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25.10.2016   |   Familie & Erziehung

Smartphones und Tablets können Eltern „stressen“

Da durch Smartphones und Tablets die Grenzen zwischen Arbeit, zu Hause, Familie und sozialem Leben verschwimmen, fällt es jungen Eltern oft schwer, alles in Balance zu halten. Oft entsteht dadurch Stress.

stress

Neue Medien vermitteln das Gefühl, immer für alle präsent sein zu müssen. Viele Eltern haben daher das Gefühl, sowohl Kindern, Familie als auch Arbeit und sozialem Leben nicht gerecht werden zu können. Zu diesem Schluss kommt eine kleine Studie, die im „Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics“ veröffentlicht wurde.

Eltern versuchen, auch wenn sie sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern, z.T. auch noch für die Arbeit erreichbar zu sein und soziale Kontakte aufrecht zu erhalten, so Dr. Jenny Radesky von der CS Mott-Kinderklinik der Universität von Michigan, die die Studie mit Kollegen des Boston Medical Centers durchgeführt hat.

Smartphones und Tablets können Eltern "stressen"

„Heutzutage ist es viel schwieriger, die Mutter- und Vaterrolle von anderen Lebensbereichen zu trennen, weil die Grenzen mehr verwischt sind. Wir wollten verstehen, wie dies Eltern emotional beeinflusst. Wir stellten fest, dass es Eltern schwerfällt, ein Gleichgewicht zwischen den Anforderungen und dem Zeitbedarf zuhause und den beruflichen Erwartungen, die durch neue Technologien weniger ortsgebunden sind, zu finden.“

Für die Untersuchung befragten die Experten 35 Betreuungspersonen, wie Mütter, Väter und Großmütter. Die Teilnehmer äußerten einen anhaltenden inneren Kampf aufgrund des Multitaskings durch den Gebrauch der mobilen Technologie. Arbeit und Kinder wollen gleichzeitig Beachtung, und junge Eltern werden mit Informationen überfrachtet. Dies führt zu emotionalen Spannungen und Störungen bei Familie-Routinen, wie gemeinsamen Mahlzeiten.

Einige Eltern berichteten auch davon, dass ihre Reaktion auf ihre Kinder oft durch das, was sie auf ihrem Smartphone oder Tablet gelesen hatten, beeinflusst wurde – egal ob es sich um eine geschäftliche E-Mail oder eine schlechte Nachricht handelte. Eltern beschrieben auch, dass Kinder mehr Aufmerksamkeit verlangten, wenn sie als Eltern sich auf das Smartphone und Ähnliches konzentrierten, was wiederum negative Reaktionen und Antworten bei ihnen auslöste und sie ihre Kinder dann meist anschnauzten.

Nicht nur Nachteile wahrgenommen

Auf der anderen Seite erleben Eltern die mobile Technologie auch als eine Fluchtmöglichkeit. Sie entfliehen der Langeweile und dem Stress der Kindererziehung und des Familienlebens und erinnern sich durch die mobile Technologie daran, dass sie auch ein Leben „außerhalb“ haben. 

Ein anderer Vorteil sei laut den Aussagen der Eltern auch die Möglichkeit, von zuhause aus arbeiten zu können sowie leichter mit anderen kommunizieren zu können.

Ratschläge der Experten

„Sie müssen nicht 100% ihrer Zeit für ihre Kinder verfügbar sein. Eltern müssen auch das Gefühl haben, dass andere Bereichen ihres Lebens, wie die Arbeit, Bedeutung haben“, erklärte Radesky. „Aber wir sehen nur, dass Eltern überlastet und erschöpft sind, weil aus verschiedenen Richtungen an ihnen gezerrt wird.“

Eltern nutzen mobile Geräte, wie Tablets, Smartphones, schätzungsweise fast drei Stunden pro Tag. Aber nur wenige Studien haben bisher ihren Einfluss auf die Interaktionen in Familien untersucht.

Radesky und Kollegen wollten das Problem weiter erforschen und beobachteten Eltern und Kinder in einem Fast Food Restaurant mithilfe von Videoaufnahmen. Dabei beobachteten sie, dass die Nutzung von Smartphones und Co. dort zur Folge hatte, dass die Eltern sich weniger mit ihren Kindern beschäftigten, sowohl verbal als auch nonverbal.

Dr. Radesky und ihre Kollegen geben Familien folgende Ratschläge:

  • Setzen Sie Grenzen. Erstellen Sie einen Familienplan, in dem es medienfreie Zonen und Zeiten gibt. Zum Beispiel sollte es ein Handyverbot beim Abendessen oder vor dem Schlafengehen geben. Es kann vielleicht auch hilfreich sein, wenn Eltern, sobald sie nachhause kommen, erst einmal das Smartphone wegräumen und sich ihrer Familie widmen.
  • Sich selbst beobachten. Mithilfe von Apps oder Protokollen können Eltern verfolgen, wie oft Sie „connected“ sind. Wenn Väter oder Mütter 90% ihrer Zeit auf Facebook oder mit E-Mails aus der Arbeit verbringen, besteht Handlungsbedarf.
  • Bereiche identifizieren, die besonders mit Stress verbunden sind. Für manche kann das Lesen der aktuellen Nachrichten oder für andere das Checken von E-Mails aus der Arbeit besonders stressig sein. Diese Tätigkeiten sollten Eltern dann für Zeiten reservieren, in denen die Kinder beschäftigt sind. Auf diese Weise können Eltern sich auf die Informationen konzentrieren und sie besser verarbeiten, anstatt ihre Zeit mit den Kindern zu unterbrechen und gereizt zu reagieren, wenn Kinder immer wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern einfordern.

Quelle: EurekAlert! Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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