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23.8.2016   |   Gesundheit

Hitzewelle: Babys sind hitzeempfindlicher als Erwachsene

Babys sind hitzeempfindlicher und Kinder leiden schneller als Erwachsene unter Überhitzung – den Angaben des US-Departments of Health and Human Services überhitzen sie bis fünf Mal schneller als Erwachsene. Denn sie verfügen über nicht so viele Schweißdrüsen wie Erwachsene und im Verhältnis zum Körpervolumen besitzen sie eine relativ große Oberfläche, sodass sie ihre Körperkerntemperatur schwer regulieren können.

hitze

 "Weil Kinder geringere Flüssigkeitsreserven haben, dehydrieren sie auch leichter", erklärt Dr. Dennis Woo, ein Kinderarzt am UCLA Medical Center in Santa Monica. "Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Eltern - insbesondere beim ersten Kind - dazu neigen, ihre Kind zu warm anzuziehen, was zudem eine Überhitzung begünstigt. Und außerdem können sehr kleine Kinder sich noch nicht mitteilen und uns zu verstehen geben, dass ihnen zu heiß ist."
Dr. Woo zufolge können frühe Anzeichen einer möglichen Überhitzung Reizbarkeit, heiße Haut und Schwitzen sein. Bei Neugeborenen können ein feuchter Kopf oder Hals für eine Überhitzung sprechen. Sind kleine Kinder verschwitzt und ist ihr Gesicht röter als üblich, zeigen sie einen Hautausschlag, atmen sie schnell und fasst sich ihre Brust heiß an, sind sie vermutlich überhitzt. Weitere schwere Symptome, die sofortige ärztliche Hilfe erfordern, sind eine Temperatur von über 38,89 Grad Celsius, Übelkeit oder/und Erbrechen.

Der Experte gibt Eltern von Babys und Kleinkindern folgenden Tipps, wie sie ihre Kinder bei Hitze schützen können:

  • Wenn es draußen heiß ist, sollten Kinder wenn möglich zwischen 10.00 und 16.00 Uhr zuhause bleiben, d.h., dann wenn die Temperaturen draußen am höchsten sind und die die Sonne am stärksten ist.
  • Bei hoher Luftfeuchtigkeit wird der körpereigene Kühlmechanismus beeinträchtigt, schwitzen ist nicht mehr so effektiv. Kinder sind davon noch mehr betroffen als Erwachsene, u.a. weil sie kleiner sind. Deshalb reichen bei feuchtem Klima geringere Temperaturen, um zu einer Überhitzung zu führen.
  • Kinder sollten bei Hitze ausreichend trinken. Eltern sollten ihren Kindern immer wieder etwas zu trinken anbieten, idealerweise Wasser für Kinder ab einem halben Jahr. Babys, die jünger als sechs Monate alt sind, sollte häufiger gestillt oder gefüttert werden. Stillende Mütter sollten ebenso darauf achten, viel Wasser zu trinken.
  • Bei Hitze eignet sich locker sitzende, helle Kleidung, z.B. atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle.
  • In Häusern oder Räumen ohne Klimaanlage können Raumventilatoren die Luftzirkulation erhöhen und lauwarme Bäder (zweimal täglich) für Kühlung sorgen.
  • Wenn es draußen heiß ist, haben die meisten Kinder wenig Appetit. Dies ist kein Anlass zur Sorge, solange sie genug trinken.
  • Kinder sollten ihre körperliche Aktivität bei hohen Temperaturen einschränken und diese auf kühlere Vormittagsstunden oder Abendstunden verlegen.
  • NIEMALS darf ein Kind (oder Tier) allein im Auto bleiben - nicht einmal für einen Moment.
  • Im Freien sollten Kinder u.a. einen breitkrempigen Hut tragen und mehrmals mit Sonnencreme eingecremt werden (mindestens Lichtschutzfaktor 20-30).

Lebensgefährlich

Wer ein Kind, einen älteren Menschen oder auch ein Tier bei brütender Hitze in einem Auto entdeckt, muss Zivilcourage beweisen und sofort handeln. Bereits wenige Minuten in einem in der Sonne abgestellten Fahrzeug können ausreichen, damit ein Kleinkind oder Baby kollabiert. Ist der Halter nicht auszumachen, sofort einen Notruf absetzen (112 gilt EU weit)  und im Zweifelsfall die Scheibe einschlagen!

Verbrennungsgefahr auf dem Kindersitz 

Für Kinder besteht  in heißen Fahrzeugen vor allem bei dunklen Bezügen Verbrennungsgefahr beim Einsteigen ins Auto. Kindersitze oder Interieurteile können bis zu 70 Grad heiß werden, wenn die Sonne direkt in das  Auto brennt. Auch Applikationen aus Kunststoff oder Metall werden brandheiß. Wer keinen schattigen Parkplatz findet, sollte zumindest ein helles (möglichst feuchtes) Tuch über den Sitz legen, das verbessert den Kühleffekt.

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

 

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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