verhaltensweisen handelt es sich um harmlose Spiele oder auch Marotten, die mit der Zeit wieder von alleine verschwinden“, berichtet Dr. Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP). „Problematisch ist es jedoch, wenn die betroffenen Kinder insgesamt einen bedrückten Eindruck machen, sich zurückziehen, stundenlang scheinbar unsinnige Handlungen vornehmen und kaum mehr zugänglich sind. Eltern sollten dann einen Kinder- und Jugendpsychiater zur Rate ziehen.“ Häufige Zwangssymptome sind Wasch- und Putzzwänge sowie Kontroll-, Ordnungs- oder auch Zählzwänge. Die Kinder wiederholen dabei ständig die gleichen Handlungen, kontrollieren z. B. Fenster und Türen, zählen bestimmte Gegenständen immer wieder oder stehen sehr lange unter der Dusche. Dabei achten die Kinder meist hartnäckig auf eine exakte Durchführung der Zwangsrituale.

Ängste und Befürchtungen oft im Hintergrund vorhanden

Ein Teil der Kinder mit Zwangsstörungen leidet unter Zwangsgedanken. Diese drehen sich z. B. um die Sorge vor Verunreinigung und Verseuchung oder Ängsten vor eigenen und fremden Verletzungen. Auch aggressive Gedanken können auftreten – etwa sich oder Andere zu verletzen. Solche Inhalte können sehr belastend sein und starke Emotionen wie Angst oder Ekel hervorrufen. „Zwangshandlungen werden von den Kindern meist dazu eingesetzt, unangenehme Gefühle wieder zu beseitigen und akute Angstzustände zu unterbinden. Manche Betroffenen versuchen durch ihre Handlungen den gefürchteten Ereignissen vorzubeugen oder diese damit zu neutralisieren“, erläutert Kinder- und Jugendpsychiater. „Die Kinder empfinden ihr zwanghaftes Verhalten oftmals selbst als unsinnig, übertrieben und quälend. Viele schämen sich dafür, sie sind gleichzeitig jedoch nicht von sich aus in der Lage, ihre Zwänge abzulegen. Kleineren Kindern fehlt hingegen manchmal noch das Gefühl, was normal ist und was nicht – ihr Problembewusstsein ist noch nicht so ausgeprägt.“ Zwangsstörungen treten bei Kindern häufig im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren auf – seltener ist ein früher Beginn möglich.

Rechtzeitige Behandlung beugt Chronifizierung vor

Bleibt eine Therapie aus, kann die Störung bis in das Erwachsenenalter fortbestehen. Eltern sollten also nicht zögern, professionelle Hilfe zu suchen. Zwangsstörungen können gut mit psychotherapeutischen Maßnahmen und gegebenenfalls auch mit Medikamenten behandelt werden. „Eine Verhaltenstherapie kann sehr hilfreich sein, bei der die Kinder unter therapeutischer Begleitung Situationen ausgesetzt werden, die sie normalerweise vermeiden würden, weil dabei ihre Zwänge auftreten. Die Patienten erleben so, dass die befürchteten Konsequenzen wie Krankheit oder andere Katastrophen gar nicht eintreten – auch wenn sie das zwanghafte Ritual nicht ausführen“, erklärt Dr. Spitczok von Brisinski. „Im Vorfeld machen die Therapeuten den Kindern Mut, helfen dabei die Anspannung in der Situation zu entschärfen und loben die Kinder anschließend, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken.“ Für einen dauerhaften Erfolg ist es dann wichtig, dass diese Exposition auch selbsttätig im häuslichen Umfeld fortgeführt wird. Die Gedanken, Wahrnehmungen und Befürchtungen spielen bei der Entwicklung von Zwangsgedanken eine große Rolle. Die Kinder oder Jugendlichen müssen lernen, diese Prozesse besser zu steuern und auch, dass sie diese umgestalten können.

In Deutschland leiden bis zu zwei Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter Zwangsstörungen.

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz
Internet: www.kinder-und-jugendpsychiater-im-netz.org

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

Weitere Artikel zum Thema

Rückruf: Gesundheitsgefahr – Victoria’s Secret ruft Handycover mit flüssigem Glitter zurück

Rückruf: Gesundheitsgefahr – Victoria’s Secret ruft Handycover mit flüssigem Glitter zurück

Victoria’s Secret ruft Handycover mit flüssigem Glitter aufgrund chemischer Gefährdung zurück. Wie das Unternehmen mitteilt, kann es im Falle eines Bruches des Covers..




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Wichtiger Hinweis zu Gesundheitsthemen

Fipronil in Eiern
UV Warnungen und Prognosen

Aktueller UV-Index

Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlen

Schädigungen der Haut durch UV Strahlung finden bereits lange vor einem Sonnenbrand statt. Dieser bzw. die Rötungen sind die extreme Schädigung und sichtbare Anzeichen einer Verbrennung durch Strahlung


Sicherer Wasserspaß

Sicherer Wasserspass

Noch Stunden nach einem Badeunfall möglich
Sekundäres Ertrinken bei Kindern

Eltern sollten Kinder nach einem Badeunfall, bei dem ihre Schützlinge möglicherweise Wasser in die Lunge bekommen haben, beobachten

Unterschätzte Gefahr

trampolin

Besser allein aufs Trampolin

Wer Kinder hat, weiß: Ein Trampolin gehört inzwischen zur Spielausrüstung im eigenen Garten . Mit der Zahl der Trampoline ist leider die Zahl der Unfälle gestiegen

Aktuelle Tests…

– Anzeige –
Buch- und Lesetipps
Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse